02-03

3. Februar
  • 1468: Johannes Gutenberg, deutscher Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern †
  • 1602: Paulus Melissus Schede, deutscher Schriftsteller, Psalmenübersetzer und Komponist †
  • 1669: Kada no Azumamaro, japanischer shintoistischer Gelehrter und Dichter *
  • 1722: Mathias Ettenhueber, deutscher Dichter * in München. Schrieb zunächst noch Latein, wechselte unter dem Einfluß von Klopstock, Gellert u.a. zu Deutsch. 1763 Hofpoet, aber „ohne Mittel“. 1778 wurde er infolge der Veröffentlichung der allzu regierungskritischen Ode Das sich beschwerende Baiern verhaftet und fand nach seiner Entlassung Zuflucht in einem Kloster. Vermutlich das Vorbild für Spitzwegs armen Poeten. – Wer in der Poesie nicht will ein Pfuscher bleiben. München, 1765
  • 1735: Ignatius Krasicki, polnischer Geistlicher und Schriftsteller *
  • 1736: Tommaso Ceva, italienischer Dichter und Mathematiker †
  • 1801: Siegfried Schmid schreibt an Hölderlin: „Das waren wieder köstliche Worte des hohen Geistes, hervorgequollen aus der heiligen Tiefe, wo das unvergänglichjugendliche Leben sich regt (…) Nächstens mehr, wann ich dir das Gedicht schike.“
  • 1842: Sidney Lanier, im 19.Jh. berühmter US-amerikanischer Dichter und Musiker *
  • 1844: Marie von Najmájer, österreichische Schriftstellerin *. „Marie von Najmájer ließ sich durch das Leben der persischen Dichterin Tahirih oder Qurrat al-ʿAin (arab. „Trost der Augen“), die als erste Frau die Lehren des Bab annahm und dafür auch ihr Leben gab, zu dem Epos Gurret-ül-Eyn inspirieren. Dieses Werk schildert in Gedichtform den Märtyrertod des Bab und die grausame Ermordung seiner Anhänger und dürfte somit das erste Werk in einer westlichen Sprache sein, welches die dramatischen Ereignisse der Babi- und Bahai-Geschichte in einem literarisches Werk verarbeitet. In dem Epos wird auch die Zusammenkunft einer Gruppe von Babis in Badascht (Bedescht) im Sommer 1848 beschrieben, in der Qurrat al-ʿAin plötzlich unverschleiert vor den versammelten Freunden stand. Hiermit signalisierte sie den Beginn der Emanzipation der Frauen und die Loslösung der Jünger des Bab vom koranischen Gesetz.“ (Wikipedia)
  • 1845: Ernst von Wildenbruch, deutscher Dichter *
  • 1850: Bertha von Arnswaldt, deutsche Salonière *. Wikipedia gibt hier einen kleinen Kurs in Gesellschaftskunde. Bei Saloniere fehlt kein n (sondern jetzt ein accent aigu). Heißt, sie betrieb einen (literarischen) Salon. In Berlin. Leute, die da häufig zu Gast sind, heißen nicht poplig Gäste, sondern Habitués. Unter ihren Habitués waren Theodor Däubler, Cäsar Flaischlen, Walther Rathenau, Ernst Rowohlt, Carl Ludwig Schleich, Hermann Sudermann.
  • 1853: August Kopisch, deutscher Maler und Schriftsteller † (Gedicht: Die Heinzelmännchen)
  • 1866: Fabio Fiallo, dominikanischer Politiker, Diplomat, Journalist und Schriftsteller *
  • 1874: Gertrude Stein, US-amerikanische Schriftstellerin der klassischen Moderne, Verlegerin und Kunstsammlerin * (Lyrikzeitung)
  • 1876: Gino Capponi, italienischer Politiker, Historiker und Dichter †
  • 1889: Artur Adson, estnischer Dichter, Schriftsteller und Theaterkritiker, Landvermesser *
  • 1896: Johannes Urzidil, österreichisch-tschechoslowakischer Schriftsteller *
  • 1897: Lisa Baumfeld, österreichische Schriftstellerin †
  • 1900: Im Deutschen Theater Berlin Uraufführung der Komödie Schluck und Jau von Gerhart Hauptmann.
  • 1912: Dan Kazuo, japanischer Schriftsteller *
  • 1927: Kenneth Anger, US-amerikanischer Filmemacher und Autor, Pionier des amerikanischen Underground-Films *
  • 1933: Am vierten Tag nach Machtübernahme spricht Hitler vor höchsten Vertretern der Reichswehr. Darin verkündet er sein Expansionsprogramm zur Gewinnung von „Lebensraum im Osten“.
  • 1934: Johannes Kühn, deutscher Schriftsteller * (Lyrikzeitung)
  • 1947: Paul Auster, US-amerikanischer Schriftsteller, Regisseur, Kritiker, Übersetzer und Herausgeber *
  • 1952: Kambara Ariake, japanischer Schriftsteller †
  • 1953: Ferdinand Schmatz, österreichischer Schriftsteller * (Lyrikzeitung)
  • 1959: The Day the Music Died (Buddy Holly, Ritchie Valens und The Big Bopper sterben bei einem Flugzeugabsturz)
  • 1971: Esther de Cáceres, uruguayische Lyrikerin †
  • 1973: Andy Razaf, US-amerikanischer Liedtexter †
  • 1997: Bohumil Hrabal, tschechischer Schriftsteller †
  • 2009: Kurt Demmler, deutscher Liedermacher †
  • 2011: Édouard Glissant, französischer Schriftsteller und Philosoph † (Lyrikzeitung)

