Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
„Die Poesie ist unsere nationale Domäne. Wir sind Meister im Gedichteschreiben. Gäbe es darin Europa- oder Weltmeisterschaften, würden wir immer auf dem Siegerpodest stehen.“ Artur Burszta, Leiter des Breslauer „Literaturbüros“, ist durchaus stolz auf die Bedeutung der Lyrik in Polen. Im Publizieren von Lyrik… Continue Reading „Mythos Polen?“
Aus einem Gespräch, das Adelbert Reif mit dem Slawisten Fritz Mierau führte: Mierau: Mich Russland vollkommen zu ergeben, habe ich mich immer gescheut. Ich bin genügend Deutscher und damit eben Mitteleuropäer, um eine gute Distanz wahren zu können gegenüber dem, was man in den Begriff… Continue Reading „Mythos Russland?“
Schon um 1905, als Neuglobsow und die Landschaft am Stechlin als „Sommerfrische“ für die Großstadt-Berliner gerade erst entdeckt und populär wurde, entstand das Gedicht „Am See Stechlin“. Hans Georg Meyer, Lehrer am berühmten Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, war seinerzeit in bürgerlich-konservativen Kreisen… Continue Reading „Am See Stechlin“
Kein Leib dem nicht die Wut aus der Welt hilft. Kein Aber das nützt. Und keiner da die noch fehlende Wunde zu spenden. Jeden Donnerstag punkt 11 Uhr veröffentlicht L&Poe ein ungedrucktes Monostichon des Schweizer Dichters Felix Philipp Ingold. Mehr
„und von der sprache / an den rand getrieben“, heißt es in einem Gedicht von José Oliver. Doch die Sprache kann den Dichter nicht nur an den Rand treiben, sondern ebenso zurück in die Mitte. Ja, sie kann sogar alle Vorstellungen und Zuschreibungen in… Continue Reading „Apropos Rand“
So groß Blakes Verehrung für Dante als Dichter war, so groß war sein Unverständnis für dessen theologische und politische Vorstellungen: Dantes Herbeisehnen nach dem Kaiser, der – wie im Schlussgesang des Purgatorio, im irdischen Paradies prophezeit – als Fünfmalhundertfünfzehn, d.h. als DXV oder Dux, ganz… Continue Reading „Blakes Dante“
Sachsen brodelt: Am Sonntag lädt der Verein „Dresdner Selbstbestimmung“ alle „heimatlosen Deutschen“ zur Demo gegen „Überfremdung, Frühsexualisierung, Fremdherrschaft und Mediengewalt“ vor die Frauenkirche. Musikalisch begleitet wird der braune Spuk vom Neonazi-Duo „A3stus“ Auch vor dem Asylheim in Freital wollen sie auftreten. Ihre Texte haben… Continue Reading „Sachsen: Man brodelt, dichtet und zieht die Waffen“
Die Neue Zürcher informiert: Während Jahrhunderten besangen die Dichter den Mond, dann kam Durs Grünbein und entzauberte die hüpfenden «Mondkänguruhs» mit Ironie. und Lyrik steht derzeit hoch im Kurs beim Publikum. Sogar Jan Wagners Gedichtband stand jüngst wochenlang auf der Bestsellerliste. Es gibt Gründe… Continue Reading „Die Dichter kommen“
Es gibt aber auch eine andere Verbundenheit Piekars: die zur schwarzen Szene, einer Subkultur, die vor allem über Musik definiert wird. Die Gothic-Kultur habe auch etwas mit Lyrik zu tun, findet der junge Autor mit wallendem dunklen Haar und ganz in Schwarz gekleidet. Mit… Continue Reading „Schwarzer Block“
„Autoren wie (…) Tom de Toys u.v.m. haben mit ihren Texten, Kleinstpublikationen und Veranstaltungsreihen der literarischen Szenerie ihren Stempel aufgedrückt.“ Dr. Enno Stahl, Heinrich-Heine-Institut: POP AM RHEIN (2007) Tom de Toys ist manchen vielleicht noch aus den Neunzigern bekannt, als er mit seiner damaligen… Continue Reading „DÜSSELDORFER PREISTRÄGER SUCHT SPONSOREN FÜR LYRIKFESTIVAL“
Ein Nachruf auf Ulrich Zieger (29.12.1961 – 23.07.2015) Er war ein Mann von echter Gegenwart. Er besaß eine intuitive Hellsichtigkeit, die er selber „Gedankenblick“ nannte. Seine literarische Poesie war voller Überraschungen, sie fiel aus jeder Schublade heraus. Er war einer, der Zeit mitbrachte, allein… Continue Reading „Andreas Koziol zu Ulrich Zieger“
Da wir beim Thema sind (siehe vorige Nachricht): Ein Freund erzählt von einer Lesung des Büchnerpreisträgers Martin Mosebach auf der Insel Hiddensee. In der anschließenden Diskussion fragt ein Zuhörer, was er, Mosebach, von Technik halte. M. ist unverlegen. Technik? Davon hält er gar nichts.… Continue Reading „Noch einmal Technik“
Thomas Kunst zum Tod von Ulrich Zieger: ulrich fehlt mir fürchterlich. ich liebte ihn von anfang an mehr als jeden anderen deutschen dichter. er spielte in seiner eigenen: gänzlich unerhörten liga. seine gedichtbände „neunzehnhundertfünfundsechzig“…“große beruhigte körper“…“vier hefte“…“l’atelier“ und „aufwartungen im gehäus“ sind von einem… Continue Reading „Er fehlt mir“
Geboren wurde Ulrich Zieger am 29. Dezember 1961 in Döbeln. Getrunken hat er bereits seit seinem 15. Lebensjahr. Mit 19 Jahren wollte er diese Welt schon einmal durch ein Hochhausfenster verlassen; er kletterte auf den Sims und schwankte eine Weile mit einem Buch in… Continue Reading „Ulrich Zieger“
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