Veröffentlicht am 14. Dezember 2011 von lyrikzeitung
Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift
Wird in den nächsten 2 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden. (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur N – Sch. Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)
Veröffentlicht am 13. Dezember 2011 von lyrikzeitung
Huang Nubo ist ein Unternehmer eigener Art. In seinem Büro hängen Fotos von den Achttausendern, die er schon bestiegen hat, um dort Gedichte zu schreiben. Im Kern seines Wesens sieht er sich nämlich als Dichter, freilich einen, der weder melancholisch noch selbstmitleidig ist. „Poesie ist die Lösung“, pflegt er zu sagen. Er fördert Lyriker (auch solche, die in China früher verboten waren) und Dichterkongresse in der ganzen Welt, und in der Firmenzentrale kann man nicht nur zahlreichen Affen, Papageien und Katzen begegnen, die er in seiner Nähe hält; es sind dort auch Installationen internationaler Künstler aufgestellt, die seine Gedichte visualisieren. In Island wurde freilich auch mit Argusaugen vermerkt, dass er seine Laufbahn als Funktionär in der Propagandaabteilung der Partei begonnen hatte.
Was hat diese Mischung nun zu bedeuten? Muss man Angst haben oder nicht? / FAZ
Veröffentlicht am 13. Dezember 2011 von lyrikzeitung
Snorri verfasste auch ein Handbuch für Dichter, die «Edda» (die nun in Neuauflage übersetzt von Arthur Häny wieder vorliegt). Sie bot Geschichten von Göttern und Helden, die den Skalden den Stoff für die «Kenningar» lieferten, wie die nach bestimmten Regeln gefügten poetischen Umschreibungen genannt wurden. Eine Schlacht konnte als «Sturm des Rabenweins», also als Blutsturm, bedichtet werden, um ein einfaches Beispiel zu zitieren. Wenn aber der Skalde das «Sohlenblatt des Diebs der Thrud» in seine Strophe einzubauen verstand, ging ein anerkennendes Raunen der Connaisseurs durch den Saal. Ihnen war klar, dass Thrud, eine Tochter des Gottes Thor, von einem Riesen geraubt worden war und dass mit dem Sohlenblatt jener Schild gemeint war, auf den sich der Riese nach einem bekannten Mythos stellte, weil er glaubte, Thor griffe ihn aus der Erde an.
Was eine ordentliche Strophe war, enthielt mehrere «Kenningar». In einem Gedicht stellte Snorri in 102 Strophen ebenso viele Metren vor. Von Erlebnislyrik war dieses hochartifizielle Spiel weit entfernt. Snorri versuchte, altes Wissen in Einklang mit dem christlichen Weltbild zu bringen. Er schrieb gerade auch für die Anhänger von Jesus und Maria. Dichtkunst stand, so gesehen, für Kontinuität in der Geschichte – ähnlich wie in Halldór Laxness Roman «Kirchspielchronik». Die Lyrik, die Laxness‘ neuzeitliche Bauern schätzen, ist so wenig innerlich wie ihre Religion. / Aldo Keel, NZZ
Oskar Gudmundsson: Snorri Sturluson. Homer des Nordens. Eine Biografie. Aus dem Isländischen von Regina Jucknies. Böhlau-Verlag, Köln 2011. 447 S., Fr. 35.50. – Eine Neuauflage der «Prosa-Edda. Altisländische Göttergeschichten» liegt bei Manesse vor (Fr. 25.90).