01-31

31. Januar
  • 1741: Theodor Gottlieb von Hippel, preußischer Staatsmann, Schriftsteller und Sozialkritiker *. Freund von Kant und Hamann. Setzte sich für die rechtliche Gleichstellung von Frauen ein.
  • •1799: Rodolphe Töpffer, Schweizer Zeichner und Novellist *. Schuf komische-skurrile Bildergeschichten, Proto-Comics. Seine Faust-Parodie Dr Festus gefiel Goethe. Sein Dr. Festus ist ein Gelehrter, der 22 Sprachen beherrscht, in denen er bei Gelegenheit einen einzigen Schrei ausstößt.
  • 1822: Elise Polko, deutsche Dichterin und Sängerin *
  • 1828: Alexander Ypsilantis, griechischer General, der in russischen Diensten für die Freiheit Griechenlands kämpfte, † (Wilhelm Müller, genannt Griechenmüller: Alexander Ypsilanti auf Munkács. Müller ist auch der Verfasser der von Schubert vertonten Zyklen Die schöne Müllerin und Winterreise)
  • 1855: Otto Ehrenfried Ehlers, deutscher Forschungsreisender und Schriftsteller *. Dichtete über die Ostsee, redigierte die „Zeitung für Hinterpommern“, bereiste die deutschen Kolonien, wurde bei einer Expedition im Kaiser-Wilhelms-Land (Neuguinea) ermordet.
  • 1866: Emil Strauß, deutscher Dichter *
  • 1866: Friedrich Rückert, deutscher Dichter, Übersetzer und Orientalist † (Lyrikzeitung | Textkette)
  • 1867: Mariusz Zaruski, polnischer General, Segelsportler, Bergsteiger, Schriftsteller und Maler *
  • 1892: Ozaki Kihachi, japanischer Schriftsteller *
  • 1901: Marie Luise Kaschnitz, deutsche Schriftstellerin * (Lyrikzeitung)
  • 1915: Thomas Merton * in Prades, Frankreich. Trappistischer Mönch, schrieb mehr als 50 Bücher und 2000 Gedichte. (1915).
  • 1918: Karl Emerich Krämer, deutscher Schriftsteller *. 1952 erschien der Gedichtband „Ich schreibe mein Herz in den Staub der Straße“. „Er enthielt expressionistisch angehauchte, von Federico García Lorca beeinflusste und in einem äußerst eingängigen Ton gehaltene Gedichte, die angeblich aus dem Nachlass eines 1921 geborenen, deutsch-französischen Fremdenlegionärs namens George Forestier stammten, von dem behauptet wurde, er sei 1951 in Indochina verschollen. Das Buch entwickelte sich zu einem der größten Lyrik-Erfolge der deutschen Nachkriegsliteratur, ein zweiter Band mit Forestier-Gedichten unter dem Titel „Stark wie der Tod ist die Nacht, ist die Liebe“ sowie eine Auswahl von Briefen folgten, ehe der Verleger Peter Diederichs 1955 die Mystifikation beendete und Krämer zugeben musste, selbst Verfasser der Werke „Forestiers“ zu sein. Nach der allgemeinen Begeisterung, auf die die Forestier-Gedichte auch bei der Literaturkritik gestoßen waren, war nun von einem Skandal die Rede; vor allem die seriösen Kritiker fühlten sich düpiert und stellten Krämer für die Zukunft ins Abseits. Krämer veröffentlichte weiterhin Gedichte unter dem Namen „George Forestier“, mit denen er jedoch nie wieder an den Erfolg der frühen 1950er anknüpfen konnte.“ (Wikipedia) (Lyrikzeitung | Lyrikwiki)
  • 1921: Kurt Marti, Schweizer Pfarrer und Schriftsteller * (Lyrikzeitung)
  • 1933: John Galsworthy, britischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger †
  • 1935: Ōe Kenzaburō, japanischer Schriftsteller und Nobelpreisträger *
  • 1940: René Schickele, deutsch-französischer Schriftsteller, Essayist und Übersetzer †. „Ich bin ein deutscher Dichter, gallisch-alemannischen Geblüts, das in den Formen der deutschen Sprache austreibt (…) Gestern deutscher, heute französischer Staatsangehöriger: ich pfeife darauf.“ (In: Menschheitsdämmerung, 1920) (Textkette)
  • 1944: William Allen White, US-amerikanischer Journalist, Politiker und Schriftsteller †
  • 1952: Pedro Prado, chilenischer Schriftsteller †
  • 1956: A. A. Milne, britischer Schriftsteller † (Winnie-the-Pooh)
  • 1987: Benno von Wiese, deutscher Literaturwissenschaftler †
  • 1994: Erwin Strittmatter, einer der bekanntesten DDR-Schriftsteller (Der Laden) †
  • 2012: Dorothea Tanning, US-amerikanische Malerin, Bildhauerin und Schriftstellerin † (Lyrikzeitung)

02-02

2. Februar

Lichtmeß

  • 1512: Hatuey, kubanischer Freiheitskämpfer * Organisierte den Kampf gegen die spanischen Eroberer, wurde ergriffen und bei lebendigem Leibe verbrannt.
  • 1700: Johann Christoph Gottsched, deutscher Gelehrter und Schriftsteller *. (Lyrikzeitung)
  • 1816: Michael Öchsner, bayerischer Lehrer, Publizist und Schriftsteller * Verfasser der Bayernhymne
  • 1827: Ludwig Eichrodt, deutscher Schriftsteller *
  • 1829: Alfred Edmund Brehm, deutscher Zoologe (Brehms Tierleben) *
  • 1844: Marie Hankel, deutsche Esperanto-Dichterin *
  • 1849: Pavol Országh Hviezdoslav, slowakischer Dichter *
  • 1882: James Joyce, irischer Schriftsteller (Ulysses und Finnegans Wake) * (Lyrikzeitung)
  • 1885: Gostan Zarian, armenischer Schriftsteller, Dichter und Maler *. In Paris ausgebildet, schrieb Französisch und Russisch. Auf den Rat Émil Verhaerens lernte er Armenisch, um sein wahres Selbst und sein literarisches Können authentischer hervorbringen zu können. Lernte Armenisch und Altarmenisch. Schrieb auch Gedichte in italienischer Sprache. Während des Völkermordes gegen die Armenier in der Türkei 1915 war er in Istanbul. Einer der wenigen armenischen Intellektuellen, die fliehen konnten.
  • 1886: William Rose Benét, US-amerikanischer Dichter und Herausgeber *. Pulitzer-Preis für Lyrik 1942. Schrieb während des 2. Weltkrieges patriotische, propagandistische Gedichte (Day of Deliverance, 1944). Seine The Reader’s Encyclopedia (Enzyklopädie des Lesers) gilt in den USA als Standardnachschlagewerk zur Weltliteratur.
  • 1892: Ludwig Eichrodt, deutscher Schriftsteller †
  • 1922: Der Roman Ulysses von James Joyce erscheint als Buch in Paris
  • 1938: Friedrich Adler, österreichischer Schriftsteller †. Lebte in Prag, übersetzte aus dem Tschechischen (Jaroslav Vrchlický) und Spanischen.
  • 1941: Johannes Schlaf, deutscher Schriftsteller, einer der Begründer des Naturalismus † (Lyrikzeitung)
  • 1942: Daniil Charms, russischer Schriftsteller † (Lyrikzeitung | Textkette | Lyrikwiki)
  • 1955: Leszek Engelking, polnischer Dichter, Schriftsteller, Übersetzer (Pound, Blatný, Bukowski, Borges, Lorca, H.D. u.v.a.) und Literaturwissenschaftler *
  • 1957: Valery Larbaud, französischer Schriftsteller und Literaturkritiker †. „Geheimagent der Literatur“ (Jean Cocteau)
  • 1974: Marieluise Fleißer, deutsche Schriftstellerin †

01-30

30. Januar
  • 1599: Hans Georg von Schleinitz, deutscher Verwaltungsbeamter und Gelegenheitsdichter *
  • 1603: David Denicke, deutscher Jurist und Kirchenlieddichter *
  • 1730: Thomas Osbert Mordaunt, britischer Soldat und Poet *
  • 1760: Jonas Rein, norwegischer Dichter, Abgeordneter der verfassungsgebenden Versammlung *
  • 1775: Walter Savage Landor, britischer Dichter und Schriftsteller *
  • 1781: Adelbert von Chamisso, deutscher Schriftsteller und Botaniker (Peter Schlemihls wundersame Geschichte) * (Lyrikzeitung)
  • 1789: Wolf Heinrich Graf von Baudissin, deutscher Diplomat, Schriftsteller und Übersetzer (Shakespeare, Molière) *
  • 1809: Georg Friedrich Blaul,  Pfarrer und Pfälzer Heimatdichter *
  • 1868: Richard Nordhausen, deutscher Dichter und Schriftsteller *
  • 1869: William Carleton, irischer Schriftsteller †
  • 1878: Anne Catherine Ingeborg Andresen-Bödewadt, deutsche Lehrerin und Regionalschriftstellerin *
  • 1901: Hans Erich Nossack, deutscher Schriftsteller *
  • 1905: Eduard Ebel, deutscher evangelischer Pfarrer und Dichter (Leise rieselt der Schnee) †
  • 1923: Alexander Brändle, deutscher Schriftsteller (Kinderbücher, Science Fiction, Gedichte) *
  • 1923: Franz Brümmer, deutscher Lehrer und Lexikograph †. Herausgeber von Eichendorffs Gedichten. Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten (in der letzten Fassung fast 10.000 Schriftsteller)
  • 1928: Karl Bleibtreu, zeitweise einflußreicher naturalistischer Schriftsteller †. Kämpfte später gegen die Haupt- und SudermännereiLyrisches Tagebuch. Heterogene Lyrik, 1885. Bücher über militärische Fachfragen. (Lyrikzeitung)
  • 1933: „Machtergreifung“ Adolf Hitlers, in Wirklichkeit eine Machtübergabe durch Reichspräsident Paul von Hindenburg. Wolfgang Koeppen kam an diesem Tag von München nach Berlin zurück, er sagte, plötzlich habe er bemerkt, daß er jüdische Freunde hatte.
  • 1933: „Wie eine Flamme schlägt es über Deutschland auf: Adolf Hitler ist Reichskanzler! Millionen Herzen sind angezündet, Jubel und Dankbarkeit suchen nach einem Ausbruch.“ (Reichssender Köln am Abend)
  • 1933: Am Abend des 30. Januar versammelt der neue Reichsinnenminister Frick die Vertreter der Berliner Presse. Er versprach, daß die neue Regierung sich von allen Vorgängerregierungen durch eine weitgehende Wahrung der Pressefreiheit unterscheiden würde.
  • 1935: Richard Brautigan, US-amerikanischer Schriftsteller *. Sein Buch  Trout Fishing in America, Forellenfischen in Amerika, 1967, wurde ein Bestseller mit „Millionen verkaufter Exemplare weltweit“ (Writers‘ Almanac). (Lyrikzeitung)
  • 1943: Pierre-Barthélemy Gheusi, französischer Schriftsteller †
  • 1944: Hermann Kükelhaus, deutscher Dichter †
  • 1972: britische Fallschirmjäger erschießen 27 unbewaffnete Demonstranten in Derry, Nordirland, “Bloody Sunday.”

