Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Der Dichter Charles Simic kam als 16-Jähriger mit seiner Familie aus Jugoslawien in die Vereinigten Staaten. Bereits ein Jahr später begann er, Gedichte auf Englisch zu schreiben. Vor allem um Mädchen zu beeindrucken, wie er sagt. Mit diesem Argument begegnet er auch denen, die ihm vorwerfen, er habe als Dichter seine serbische Muttersprache… Continue Reading „Warum er Englisch dichtet“
Lyrikhass ist indes ein westliches Problem. Der Hyperkapitalismus in der arabischen und asiatischen Welt mag die Wirkmacht der Poesie bedrohen. Als Kunst, die dem Volk gehört, genießt sie einen unangefochtenen Rang. Ein Beispiel ist die Casting-Show „Million’s Poet“ aus Abu Dhabi, die nach dem… Continue Reading „Liebe zur Poesie“
Es muss nicht immer Hass sein. Mit Gleichgültigkeit und Verachtung ist die abendländische Dichtkunst schon genug gestraft. Wenn aber von Hass die Rede ist, wie es der New Yorker Lyriker und Erzähler Ben Lerner in seinem Essay „Warum hassen wir die Lyrik?“ tut (in… Continue Reading „Haß auf Poesie“
Was ist ein gutes Gedicht? In den 50er Jahren schrieb Brecht: „Weder politische noch geschmackliche Urteile können gebildet werden nur an Gutem. (…) Wo bleibt der ‚Trompeter an der Katzbach‘ als Beispiel von Chauvinismus?“ Julius Mosen Der Trompeter an der Katzbach Von Wunden ganz… Continue Reading „Kempner in die Lesebücher (Aber es gibt die Tscherkessen)“
The Festival of Pacific Arts Publications Committee has been opening daily activities with Chamorro chants. The chants I am familiar with are about our ancestors or legends. This morning’s chant was about latte stones. I smiled, thinking how latte stones represent our independence as… Continue Reading „Chamorro chants“
Der amerikanische Liedermacher oder singer/songwriter Guy Clark starb im Alter von 74 Jahren. Auch wenn der Name des amerikanischen Liedermachers Guy Clark in Europa nie besonders bekannt wurde, die Liste der Kollegen, die Clarks Lieder sangen, lässt bei jedem ein paar Glocken läuten: Emmylou… Continue Reading „Gestorben“
A few months ago, I began making my way through the complete set of Emily Dickinson’s 1,789 poems. Right from the start, I was struck by how often commonplace plants and animals—robins, bumblebees, dandelions—featured in her poetry. She devoted entire poems to such ubiquitous backyard… Continue Reading „Not „nature“ but her backyard“
While Julia Ward Howe was writing her saber-rattling “Battle Hymn of the Republic,” and Whitman his “Drum-Taps,” [Emily] Dickinson was quietly demolishing myths of heroic pomposity: Finding is the first Act The second, loss, Third, Expedition for the “Golden Fleece” Fourth, no Discovery— Fifth,… Continue Reading „Never try to lift the words which you cannot hold“
inter_poems ist eine Berliner Veranstaltungsreihe zu internationaler Lyrik und zur Kunst des Übersetzens. Zwischen Mai und Oktober 2016 wird an 6 Abenden im Kreuzberger Literaturhaus Lettrétage je eine in Deutschland bislang kaum bekannte Stimme der internationalen Lyrik im Original sowie in deutscher Übersetzung zu… Continue Reading „inter_poems“
Michael S. Harper, dessen vom Jazz beeinflußte Gedichte mit seinen persönlichen Erfahrungen als Schwarzer mit Einblick in die von schwarzen und weißen Amerikanern geteilte Geschichte durchwirkt sind, starb am Sonnabend im Alter von 78 Jahren. 1978 war er für den National Book Award für… Continue Reading „Gestorben“
The 100th anniversary of Ishi’s death brings to mind the publication several years ago of a small book, Songs from a Yahi Bow – really a mini-anthology of writings on Ishi – assembled by Scott Ezell & including poems by Ezell, Yusef Komunyakaa, &… Continue Reading „Songs from a Yahi Bow“
Zachary Turpin aus Houston (…) hat (…) längst vergessene Zeitungen nach Whitman-Pseudonymen durchsucht und ist in einem Blatt namens „New York Atlas“, das sich in nur wenigen Exemplaren erhalten hat, auf die dreizehnteilige Fitnessserie eines gewissen Mose Velsor gestoßen, hinter dem sich nachweislich Whitman verbirgt. Das 1858… Continue Reading „Whitmans Ratgeberprosa“
Mit der unterkomplexen Rezeption der Thesen zum langen Gedicht wurde leider eine der letzten Ausfahrten verpasst, Lyriktheorie ausgehend von einer ästhetischen Theorie der Literatur zu denken. Es wurde zu wenig über das poetologische Potential der Thesen gestritten, stattdessen zankten sich die Beteiligten um Bagatellen wie… Continue Reading „Das lange Gedicht“
Juan Felipe Herrera, der erste Latino-Poet laureate der Vereinigten Staaten, wurde gerade für eine zweite Amtszeit eines der prominentesten Posten innerhalb der amerikanischen Lyrik nominiert. Trotzdem werden die Latino-Dichter weiterhin marginalisiert, wenn nicht völlig ausgeschlossen. Jedes Jahr im Nationalen Lyrikmonat April sehe ich die zahllosen Artikel und… Continue Reading „Unsichtbare Szene“
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