Veröffentlicht am 12. Dezember 2011 von lyrikzeitung
Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift
Wird in den nächsten 3 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden. (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur Kr – Na. Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)
Veröffentlicht am 12. Dezember 2011 von lyrikzeitung
Bloodaxe Books meldete den Tod von Peter Reading, der am 17.11. nach langer Krankheit starb. Reading wurde 1946 geboren. Zu seinen Gedichtbänden zählt ‚Work in Regress‘ (1997), das für den TS Eliot-Preis nominiert war. Er erhielt u.a. den Whitbread Prize for Poetry (1986) und den Dylan Thomas -Preis (1983). / Poet Library
Veröffentlicht am 11. Dezember 2011 von lyrikzeitung
Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift
Wird in den nächsten 4 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden. (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur Ha – Kr – Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)
Veröffentlicht am 11. Dezember 2011 von lyrikzeitung
Am Rande der Pressekonferenz des „Internationalen Festivals der Kulturfoschung des Jahres“ (6. Fajr-Lyrikfestival) drückte der für Lyrik zuständige Stellvertreter des Ministers für Kultur und Islamische Unterweisung Yahya Talebian sein Beileid zum tragischen Tod des Dichters Gholamreza Barusan, seiner schwangeren Frau, Elham Eslami, die ebenfalls Dichterin war, und ihrer sechsjährigen Tochter. / Iran Book News Agency
Veröffentlicht am 11. Dezember 2011 von lyrikzeitung
Georg Stefan Troller im Interview mit Henryk M. Broder, Die Welt:
Wer mit 16 Gedichte schreibt, ist ein Kind, wer mit 40 Gedichte schreibt, ist ein Poet. Wenn man mit 16 keine Gedichte schreiben kann, dann braucht man gar nicht an eine literarische Karriere zu denken. Damals strömte es nur so aus mir heraus, bis ich etwa 30 war. Dann hörte es mit den Gedichten auf.
Veröffentlicht am 10. Dezember 2011 von lyrikzeitung
Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift
Wird in den nächsten 5 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden. (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur C – Ha. – Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)
Veröffentlicht am 10. Dezember 2011 von lyrikzeitung
Das 6. Karlsruher Literaturforum tagt auch in diesem Jahr wieder im Prinz Max Palais und hat am 16. Dezember interessante Autoren eingeladen, darunter Silke Scheuermann, Stan Lafleur, Nadja Küchenmeister, Matthias Göritz, Nora Gomringer, Claudia Gabler und Matthias Kehle. / Berliner Literaturkritik
Veröffentlicht am 10. Dezember 2011 von lyrikzeitung
Er war einer der grossen, zornigen Virtuosen der deutschen Sprache. Doch in letzter Zeit wurde er zu wenig und fast nur noch in Österreich wahrgenommen, was auch daran lag, dass er im vergangenen Jahrzehnt bloss noch zwei schmale neue Bücher veröffentlicht hatte. Werner Kofler, geboren 1947 in Villach, gestorben vorgestern in Wien nach langer peinigender Krankheit, hat mehr als zwanzig Bände publiziert. Seine Parabel als funkelnder und letztlich glückloser Literaturkomet ist auch in der Geschichte seines Verleger-Wechsels zu sehen: fünf Bände bei Wagenbach, fünf bei Rowohlt, dann nur noch Bücher bei kleinen und immer kleineren Verlagen in Österreich, teilweise Neuauflagen aus besseren Zeiten. Dabei hatte der geniale Polemiker einst nicht nur sehr viel und ganz Ungeniertes zu sagen, er schrieb es auch bis zuletzt in einer Prosa von unerhörter Musikalität und Schrittfestigkeit. / Franz Haas, NZZ
Veröffentlicht am 10. Dezember 2011 von lyrikzeitung
Der Verleger Michael Krüger befragt von Joachim Dicks:
„Es ist ein winziges Werk von allerhöchster Konzentration“, sagt der Verleger Michael Krüger im Gespräch auf NDR Kultur über die Arbeit seines Freundes Tomas Tranströmer, der diesjährige Literaturnobelpreisträger. Oder anders ausgedrückt: „Jedes Gedicht sticht.“ Nur so lässt sich erklären, wie ein Autor mit gerade einmal 350 Gedichten und etwa 80 Seiten autobiografischer Prosa mit dem weltweit bedeutendsten Literaturpreis ausgezeichnet wird. / NDR
Veröffentlicht am 9. Dezember 2011 von lyrikzeitung
Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift
Zusammengelesen von Theo Breuer, Mitarbeit Michael Gratz
Wird in den nächsten 6 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden. (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur A + B. – Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)
Auf dem Weg in ein poetisches Neuland, den jedes gelungene Gedicht geht (und dem damit zugleich das Kunststück gelingt, dieses Neuland als längst vertraut erscheinen zu lassen), sind also die formalen Möglichkeiten so vielfältig wie die Anzahl denkbarer Gedichte, befreit von den Fesseln eines festgelegten Formenkanons.
