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Aber das zentrale Trauma seiner Familie wurde erst zum Thema seines Werks, als sechs Jahre später der Roman „Der Verlorene“ erschien. Bis dahin galt Treichel als ein sensibel-lakonischer Lyriker, der sich seit dem Ende der siebziger Jahre mit Gedichtbänden wie „Restposten Wunder“, „Liebe Not“… Continue Reading „76. Hans-Ulrich Treichel zum 60.“
In der arabischen Welt hat Lyrik einen anderen Stellenwert als bei uns. Man besitzt, ob Handwerker oder Ärztin, ob Politiker oder Straßenhändler, einen gewissen Fundus an auswendig gelernten Gedichten, die ganz selbstverständlich in Konversationen eingebaut werden. „Mein Baghdad ist ein Lied“ heißt es in… Continue Reading „75. Bildstärke“
Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert den Text des Liedes, das sich besonders gegen Kremlchef Wladimir Putin richtet. «Mutter Gottes, Du Jungfrau, vertreibe Putin! Vertreibe Putin, vertreibe Putin! Schwarzer Priesterrock, goldene Schulterklappen – Alle Pfarrkinder kriechen zur Verbeugung Das Gespenst der Freiheit im Himmel Homosexuelle werden… Continue Reading „74. Punkgebet“
Fritz J. Raddatz in der Welt über Durs Grünbein (und Gernhardt und manche andere): „Meister der Plauderpoeme“ – „Gedichte, begreifbar wie Fernsehnachrichten, aber aufgeputzt wie für den Souvenirladen: Was ist nur bei Durs Grünbein schief gegangen?“ Er wird ausgerufen zu einer „der markantesten Stimmen… Continue Reading „73. Harsch“
Seinen Geburtstag, den 22. Mai 1813, kommentierte Richard Wagner selbst mit Augenzwinkern – und einem Gedicht: „Im wunderschönen Monat Mai / kroch Richard Wagner aus dem Ei; / ihm wünschen alle, die ihn lieben, / er wäre lieber drin geblieben.“ / Donaukurier
Die besondere Schönheit des nächtlichen Lyrik-Lesens besteht wohl in der Entlastung von der Bedeutsamkeit. Der Umgang mit Gedichten ist uns leider von den strengen Literaturlehrern in ganz besonderem Maß erschwert worden. Die „Interpretation“ oder die „Textanalyse“, die uns schon in der Schule als einzig… Continue Reading „70. Schönheit des nächtlichen Lyrik-Lesens“
Die Lyrikerin Lydia Daher aus Augsburg sowie die Romanautoren Elias Wagner aus München und der gebürtige Rosenheimer Christian Lorenz Müller erhalten die diesjährigen Bayerischen Kunstförderpreise in der Sparte Literatur. Die drei Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert, wie das Kunstministerium am Freitag in… Continue Reading „69. Preise“
Die literarische Produktivität des 87-jährigen Hans Bergel ist erstaunlich. Nach den erfolgreichen Bänden mit Erzählungen „Die Wildgans“ und „Am Vorabend des Taifuns“ – beide 2011 – und dem mit höchstem Lob bedachten Winkler/Bergel-Korrespondenzband „Wir setzen das Gespräch fort“ plant Bergels Berliner Verlag noch für… Continue Reading „68. Produktiv“
Der dänische Philosoph Georg Brandes, der 1927 starb, führt Beschwerde darüber, wie schlecht schon zu seiner Zeit gelesen worden sei. Was lesen die Leute? Zeitungen! Und wenn sie doch mal Bücher läsen (als wäre nur Bücherlesen richtiges Lesen), dann versorgten sie sich in Leihbibliotheken,… Continue Reading „67. Geklagt wird immer“
Ein großer Maler wollte Wilhelm Busch (1832 – 1908) werden, doch weltberühmt haben ihn die Bildergeschichten von „Max und Moritz“ oder „Die fromme Helene“ gemacht. Später schrieb er auch Prosa und Gedichte, die ihn als Meister der Sprache ausweisen: Wie viele Künstler schaffen es… Continue Reading „64. Wilhelm Busch“
Über das gleiche Konzert das Hamburger Abendblatt: Und wer vorher die Nachdichtung chinesischer Lyrik eines Wang-Seng-Yu aus dem Jahre 600 vor Christus oder eines Schi-King, der zwischen dem zwölften und dem siebten Jahrhundert seine Gedichte mit der Feder zu Papier brachte. Was immer das heißen mag.… Continue Reading „62. Salat“
Offenbar inspiriert von den vier „o“ des Wortes Honigprotokolle schmückt Ulrich Rüdenauer seine Rezension mit einer beeindruckenden Vier-V-Treppe, die fast perfekt wär, wäre da nicht ihre Superlativitis. Gern schlüge ich vor, Superlative mal zur Probe für zwei Jahre aus Rezensionen zu verbannen oder sie… Continue Reading „60. Gebrumme und Pfeifen und Zwischentöne“
Seeßlen formuliert es so: “Es sind immer weniger Menschen, die gegenüber einer immer größeren ästhetischen und diskursiven Produktion entscheiden, was verhandelbar ist und was nicht. Und diese wenigen Menschen achten viel weniger darauf, was in der Welt los ist, als darauf, was die Konkurrenz… Continue Reading „55. Feuilleton“
Nie zuvor hat das „Schreibheft“ so viel Sorgfalt und Mühe auf die biografische Erschließung eines Schriftstellerlebens verwendet. Frühere Hefte konzentrierten sich auf kühle literaturtheoretische Exegesen und streng philologische Annäherungen. Das Konrad-Bayer-Dossier trägt nun in seiner Collage persönlicher Dokumente, Erinnerungen und Bildzeugnisse fast hagiografische Züge.… Continue Reading „54. Konrad-Bayer-Dossier“
(…) 1907, erschien im Insel Verlag Hans Bethges Buch »Die chinesische Flöte« mit Nachdichtungen chinesischer Lyrik. Sowohl Walter Braunfels‘ »Drei chinesische Gesänge« als auch Egon Wellesz‘ »Lieder aus der Fremde« schöpfen aus Bethges Nachdichtungen. Neben diesen beiden Liederzyklen trägt die chinesische Sopranistin Fan LinLin… Continue Reading „53. Chinesische Flöte“
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