Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Die Landschaftsgedichte Altmanns sind zwar verortet, aber genaue topografische Angaben finden sich selten. Das ist ein an Joseph von Eichendorff erinnerndes poetisches Verfahren. Auch der Spätromantiker hat seine Gedichte gern im Ungefähren schweben lassen, um so mehr Deutungsspielraum zu bieten. Andererseits finden wir im Abschnitt „das jahr an… Continue Reading „67. „drahnsdorf, uckro, waldrehna und prösen““
Gerade reingekommen – ganz frisch, brandheiß und natürlich von roughbooks: 010 Ulf Stolterfoht: Ammengespräche 011 Konstantin Ames: Alsohäute (jeweils € 7,50) – am besten online bestellen unter: www. roughbooks.ch! Urs Engeler schreibt: Genau ein Jahr nach dem Ende von Urs Engeler Editor ist das… Continue Reading „66. Rougher“
Wer sich für Gegenwartsliteratur interessiert und zugleich in der Not ist, noch schnell was Passendes zu Weihnachten zu finden, sei es ein Geschenk, ein Gedicht für Weihnachtsfeier oder Knecht Ruprecht, der bekommt die Chance, beides zu verbinden. Lettrétage heißt ein rühriger Berliner Veranstaltungsort und… Continue Reading „65. Heiligkeitsgedränge“
Zu diesem Thema ein Gedicht und eine Erinnerung von Wolf Wondratschek, Die Presse 17.12. Auszug aus dem Gedicht: Von einer Dichterlesung konnte, gottseidank, bald keine Rede mehr sein. Er schrie, er flüsterte, biss in die Sätze hinein, riss sie, unendlich schweigsam, in Stücke. (…)… Continue Reading „64. Wie man den Jandl trifft“
„Muss man eine Erfahrung zweimal machen? Ja, bis man es weiß. Bis du weißt, warum du mitmachst. Weil ich muss. Weil ich nicht gegen sie ankomme. Weil ich studieren will. Nochmal von vorn. Bis du begreifst, was sie aus dir machen. Was du aus… Continue Reading „63. Klarnamen“
»Heymweh – eine konzertante Performance« nennt sich die Inszenierung eines internationalen Künstlertrios, das mit einem Mix aus Neuer Musik, Elementen des zeitgenössischen Tanzes, schauspielerischen Episoden und klassischem Vortrag die wortgewaltige Lyrik Heyms zu neuem Leben erwecken möchte. Es ist ein hehrer Anspruch, den der… Continue Reading „61. Heymweh“
Die italienische Poesie des 20. Jahrhundert lässt sich in verschiedene Strömungen einteilen – Hermetismus, Futurismus, Neorealismus, Existenzialismus, Experimentalismus oder Neoavantgarde. Aber zu viele Dichter und ihre Werke passen in keines dieser Schemata, z.B. Sandro Penna, Giorgio Caproni, Elsa Morante, Giovanni Giudici, Andrea Zanzotto, Attilio Bertolucci,… Continue Reading „59. Die Italienische Poesie des 20. Jahrhunderts“
Rolf Spinnler: Die Avantgarde hatte ja durchaus elitäre Züge, wenn man an Lyriker wie Mallarmé, Eliot, Pound oder George denkt. Sie haben sich als Wissenschaftler aber besonders für populäre Kunstformen wie den Abenteuerroman, die Operette eingesetzt. Volker Klotz: Sicher, es gibt in der Moderne eine Tradition… Continue Reading „58. Pfeifen auf Individualität“
Benn habe Brecht überholt, meldete eine durchaus verdienstvolle Lyrikzeitschrift, die es versteht, jedes neue Heft in die Medien zu bringen (jüngst wegen eines bayrischen Kreuzzugs gegen dieselbe). Ich sage garnichts dagegen, das ist auch eine Kunst. Wie jetzt so damals griffen es Spiegel &… Continue Reading „57. Rumänien vorn!“
„Die arabische Lyrik ist viel emotionaler als die deutsche, die doch stark rational, ja, philosophisch geprägt ist“, meinte Omar Abou Hamdan, der junge Schriftsteller aus Souida (Syrien), während er den Tee und die arabischen Süßigkeiten probierte, die das Forum Eine Welt im Evangelischen Gemeindezentrum Daun… Continue Reading „56. „Rrrrrrrrrrazzional“*“
Johanna Schwedes anthropomorphisierende Kunst zeigt die Welt als verwaistes Kinderzimmer, in dem die Märchen und Sagen der Kindheit nichts vom ihnen eigenen Schrecken eingebüßt haben. Darin entfalten sich Seelenzustände zu Interieurs, wo Personen nurmehr in Spuren wiederauffindbar bleiben. Die entstehenden Räume lassen sich bereits durch einen winzigen Einschnitt betreten,… Continue Reading „55. Die Welt als verwaistes Kinderzimmer“
Lange hat Harald Hartung, der profunde Kenner und Kritiker von Lyrik, der zu den Besten seines Faches zählt, auf eine adäquate Anerkennung als Dichter warten müssen. Das mag an dem Vorurteil liegen, dass sich erklärende Texte mit poetischen nicht gut vertragen und vor allem… Continue Reading „54. Wintermalerei“
Der eingangs erwähnte Rezensent der „FAZ“, der Berliner Germanist Ernst Osterkamp, findet vom Titel angefangen ausnahmslos alles an diesem Band – bis auf Juvenals Satire – platt und banal, poetische Konfektionsware eines an sich „guten Lyrikers“. Der Verriss hat Grünbein offenbar so aufgebracht, dass… Continue Reading „53. Kleines Gemetzel auf schmalem Grat“
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