Leseecke 22

FullSizeRenderLeseecke ist eine Rubrik, die sich langsam, Stück für Stück der digitalen Veröffentlichung aller 154 Sonette Shakespeares in Günter Plessows Übersetzung und dem Originaltext (im Jubiläumsjahr 2016 bei Signaturen) anschließt und hier Leseecke und Forum zur Diskussion über die Sonette und / oder Übersetzungen sein kann. Jedenfalls ich werde an 154 Tagen (mit Zwischenraum, um durchzuschaun) mir jeweils eins der Sonette vornehmen und hier den Originaltext und zusätzliches Material anbieten. Einladung zum Pendeln von Shakespeare zu Plessow und zurück (wenns sein muß auf Umwegen über Schlegel/Tieck, Bodenstedt, George, Kraus & Co). (Die Zahl neben dem Wort Leseecke ist die Nummer des Shakespearesonetts). Zur Originalschreibweise: u / v und i / j sind fast regellos austauschbar, liue lies live, ioy lies joy.
Sonette 22-28 bei Signaturen hier
Bisherige Folgen der Leseecke hier.

22

MY glasse shall not perswade me I am ould, 
So long as youth and thou are of one date,
But when in thee times forrwes I behould,
Then look I death my daies should expiate.
For all that beauty that doth couer thee,
Is but the seemely rayment of my heart,
Which in thy brest doth liue, as thine in me,
How can I then be elder then thou art?
O therefore loue be of thy selfe so wary,
As I not for my selfe, but for thee will,
Bearing thy heart which I will keepe so chary
As tender nurse her babe from faring ill,
   Presume not on thy heart when mine is slaine,
   Thou gau'st me thine not to giue backe againe.

Einige Anmerkungen zum Text:

1 glasse Spiegel

2 are of one date gleich alt werden

forrwes furrows (Furchen, Runzeln) Gildon 1710 verbessert: sorrows

4 expiate sühnen, hier: beenden: dann hoffe ich, daß der Tod meine Tage beenden wird

6 seemely seemly (passend) rayment

9 wary wachsam

10 will: will be wary

11 chary behutsam, sanft

13 presume not on beharre/bestehe nicht auf slaine erschlagen, getötet

14 gau’st gavest

Deutsche Fassung von Stefan George:

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Quellen

  • Q = Shake-speares Sonnets. Never before imprinted (1609) (Quelle der Originaltexte)
  • B = Benson, Poems: Written by Wil. Sh. (1640)
  • Burrow = W. Shakespeare: The Complete Sonnets and Poems. Ed. Colin Burrow (Oxford World’s Classics), Oxford University Press, 2002
  • B/H = Shakespeare, The Sonnets. Hrsg. Raimund Borgmeier, Michael Hanke. Stuttgart: Reclam, 2006
  • Borgmeier = Shakespeare: The Sonnets. Die Sonette. Engl. u. in ausgewählten deutschen Versübersetzungen. Hrsg. Raimund Borgmeier. Stuttgart: Reclam, 1974

01-29

Sonntag, 29.1.
  • 1129: Minamoto no Shunrai, japanischer Dichter †
  • 1455: Johannes Reuchlin, deutscher Philosoph und Humanist *
  • 1632: Johann Georg Graevius, deutscher klassischer Philologe und Textkritiker *. Edierte Textausgaben von Hesiod (1667), CatullusTibullus et Propertius (1680) sowie verschiedene Werke Ciceros.
  • 1688: Emanuel Swedenborg, schwedischer Wissenschaftler, Mystiker und Theologe *. Immanuel Kant war von seinen Visionen gar nicht amüsiert. In seiner Schrift Träume eines Geistersehers (1766) nennt er ihn einen „Kandidaten des Hospitals“ und „Erzphantast unter allen Phantasten“, seine Arcana caelestia bezeichnet Kant als „acht Quartbände voll Unsinn“. Demgegenüber Swedenborgs Einfluß auf Künste und Wissenschaften bis heute. (Lyrikzeitung)
  • 1763: Johann Gottfried Seume, deutscher Schriftsteller * (Spaziergang nach Syrakus) 
  • 1763: Louis de Racine, französischer Dichter †.  „… le bon versificateur, fil du grand poète Racine …“ „der gute Versemacher. Sohn des großen Dichters Racine“ (Voltaire)
  • 1834: Johann Gaudenz von Salis-Seewis, Schweizer Dichter †. Seine Freunde nannten ihn die „Bündner Nachtigall“. Bunt sind schon die Wälder
  • 1845 – Das Gedicht „The Raven“ (Der Rabe) wird im The Evening Mirror in New York veröffentlicht, die erste Publikation mit dem Namen des Autors, Edgar Allan Poe. (Lyrikzeitung)
  • 1860: Ernst Moritz Arndt, deutscher Schriftsteller, Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung †. 1933-1945 und 1954-2017 Namenspate der Greifswalder Universität (Lyrikzeitung | Textkette)
  • 1863: Fryco Rocha, niedersorbischer Dichter und Schriftsteller *. Da es keine Unterrichtsmaterialien für Sorbisch gab, schrieb er Geschichten und Gedichte dafür.
  • 1888: Edward Lear, britischer Maler, Illustrator und Schriftsteller †. Edward Lears kompletter Nonsens: Limericks, Lieder, Balladen und Geschichten. „Ins Deutsche geschmuggelt“ von Hans Magnus Enzensberger. Insel, Frankfurt am Main 1977. (Lyrikzeitung)
  • 1888: Men Rauch, Schweizer Ingenieur, Politiker und Dichter *
  • 1896: Herbert Cysarz, sudetendeutscher Germanist *. Deutsche Barockdichtung. Renaissance, Barock, Rokoko. Leipzig 1924.
  • 1901: Heinrich Anacker, schweizerisch-deutscher Schriftsteller, Hitlerverehrer und Verfasser propagandistischer Lyrik * Wir werdend Volk, wir sind der rohe Stein – / Du, unser Führer, sollst der Steinmetz sein; / der Steinmetz, der mit schöpf´rischer Gewalt / den Stein erlöst von seiner Ungestalt./ Schlag immer zu! Wir halten duldend still,/ da deine strenge Hand uns formen will.
  • 1915: Halfdan Rasmussen, dänischer Lyriker *
  • 1932: Zu Mitgliedern der Preußischen Akademie der Künste gewählt: Gottfried Benn, Rudolf G. Binding, Alfons Paquet, Ina Seidel
  • 1961 In Paris entsteht Paul Celans Gedicht Tübingen, Jänner. Hier der Schluß:
    Käme,
    käme ein Mensch,
    käme ein Mensch zur Welt, heute, mit
    dem Lichtbart der
    Patriarchen: er dürfte,
    spräch er von dieser
    Zeit, er
    dürfte
    nur lallen und lallen,
    immer-, immer-
    zuzu.(„Pallaksch. Pallaksch.“)
    Mehr
  • 1962: Olga Tokarczuk, polnische Schriftstellerin *
  • 1963: Robert Frost, US-amerikanischer Dichter, vierfacher Pulitzerpreisträger †. Sprach Gedichte bei der Amtseinführung John F. Kennedys. (Lyrikzeitung | Textkette)
  • 1966: Josef Winckler, westfälischer Schriftsteller, einer der Gründer des rheinischen Autorenkreises Werkleute auf Haus Nyland,  †
  • 1991: Yasushi Inoue, japanischer Schriftsteller †
  • 2003Leslie Fiedler, US-amerikanischer Literaturwissenschaftler und -kritiker †. Führte den Begriff Postmoderne in die Literaturwissenschaft ein. Pionier der Gender- und Queer Studies
  • 2008Helga Goetze, deutsche Künstlerin, Schriftstellerin und politische Aktivistin †. Warb an der Berliner Gedächtniskirche für Ficken ist Frieden. Veröffentlichte Gedichte und stickte Bilder.