Jan Wagner
Veröffentlicht am 9. Dezember 2011 von àxel sanjosé
Liebe Kundin, lieber Kunde, Sie interessieren sich für Poesie und Lyrik? Dann möchten wir Sie auf die folgenden Bücher aufmerksam machen:
schreibt mir heute amazon.de, und bietet an:
Tomas Tranströmer: Sämtliche Gedichte. Brigitte Beier, Sandra Degenhardt, Barbara Falk, Rolf Fischer (Hrsg.): Literatur 2012. Harenberg Tageskalender. Autoren. Werke. Buchtipps. Leseproben. Berthold Budde, Harenberg (Hrsg.): Zitate 2012. Das treffende Zitat. Witz und Weisheit für jeden Tag. Rainer Maria Rilke: Die Gedichte. Till Lindemann: Messer. Hans-Peter Schneider (Hrsg.): Weihnachten lieben und leben: Bayerische Weihnachtsgedichte und Weihnachtsgeschichten zum Schmunzeln, Lachen und Nachdenken. Yasmina Reza: "Der Gott des Gemetzels": Mit 7 Fotos aus der Zürcher Inszenierung Uraufführung [sic].
und zu guter letzt, sich quasi nochmals rückbesinnend:
Tomas Tranströmer: Das große Rätsel. Gedichte.
Veröffentlicht am 9. Dezember 2011 von lyrikzeitung
Im Winter 2007 unternahm der Ludwigsburger Kulturwissenschafter Thomas Knubben eine Wanderung von Nürtingen nach Bordeaux: auf den Spuren Hölderlins, der seinerseits im Dezember 1801 aufgebrochen war und während acht Wochen westwärts wanderte, um eine Hofmeisterstelle in der Stadt am Atlantik anzutreten. Wie die Jakobspilger erhoffte sich Thomas Knubben von seiner «Winterreise» eine Erleuchtung, ist doch Hölderlins Reise vom Geheimnis umwittert. Denn nach kurzer Zeit hat der Dichter Bordeaux wieder verlassen und ist im Juni 1802 völlig zerrüttet in der Heimat eingetroffen. Was hatte ihn derart aus der Bahn geworfen, dass sein Anblick die Freunde erschreckte? …
Als Glanzlichter stellen sich die kulturgeschichtlichen Essays innerhalb des Textes heraus. Was Thomas Knubben über den politisch bedingten Wandel der Hölderlin-Rezeption anführt, etwa die Vereinnahmung seines Werks durch die Nazi-Ideologie und die neue Sicht, wie sie der französische Germanist Pierre Bertaux entworfen hat, liest sich spannend. Und ebenso fesselt er mit seinen Ausführungen zu Bordeaux‘ reicher Kaufmannschaft, zu der auch Hölderlins Arbeitgeber, der Weinhändler und hamburgische Konsul Daniel Christoph Meyer, gehörte. Prägnant stellt er die Rolle der Stadt im Sklaven- und Kolonialhandel während des ausgehenden Ancien Régime heraus und skizziert die konfessionelle Situation. Bordeaux‘ merkantile Erfolge scheinen auf dem Zusammenspiel zwischen deutschen protestantischen Kaufleuten und französischen Hugenotten, die in dieser Stadt eine Zuflucht fanden, zu gründen; sie ergäben ein Paradebeispiel für Max Webers Thesen. / Beatrice Eichmann-Leutenegger, NZZ 8.12.
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