Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Chlebnikow aus dem Französischen ins Google übersetzt: „Et je compris épouvanté / que nul ne me voyait / qu’il fallait semer des yeux / qu’il fallait que vienne le semeur d’yeux“ „Und ich verstand, Angst / dass keine ich sah / Sau braucht eye… Continue Reading „28. Sau braucht eye“
Vergessen Sie alles, was Sie über russische Lyrik zu wissen meinten. Hier werden Sie auf eine Überraschungstour geschickt, denn Felix Philipp Ingold verweigert – wie er im Vorwort betont – das übliche „Rating“, in dem Großmeister wie Majakowski, Blok und Achmatowa ganz oben stehen.… Continue Reading „11. Überraschungstour“
Die sowjetrussische Version des Problems. Die tonangebenden Kritiker warfen Majakowski vor, seine Verse seien nicht „volkstümlich“ und den Massen unverständlich. 1927 veröffentlichte er dieses Gedicht. In der fünfbändigen Werkausgabe im DDR-Verlag Volk und Welt, Band 1: Gedichte (1966) fehlt es. Auch da gabs zu… Continue Reading „119. „Den Massen unverständlich““
Der Tag des Präsidenten beginnt mit Arbeit, Sport und Dusche. Erst sieht er wichtige Papiere durch, dann geht er in den Kraftraum, schwimmt einen Kilometer und nimmt eine Wechseldusche. Erst danach gibt es Frühstück. Das besteht aus Brei, einem Glas Wachteleier und Quark mit… Continue Reading „42. Quark vom Patriarchen“
Ein Moskauer Berufungsgericht hat am Mittwoch das Hafturteil gegen eine Sängerin der russischen Punkband Pussy Riot aufgehoben, die Gefängnisstrafe für die beiden anderen jedoch bestätigt, melden Agenturen.
Marina Zwetajewa, die große Moskauer Dichterin des „silbernen Zeitalters der russischen Literatur“, hat immer aus dem Vollen gelebt und geliebt. Heute wäre sie 120 Jahre alt geworden. Hier ein Porträt.
Mir hat es die letzte Strophe angetan. Sie spielt mit Positionen und Bezügen und dem, was man landläufig von Poesie immer erwartet: mit der veränderten Sicht auf Dinge. Dass der Herbst ein Küsser ist, der selbst vor dem Bewirker der Welt nicht Halt macht… Continue Reading „20. Jessenin-Herbst“
Mut ist ein Lustorgan, es zeugt Mut: Das russische Magazin »Snob« hat das Punkgebet der vom Putin-Regime verurteilten Band »Pussy Riot« mit dem Preis als »Bestes Kunstprojekt des Jahres« ausgezeichnet. Russische und ausländische Kommentatoren bezeichnen dies als eine höchst ehrenwert provokante Form der Solidarität.… Continue Reading „73. Auszeichnung für Pussy Riot“
Morgen Eine Rosenknospe war erblüht Und reckte sich, das Veilchen zu berühren. Die Lilie erwachte Und neigte den Kopf in der Brise. Hoch in den Wolken die Lerche sang Ein zwitschernd Loblied, Während die frohe Nachtigall Mit sanfter Stimme sagte: Sei voll von Blüten,… Continue Reading „57. Spätromantisch“
Lektüre Dantes (Mandelstam) Die Lektüre Dantes ist vor allem eine uns nach Maßgabe unserer Erfolge vom Ziel entfernende Arbeit ohne Ende. Wenn die erste Lektüre nur ein Jappen und eine gesunde Müdigkeit hervorruft, so versehe man sich für die folgenden mit einem Paar haltbarer… Continue Reading „50. Lektüre Dantes“
und fast versteht man warum, wenn man weiterliest: … sich Gehör zu verschaffen auf dem belebten Platz zwischen Theater und Tinguely-Brunnen. Das Plätschern des Wassers, die Tram, die in kurzen Abständen vorbeifährt, das Klingeln eines Handys, das Stimmengewirr der Leute. Immer wieder dringen Alltagsgeräusche… Continue Reading „49. „Leicht hat es die Lyrik nicht,““
Die „Punkband“ Pussy Riot wurde allerorts als neue Sensation des musikalischen Undergrounds Russlands gefeiert wird. Aber was hat sie eigentlich mit Musik, mit Punk im Besonderen, zu tun? Erst einmal sehr wenig. Denn die Auftritte von Pussy Riot fanden nie in Clubs oder Konzerthallen… Continue Reading „8. Pussy, Punk und Volksmund“
[Nadeschda] Mandelstams ungeschönte Darstellung lässt auch die weniger schmeichelhaften Züge der Dichterin – Jähzorn, Eifersucht, Rechthaberei und Unbarmherzigkeit im Urteil – nicht aus. Ebenso wenig wie die offensichtliche Eifersucht der Achmatowa-Ehemänner auf ihr Talent. Weitere Gedanken zielen ab auf die „Schicksalsgemeinschaft“ der Akmeisten-Dichter, zu… Continue Reading „1. Schicksalsgemeinschaft“
Über den russischen Dichter Arseni Tarkowski gibt es Wikipediaartikel in 14 Sprachen. Deutsch ist leider nicht dabei. Wenn man den Namen beim Artikel über seinen Sohn, den Filmregisseur Andrej Tarkowski, anklickt, landet man auf einer Seite, die über die Löschung des Artikels informiert und… Continue Reading „122. Relevanz“
Im Jahr 1962, in welchem der erste Film des 1932 geborenen Andrei Tarkowski („Iwans Kindheit“) auf die Leinwand kam, erschien auch der erste Lyrikband seines 55-jährigen Vaters. Bald darauf wurde er zum „alten Tarkowski“, einem Splitter der russischen Moderne, des „silbernen Zeitalters“. Er sagte… Continue Reading „121. Arseni Tarkowski“
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