01-28

Sonnabend, 28.1.
  • 814: Karl der Große stirbt in Aachen
  • 1549: Elijah Levita, deutsch-jüdischer Dichter, Humanist und Sprachwissenschaftler †. Auch Elia Levi Ben Ascher Aschkenasi („Elia, Sohn des Ascher, genannt der Deutsche“) oder jiddisch Elje Bocher. Ritterdichtungen, Psalmenübersetzungen. Direkter Vorfahr des britischen Premierministers David Cameron.
  • 1558: Jakob Micyllus, deutscher Humanist, Dichter und Pädagoge †
  • 1582: John Barclay, schottischer Dichter und Satiriker * (Argenis, 1621, dt. von Martin Opitz, 1626)
  • 1726: Christian Felix Weiße, deutscher Schriftsteller *
  • 1750: Caroline von Herder, Ehefrau, Herausgeberin und Biografin Johann Gottfried von Herders *
  • 1754: Der Begriff Serendipity wird erstmals durch den englischen Autor Horace Walpole in einem Brief an Horace Mann verwendet für eine zufällige Beobachtung von etwas, das gar nicht das ursprüngliche Ziel einer Untersuchung war.
  • 1754: Ludvig Holberg, dänisch-norwegischer Dichter †
  • 1755: Samuel Thomas Soemmerring, deutscher Anatom, Anthropologe, Paläontologe und Erfinder, Entdecker des „gelben Flecks“ im Auge * (Über die Schädlichkeit der Schnürbrüste, Mainz 1788. Über das Organ der Seele, Königsberg 1796 (mit einem Beitrag von Immanuel Kant). Hölderlin: Sömmerings Seelenorgan)
  • 1802: Hölderlin schreibt an seine Mutter aus Frankreich: „Diese letzten Tage bin ich schon in einem schönen Frühlinge gewandert, aber kurz zuvor, auf den gefürchteten überschneiten Höhen der Auvergne, in Sturm und Wildniß, in eiskalter Nacht und die geladene Pistole neben mir im rauhen Bette – da hab‘ ich auch ein Gebet gebetet, das bis jetzt das beste war in meinem Leben und das ich nie vergessen werde.“
  • 1805: Mihály Csokonai Vitéz, ungarischer Dichter †
  • 1819: Johann Karl Wezel, deutscher Dichter, Schriftsteller und Pädagoge † (Belphegor)
  • 1820: Ádam Pálóczi Horváth, ungarischer Dichter †
  • 1829: Albrecht Ludwig Berblinger, deutscher Flugpionier (Brecht: Der Schneider von Ulm) †
  • 1853: José Martí, kubanischer Nationaldichter * (Lyrikzeitung)
  • 1868: Adalbert Stifter, kein österreichischer Heimatdichter, wie Wikipedia behauptet, sondern ein großer deutscher Schriftsteller †
  • 1877: Johann Rudolf Kölner, Schweizer Publizist und Dichter †
  • 1880: James De Mille, kanadischer Professor für klassische Literatur und Schriftsteller †
  • 1894: Felix Fechenbach, deutscher Journalist und Dichter *
  • 1900: Hermann Kesten, deutscher Schriftsteller *
  • 1901: Takahashi Shinkichi, japanischer Lyriker *
  • 1918: John McCrae, kanadischer Dichter, Schriftsteller und Mediziner † an einer Krankheit im Militärhospital in Frankreich. (Kriegsgedicht In Flanders Fields | Lyrikzeitung)
  • 1928: Akiko Baba, japanische Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin *. Sie veröffentlichte Studien zum mittelalterlichen japanischen Nō-Schauspiel, zur Tanka-Lyrik, zur Rolle der Frauen in der japanischen Literaturgeschichte und zur Figur des Teufels in der japanischen Literatur. Daneben verfasste sie selbst moderne Nō-Dramen, die unter anderem am Nationaltheater von Tokio aufgeführt wurden, und trat als Autorin von Tanka hervor. Eine Auswahl ihrer Gedichte aus den Jahren 1955 bis 1998 in englischer Übersetzung erschien 1999 unter dem Titel Heavenly Maiden Tanka.
    being alone is fine
    I am fine being alone
    the white magnolia tree
    tosses into the sky
    several hundred blossoms
  • 1933: Der „unbeschäftigte“ Schauspieler Dewald sagt zu Gustaf Regler in Imitierung von Hitlers Stimme: „Tausend Ehrengäste. Auch Herr Ernährungsminister. Na, wird sein letztes Auftreten gewesen sein. ‚Kleintier dominiert‘, sagte er. Stimmt. Stimmt überall. Dank der Sozis. Aber das wird ja jetzt bald anders werden. General ohne Rückgrat dulden wir nicht mehr lange. (…) Presse immer daneben. Noch reichlich viel Judenlümmel darunter. Sollten schon im Ausland sein. Vierzehn Jahre Marxismus sind um, nicht wahr?“
  • 1936: Ismail Kadare, albanischer Schriftsteller *
  • 1939: William Butler Yeats, irischer Dichter † (Lyrikzeitung)
  • 1940: Miguel Barnet, kubanischer Schriftsteller und Ethnologe * (El Cimarrón)
  • 1943: Manfred Jendryschik, deutscher Erzähler und Lyriker, Essayist und Herausgeber * (Lyrikzeitung)
  • 1960: Zora Neale Hurston, US-amerikanische Anthropologin und Schriftstellerin †. Hurston sammelte die Geschichten, Lieder, Tänze und Gebete der schwarzen Bevölkerung und stellte sie u.a. in einer Produktion am Broadway vor.
  • 1966: Maik Lippert, deutscher Schriftsteller * (Lyrikzeitung)
  • 1972: Dino Buzzati, italienischer Schriftsteller †
  • 1972: Radikalenerlaß
  • 1983: Bryher, britische Schriftstellerin †. Geliebte und Freundin von H.D.
  • 1987: Michail Gorbatschow fordert in seiner Rede und Schlusswort auf dem Plenum des ZK der KPdSU Reformen – Beginn von Perestroika und Glasnost.
  • 1996: Joseph Brodsky, russisch-US-amerikanischer Dichter und Literaturnobelpreisträger † (Lyrikzeitung)
  • 2008: Marie Takvam, norwegische Dichterin und Schriftstellerin †
  • 2013: Ceija Stojka, österreichische Schriftstellerin und Künstlerin, Holocaust-Überlebende †

Sinn und Form 1-2017 b) Bonnefoy und Koeppen

Auch in Sachen Lyrik ist Sinn und Form vornehm (ich sage nicht: akademisch)[✺]. Bei deutscher Gegenwartslyrik eher zurückhaltend, lieber einem kleinen Stamm von Autoren die Treue haltend als neueste Namen riskierend. Und sonst auf Klassizität und große Namen orientiert. Das erste Heft des Jahrgangs 2017 beginnt mit dem 2016 verstorbenen französischen Dichter Yves Bonnefoy großartig mit dem Abdruck des auf Deutsch noch nicht veröffentlichten Langgedichts Weiter vereint, das Elisabeth Edl und Wolfgang Matz übersetzt haben, eine Lebensbilanz, Auszug:

Was haben wir gewollt?
Nur das, den Worten einen Sinn bewahren.
Sie waren unser Becher, die Sprache,
ich hebe ihn für euch und mit euch,
sind das unsere Stimmen, dies Durcheinander
von Echos unter dem Gewölbe, dunkel, dann diese Stille?
Mit Gewalt sind Unbekannte bei uns eingedrungen,
sie gehen wie ein Wind durch uns hindurch,
und unser Saal wird voll, wird leer.

Dem folgt eine Erinnerung an Bonnefoy von Wolfgang Matz. Der „späte“ Auftritt des Dichters in Berlin im Juni 2011 wird so beschrieben:

… und als nach den mehr oder minder lauten Auftritten der zeitgenössischen Lyrik-Szene dieser alte Mann langsam auf die Bühne ging und anhob zu seiner wie aus der Zeit gefallenen, feierlichen, sehr französischen Rezitation, da spürte man ergriffenes Staunen bei dieser Begegnung mit etwas fast Vergessenem: der großen Poesie.

Ja, so ist Sinn und Form. Staunenswert Matz‘ Bericht vom späten Bonnefoy. Am 1. Juli 2016 ist er gestorben. Wenige Wochen zuvor  waren noch zwei Bücher erschienen, das eine beginnt mit dem Gedicht Weiter vereint. Das Spätwerk, schreibt Matz, verändere „in extremis den Blick auf Yves Bonnefoys gesamtes Werk, ja dieses gesamte Werk selber“. Bonnefoy, der einen 1964 begonnenen Text vernichten wollte und ihn zuvor noch einmal liest, „glaubt … zum ersten Mal seinen eigenen Text, glaubt sich selber zu verstehen und damit auch das, was das Gedicht immer unabschließbar gemacht hat“. Weder verbrennt er es noch schreibt er es einfach fort, sondern er fügt ihm eine ungewöhnliche „Selbsterforschung, Selbstdeutung“ hinzu, nicht um anderen seine Poetologie zu erklären, sondern um für sich selber herauszufinden, „was ihn angetrieben hat sein ganzes langes Leben“. An der Übersetzung dieses Buchs, „L’écharpe rouge“ (Der rote Schal) wird gearbeitet. Sinn und Form, wie ich sie liebe.

Auch Ulla Berkéwicz schreibt Erinnerungen auf. Erinnerung ist vielleicht das Schlüsselwort für die Vornehmheit dieser Zeitschrift. Nicht die Niederungen der Gegenwart sind ihr Feld, sondern die durch Erinnerung beschworene große Zeit. Sie schreibt Erinnerungen an Wolfgang Koeppen. Was für ein Elternhaus:

Koeppen kannte ich von Kindesbeinen, im Elternhaus wurde er vorgelesen, und für die Prosaverse gab’s dort ein Flügelwort: „Koeppen“. Koeppen wie Jazzen wie Rocken.

Berkéwicz schreibt wider den öffentlichen Unsinn über Koeppen. Wunderbar diese Szene:

Einmal stellte er sich: „Meine Herren, Ihre Fragen machen mich verlegen, meine Antworten werden mir schaden“, sprach er freundlich lächelnd und fuhr fort: „Ich durfte jung die Carceri von Piranesi betrachten und bin in diesem bewundernswerten grausamen Labyrinth verirrt geblieben, gefesselt, geängstigt und unbegreiflich entzückt. Es war die Gewalt des Ästhetischen, des Möglichen, des Spiels. Vielleicht aber war mir aufgegeben, nach einem Ausweg zu suchen, den ich nicht finden werde. – Vergessen Sie also alle Deutungen und das Mißgefasel. Es ist komplizierter, meine Herren. Die Idee ist zu erschreckend für die Schreibmaschine.“

Und auf die Frage: „Wie lenken Sie sich von der Verzweiflung ab?“ antwortete er: „Ich lenke mich überhaupt nicht ab, ich riskiere den Wahnsinn.“

Sinn und Form 1/ 2017. 69. Jahr. 144 Seiten, 11 Euro

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aka|de|misch <Adj.>:

1. an einer UniversitäŠt od. Hochschule erworben, erfolgend, Ÿüblich, vorhanden: eine -e Position; a. [vor]gebildet sein.

2. a) (bild. Kunst abwertend) herköšmmlich u. formal musterhaft, aber unlebendig u. ohne Verve: eine Kunst von -er BläŠsse; ein a. gemaltes PorträŠt;

b) (abwertend) lebensfern, trocken, theoretisch, voller Abstraktionen: ein in -em Stil verfasster Aufsatz;

c) mŸüßig, üŸberflŸüssig: wenn es bei diesem Preis bleibt, wird die Frage sowieso a.

© Duden – Deutsches Universalwöšrterbuch, 6. Aufl. Mannheim 2006 [CD-ROM].

Haftstrafe wegen Kritik an Erdoğan

Der türkische Dichter Yılmaz Odabaşı wurde am Mittwoch zu 20 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt, weil er in einer Kolumne im Jahr 2015 den Präsidenten beleidigt haben soll.

Das Innenministerium hatte im vergangenen Monat mitgeteilt, daß gegen 10.000 Menschen Untersuchungen wegen Verdachts auf „terroristische Propaganda“ oder Beleidigung hoher Beamter in sozialen Medien laufen. In den letzten 6 Monaten seien 1656 Benutzer sozialer Medien verhaftet worden. 1203 davon seinen „zur Bewährung“ entlassen worden. Die Zusammenarbeit mit Twitter, Facebook, Youtube und nationalen und internationalen Providern sei auf eine neue Stufe geführt worden.

Die neuen Verordnungen zum Ausnahmezustand vom 6. Januar erlauben es der Polizei, Informationen über die Identität von Internetnutzern einzuholen. / turkeypurge.com

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Namaste*

Willkommen bei Lyrikzeitung & Poetry News!. Sie finden hier 1. Tageszeitung: Jeden Tag um sechs ein Gedicht 2. Journal #04 – 2025 | #03 – 2023 | #02 – 2022) | #01 (Morgensternfest, 2021), 3. Archiv: viele tausend Nachrichten seit dem 1. Januar 2001.
– 15.000 Artikel, 2500 Abonnenten, 3 Millionen Klicks für Poesie –

*) Der Begriff setzt sich zusammen aus den Silben nama (verbeugen), as (ich) und té (du). Übersetzen lässt sich Namasté also mit „Verbeugung zu dir“ oder „Ich verbeuge mich vor dir“. Damit drückt man Ehrerbietung aus und erkennt die Anwesenheit des Gegenübers dankbar an. (Google)

Sie können uns bei WordPress abonnieren (siehe rechts).

L&Poe ’17-03

Liebe L&Poe-Leserinnen und -Leser,

img_4431seit Ende 2000 gibt es die Lyrikzeitung, 15 Jahre als Tages-, jetzt als Wochenzeitung. Jeden Freitag neu mit Nachrichten aus der Welt der Poesie. Poetry is news that stays news, sagt Pound. Heute mit: Hefter, Jeschke, Trump, Khider, Draesner, Orwell in Moskau und mehr. Weiter mit Shakespeare: Sonett 21 im Original und deutsch von Max Josef Wolf mit Anmerkungen. Viel Afrika! Im übrigen: 20. Jänner ist Lenztag und alle vier Jahre Inauguration day. Spruch der Woche: Hör auf zu leben, lies! Lesen!

Als Ganzes lesen    

Die Themen in dieser Ausgabe

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Das neue Gedicht

Martina Hefter

Auszug aus Die Halbtoten. Dramatische Dichtung

Der Igel da.

Was?

Er schaut so treuherzig.

Ich finde ja, er schaut kritisch.

Ich dachte erst, der Umriss des größten Igels wäre ein Feuer.

Doofe Avatare.

Ich hätt lieber was anderes gebastelt. Was Abstrakteres. Einen viereckigen belanglosen Raum.

Na da sitzt du doch tagaus tagein drin.

Gerade deswegen. Ich hätt gern ein Modell davon.

O Hybris.

Den belanglosen Raum kannst du herstellen, indem du ein kleines Fliegenpilzhäuschen auf das große klebst, und auf das kleinere noch kleineres.

Und dann noch ein kleineres.

Genau. Und noch eins. So lang, bis der kleinste Fetzen Buntpapier nicht mehr faktisch ist.

Bis ich da fertig bin, bin ich ja faktisch tot.

Tot bis du, wenn du belanglosen Raum gar nicht mehr definier kanns.

Schaut mal, ich hab mal schnell einen kleinen belanglosen Raum gebastelt. Einfach die vier Ecken eines Quadrats umgeschlagen, dann die Querseiten umgeklappt, einmal auf die andere Seite gedreht, die entstandenen Falzen an den eingeklappten Ecken rausgezogen, und dann in die Mitte ein Loch.

Wozu denn das Loch?

Damit Licht reinfällt.

Sehr schön. In der Zeit, die du da rumgebastelt hast, hast du trotzdem keinen Besuch bekommen. Da hättest du auch einen Igel basteln können.

Er hat ja eh kein Freund, die ihn besuch könnten. Alle längs tot.

Bei wem ist der belanglose Raum gerade?

Ich hab ihn! Hier, fang!

Hepp!

Gib!

Los, zu mir!

Da! Stülp ihn dir drüber!

Kuckuck!

Jetzt hört doch auf mit den Faxen. Ich will meinen Kako- Kaba- Kato-

Kakao.

Mit freundlicher Genehmigung der Verfasserin. Aus einem 2018 bei Kookbooks erscheinenden Buch.
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America I (Writers resist)

On Martin Luther King Jr. Day, some of America’s most celebrated authors gathered on the steps of the New York Public Library to protest Donald Trump’s attacks on freedom of speech.

Poet Laureate Robert Pinsky wrote a poem for the occasion, inspired by the battles against oppression of Gwendolyn Brooks and Polish poet Czesław Miłosz. “Now my fellow dissidents, we endure a moment of charismatic indecency. Charismatic indecency and sanctimonious falsehood beyond shame. Our polish grandfather Milosz and our African American grandmother Brooks endured worse than this. First fight then fiddle, she wrote,” read Pinsky from the poem.
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Donald The Scot

Als ich es las, hielt ich es für Parodie und mußte lange nach Anzeichen dafür suchen. Aber es gab keine, alles war blutiger Ernst. „Ein von Schottland inspiriertes Gedicht für Trumps Inauguration“ hieß die Überschrift. Das Gedicht nennt Obama einen Tyrannen, dessen usurpierte Macht ihm von Held Domhnall (schottisch für Donald) aus den Klauen gerissen wird. Held Domhnall rettet auch die Frauen, die Schwarzen und die Einwanderer (natürlich die Richtigen, z.B. Schotten, nicht die mörderischen Horden aus der Hölle Mexiko. Leider keine Parodie! Mehr hier
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Amerika III

Mathias Jeschke

Inauguration

Mann TRUMP, geh mir FORD! Ich KENNEDY,
ich weiß, was für ein LINCOLN Typ du bist!
Was WILSON POLK wie du schon bewirken,
wer kauft denn schon den CARTER im BUSH!
FILMORE müsste ein ganz, ganz andrer her,
NIXON fetter GARFIELD im REAGAN wie du,
Ein Typ, sehr COOLIDGE und TAFT, ja, Mann,
das wäre HAYES, das ist TRUMAN! Nun aber:
Möge bloß der Höchste sich unsrer OBAMA!

mathiasjeschke.de
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Chamissopreis für Abbas Khider

Der Schriftsteller Abbas Khider erhält den mit 15.000 Euro dotierten Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung (der 2017 zum letzten Mal vergeben wird). Mit diesem Preis wird sein bisheriges Gesamtwerk geehrt. Darin erweise sich Abbas Khider „als sprachsensibler Beobachter der Verzweiflung, Verstörtheit, Wut und Hoffnung junger Männer, die ihre Heimat verlassen müssen und Zuflucht in Europa suchen“, so die Begründung der Jury.

(…) Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad/Irak geboren. Aus politischen Gründen verfolgt, floh er 1996 aus dem Land. Vier Jahre lang zog er als illegaler Flüchtling durch Jordanien, Libyen und die Türkei. 2000 beantragte er in Deutschland Asyl, studierte in München und Potsdam Philosophie und Literaturwissenschaft. Heute lebt Abbas Khider in Berlin. Er veröffentlichte Gedichte in arabischer und in deutscher Sprache. Für seinen ersten Roman „Der falsche Inder“ (2008) erhielt er 2010 den Chamisso-Förderpreis. Mehr
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What is poetry?

Die Frankfurter Neue Presse berichtet über die erste Poetikvorlesung von Ulrike Draesner:

Und dann erging es ihr wohl ähnlich wie in dem Lyrikband „Subsong“ von 2014, einer sehr experimentellen Sprach- und Klang-erforschungsreise in Buchform. „What is poetry?“ heißt eine Gedichtüberschrift, ziemlich zum Schluss. Doch ausgerechnet unter diesem sehr theoretischen Titel wird Draesner so handlungsprall wie kaum je zuvor. Auf einmal nämlich, wenn alle Möglichkeiten ausgelotet und Grenzen immer wieder überschritten wurden, schießen Sprache, Laut, Satz und Handlung zusammen zur Geschichte. Dem Geheimnis auf die Spur zu kommen heißt immer auch: es als solches zu akzeptieren.

(…) In den nächsten Vorlesungen wird es weitergehen mit dem Roman, der Lyrik, der Übersetzung und dem Schreiben nach der Natur.

Campus Westend, Hörsaal 1, Frankfurt, bis 7. Februar, immer dienstags, 18.15 Uhr. Am 23. Januar liest Draesner um 19.30 Uhr im Literaturhaus Frankfurt

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Animal Farm I

Russischer Dichter Alexander Byvshev wird erneut wegen eines Gedichts zur Unterstützung der Ukraine angeklagt – unter sehr Orwellschen Umständen. (Sein russischer Wikieintrag ist mal vorsorglich verschwunden) Hier
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Animal Farm II: Welche Mitgliederliste?

L&Poe berichtete vergangene Woche, daß die weißrussische Autorin Swetlana Alexijewitsch, Literaturnobelpreisträgerin, das russische PEN-Zentrum verlassen hat. Jetzt erklärt das PEN-Zentrum, Alexijewitsch sei nie Mitglied  gewesen. Außerdem hätten nur 10% der Mitglieder protestiert, 90% unterstützten die Politik des Zentrums. Lesen Sie hier
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Die Shakespeare-Leseecke

geht weiter mit Sonett #21: SO is it not with me as with that Muse, deutsch von Max Josef Wolff: Nicht jener Muse gleichet mein Gedicht. 

 

 Hier die aktuelle und alle bisherigen Folgen

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Gestorben
  • Am 14. Januar starb der portugiesische Architekt, Historiker, Essayist und Dichter Carlos Antero Ferreira (84)
  • Am 14. Nicolás del Hierro (82), spanischer Dichter (geb. 1934)
  • Am 15. der pakistanische Dichter Nasir al-Din Nasir Hunzai (100)
  • Am 16. der dominikanische Dichter und Schriftsteller Federico Jóvine Bermúdez (72)
  • Am 17. der polnische Dichter und Denker Marian Janusz Kawałko
  • Am. 18. der südafrikanisch-jamaikanische Schriftsteller Peter Abrahams (97). Abrahams wurde 1919 als Sohn eines Äthiopiers und einer Südafrikanerin mit afrikanischen und französischen Wurzeln geboren. Erste Texte und Gedichte erschienen in der Zeitung Bantu World. Er wurde wegen Landesverrats angeklagt und emigrierte nach England. Seit 1956 lebte er in Jamaika.
  • Am 18. der brasilianische Dichter und Herausgeber Toninho Mendes (geb. 1954)

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Neue Zeitschriften
  • Sinn und Form 1/2017. Wir aber haben viel nachzuholen. (Während populistische Politiker und Richter von aufgezwungener Völkermischung faseln.) Schwarze Literatur in Afrika und Amerika. Yves Bonnefoy. Elisabeth Borchers. Giorgos Seferis. Mopsa Sternheim. Alain Mabanckou. Hier
  • Ygdrasil. Journal of the Poetic Arts. January 2017. VOL XXV, Issue 1, Number 285 Editor: Klaus J. Gerken European Editor: Mois Benarroch. Contributing Editor: Jack R. Wesdorp. ISSN 1480-6401
    Gedichte von Holly Day, Shawn Chang, SIMON PERCHIK, Mark Young, Patricia Walsh, Changming Yuan, R. N. Taber, RD Larson
    Download

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Kurz gesagt
  • Das gegenwärtige Deutschland hat die Fremden akzeptiert; es war eine exemplarische Aktion, auch wenn sie riskant war, oder gerade weil sie in einer Zeit des religiösen und sonstigen Terrorismus so riskant war und ist. Eine große Rehabilitierung Deutschlands, eine große Frage für das Volk dieses Landes, das sich zurecht um die Zukunft sorgt. / Norman Manea: Exil und Kreativität. In: Sinn und Form 1/2017, S. 138
  • „Der Tod ist so alltäglich wie das Glas,/aus dem man, seinen Durst zu löschen, trinkt“ Hans Keilson, hier zu einer deutsch-niederländischen Ausgabe
  • Hör auf zu leben, lies! Mit dieser Maxime des portugiesischen Dichters Fernando Pessoa war eine Besprechung in der Los Angeles Times überschrieben. / LAT 30.9.01
  • «Wie der große Schweizer Dichter Carl Spitteler, Literatur-Nobelpreisträger, sagte: das größte Glück ist es, Freunde zu finden, mit denen wir die Atemluft und das Schicksal teilen» – Sagte der chinesische Präsident Xi Jinping beim Staatsbesuch in der Schweiz. Spitteler ist der einzige Schweizer, der den Literaturnobelpreis erhalten hat (1919). Das Zitat von mir aus der französischen Quelle rückübersetzt, die Quelle konnte ich nicht auffinden. Im Internet kursiert ein Spruch, der dem nah kommt: «Menschen zu finden, die mit uns fühlen und empfinden, ist wohl das schönste Glück auf Erden.» (mglw. aus: „Prometheus und Epimetheus“, 1881) – Vielleicht aus dem Chinesischen rückübersetzt? Eine schöne Übersetzungs-Irrfahrt: Deutsch – Chinesisch – Französisch – Deutsch.

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Kurz berichtet
  • Jacob Polley bekommt den TS Eliot-Preis 2016 für „Jackself“, laut Jury “ein Feuerwerk von einem Buch” / Guardian
  • In Vietnam wurden sieben Literaturpreise für 2016 vergeben, darunter zwei für Lyriker. Nguyen Viet Chien: To Quoc Nhin Tu Bien (Homeland From the Sea); Y Phuong: Vu Khuc Tay (Tay Dances), Vietnamesisch und in der Sprache der ethnischen Minderheit der Tay / Mehr
  • Ganz im Zeichen der Lyrik steht das Wochenende von Freitag bis Sonntag, 27. bis 29. Januar in Basel. Mit einem abwechslungsreichen Programm, für das die Basler Lyrikgruppe (Rudolf Bussmann, Wolfram Malte Fues, Claudia Gabler, Rolf Herrmann, Simone Lappert und Kathy Zarnegin) verantwortlich zeichnet, soll den Besuchern Einblick in die aktuelle Vielfalt des Genres gegeben werden: Neben einem Abend mit der Nobelpreisträgerin Herta Müller erwarten die Besucher ein Rundgang zum 100. Geburtstag des Basler Dichters Rainer Brambach und ein Workshop, in dem diese selbst dichterisch tätig werden können. / Mehr

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Meine Tweets der Woche

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Kalendarium 21.-27.1.

Kommenden Donnerstag ist Australia Day. Wieso werden so viele Fußballer am 26.1. geboren? Diese Woche Gedenktage für einen König, der im 18. Jahrhundert Homosexuelle vorm Tode rettete, sowie für Matthias Claudius, Joseph Scaliger,  John Donne, Rainer Brambach (100. Geburtstag), Jakob Michael Reinhold Lenz, Jesse Thoor, Derek Walcott, Ernst Blass, Wilhelm Klemm, Kaiser Hadrian, Peter Paul Zahl, Robert Burns, Dorothy Wordsworth, Eva Zeller, Wladimir Wyssozki, Gérard de Nerval und viele andere. Lesen Sie hier

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Rückblende L&Poe Oktober 2001

Thomas Kling und die Poeterey der Adenauer-Generation. Fundamentalisten schaffen es nicht und sind stolz darauf. Dank des Zaubers der Poesie darf das Wort auch in Volkes Munde immer wieder werden, was es bei Hafis von Haus aus war: fromm, frech und frei. Abu Nuwas (763 ca. 813) besang in höchst provokanter und heftiger Weise den Wein, der im Islam verboten ist, und die homosexuelle Liebe. Dafür wurde er ausgelöscht. Dies und viel mehr hier. Alle bisherigen Rückblenden hier.
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Zuguterletzt die wöchentliche Poetopie

des Berliner Schriftstellers Hansjürgen Bulkowski.

nach den schweren Stürmen ruht auf dem Boden ein leichter Schnee

Seit 2013 versendet Hansjürgen Bulkowski wöchentlich einen Aphorismus als Poetopie per eMail, 2013-16 sonntags in der Lyrikzeitung und von nun an jeden Freitag im L&Poe-Digest.

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Animula, vagula, blandula

Ein großartiges Gedicht des römischen Kaisers Hadrian (76-138), das mich immer fasziniert hat, besonders weil die ohnehin schwierige und rätselvolle lateinische Grammatik von einer Art Wortmetrik (nicht unähnlich den Klopstockschen Wortfüßen) beherrscht wird: 3 der 5 Verse bestehen aus 3 Wörtern. Ich wünschte, man könnte das auch so übersetzen.

Animula, vagula, blandula
Hospes comesque corporis
Quae nunc abibis in loca
Pallidula, rigida, nudula,
Nec, ut soles, dabis iocos.

Meine Rohübersetzung begänne mit

Seelchen, huschendes, holdes

Hier eine gelehrte, „zwar nicht wörtliche, aber dem Sinne nach richtige und gefällige Übersetzung“ (Quelle):

Mein Seelchen, freundliches Seelchen du,
so wanderlustig immerzu,
dein Leib war nur dein Gasthaus und nun
sollst du die letzte Reise tun
in jenes Reich,
wo alles so öd‘ und kahl und bleich,
in jene Nacht,
wo keiner mehr deine Spässchen belacht.

Hier eine von vielen englischen Übersetzungen (mehr hier)

Spirit fleeting, fluttering, seeing,
Friend and partner of my being,
Tarrying yet on earth and living;
Pallid, rigid, shalt thou roam
Sad, in shades and cheerless gloom,
Then no longer pleasure giving.
—REV. H. M. SCARTH

Hier noch eine automatische Googleübersetzung, nicht sehr sinntreu, aber poetisch dem Original nicht ganz unnah:

Kleine Seele, huschen, blandida
Die Gäste body count
Und abfahren jetzt an Orten
Pallidula, starr, blank,
Ebenso wenig, wie Sie es gewohnt sind, werden Sie Witze geben

 

Leseecke 21

FullSizeRenderLeseecke ist eine Rubrik, die sich langsam, Stück für Stück der digitalen Veröffentlichung aller 154 Sonette Shakespeares in Günter Plessows Übersetzung und dem Originaltext (im Jubiläumsjahr 2016 bei Signaturen) anschließt und hier Leseecke und Forum zur Diskussion über die Sonette und / oder Übersetzungen sein kann. Jedenfalls ich werde an 154 Tagen (mit Zwischenraum, um durchzuschaun) mir jeweils eins der Sonette vornehmen und hier den Originaltext und zusätzliches Material anbieten. Einladung zum Pendeln von Shakespeare zu Plessow und zurück (wenns sein muß auf Umwegen über Schlegel/Tieck, Bodenstedt, George, Kraus & Co). (Die Zahl neben dem Wort Leseecke ist die Nummer des Shakespearesonetts). Zur Originalschreibweise: u / v und i / j sind fast regellos austauschbar, liue lies live, ioy lies joy.
Sonette 15-21 bei Signaturen hier
Bisherige Folgen der Leseecke hier.

21

SO is it not with me as with that Muse, 
Stird by a painted beauty to his verse,
Who heauen it selfe for ornament doth vse,
And euery faire with his faire doth reherse,
Making a coopelment of proud compare
With Sunne and Moone, with earth and seas rich gems:
With Aprills first borne flowers and all things rare,
That heauens ayre in this huge rondure hems,
O let me true in loue but truly write,
And then beleeue me, my loue is as faire,
As any mothers childe, though not so bright
As those gould candells fixt in heauens ayer:
   Let them say more that like of heare-say well,
   I will not prayse that purpose not to sell.

Einige Anmerkungen zum Text:

1 that Muse jener Dichter (mit mir verhält es sich anders als mit jenem Dichter)

Stird stirred, inspiriert, stimuliert painted beauty a) übermäßig geschminkte Schönheit b) zweitrangige Darstellung

reherse rehearse, aufsagen, wiederholen, vielleicht: vergleichen

coopelment couplement, „Verkupplung“. Kann sich auch auf den Akt des Vergleichens (mit Sonne, Mond etc.) beziehen. Gildon 1710 schlägt vor: Complement Ergänzung, Vervollständigung

rondure Rund, hier: Erdenrund hems säumt, umrandet

10 ayer air

14 „ich will (dich) nicht anpreisen, weil ich dich nicht verkaufen will“

 

Deutsche Fassung von Max Josef  Wolff:

Nicht jener Muse gleichet mein Gedicht, 
Die aufgeschminkte Reize nur entflammen, 
Die, sich zu putzen, von dem Himmel spricht 
Und alle Erdenschönheit trägt zusammen, 
Um sich in prunkendem Vergleich zu paaren 
Mit Sonne, Mond, dem Schatz der See, der Welt, 
Dem jungen Lenz und allem Wunderbaren, 
Das sich gestaltet unterm Himmelszelt. 
Nein, wahr, wie ich empfinde, will ich singen, 
Und schöner, glaubt mir, ist kein Erdenkind 
Als meine Liebe, wenn auf Ätherschwingen 
Die goldnen Leuchten auch noch schöner sind! 
Laß andre schwatzen, mehr will ich nicht sagen, 
Ich will die Liebe nicht zu Markte tragen.

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Quellen

  • Q = Shake-speares Sonnets. Never before imprinted (1609) (Quelle der Originaltexte)
  • B = Benson, Poems: Written by Wil. Sh. (1640)
  • Burrow = W. Shakespeare: The Complete Sonnets and Poems. Ed. Colin Burrow (Oxford World’s Classics), Oxford University Press, 2002
  • B/H = Shakespeare, The Sonnets. Hrsg. Raimund Borgmeier, Michael Hanke. Stuttgart: Reclam, 2006
  • Borgmeier = Shakespeare: The Sonnets. Die Sonette. Engl. u. in ausgewählten deutschen Versübersetzungen. Hrsg. Raimund Borgmeier. Stuttgart: Reclam, 1974

Writers resist

On Martin Luther King Jr. Day, some of America’s most celebrated authors gathered on the steps of the New York Public Library to protest Donald Trump’s attacks on freedom of speech. In a protest called „Writers resist,“ Michael Cunningham, Laurie Anderson, Moustafa Bayoumi, Rick Moody, Art Spiegelman, Jacqueline Woodson, Eve Ensler, and dozens of others read poems and texts to guide contemporary Americans as they embark on the path of resistance to Trump’s administration. George Orwell, Allen Ginsberg and even Frank Zappa (offered by Art Spiegelman) were popular choices – as was, understandably, Martin Luther King.

„Our focuses used to be violation of freedom of the speech that happen abroad. We never dreamed that we would be turning our attentions at home, at the level we now need to,“ said Andrew Solomon, president of PEN America, a literary association that works to protect open expression. “As Chairman Mao and Joseph Stalin have started by going after the intellectuals whose words might form an opposition, so Trump started by going after us. We are the ground zero for his fight for total power,” he said, addressing New Yorkers holding protest banners and portraits of James Baldwin, Junot Diaz and Gwendolyn Brooks.

(…)

Poet Laureate Robert Pinsky wrote a poem for the occasion, inspired by the battles against oppression of Gwendolyn Brooks and Polish poet Czesław Miłosz. “Now my fellow dissidents, we endure a moment of charismatic indecency. Charismatic indecency and sanctimonious falsehood beyond shame. Our polish grandfather Milosz and our African American grandmother Brooks endured worse than this. First fight then fiddle, she wrote,” read Pinsky from the poem.
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“Language is the tool we use to build our political and democratic structures.” How writers are resisting Trump (and suggestions on how to give back). | Boston.com, GOOD Magazine

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