Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Friederike Mayröcker (* 20. Dezember 1924, heute vor 95 Jahren, in Wien) Parlando was für ein Widerspruch denke ich. Nie so denke ich, wirst du meine schwärmerischen Vorstellungen. Hast du je ein Instrument? Tagebücher? frage ich dich vor dem Aufbruch. Plötzlich hatte ich eine… Continue Reading „Zum Geburtstag“
Walter Höllerer (* 19. Dezember 1922 in Sulzbach; † 20. Mai 2003 in Berlin) Aus: randnummer 5- September 2012, S. 77
Martina Kieninger Aus dem „Elternverwirrbuch“ Mit Bäumen telefonieren I Habt ihr schon mal ausprobiert wie man mit Bäumen telefoniert dazu braucht Ihr ein imaginäres Telefon und das geht so: Ihr macht ein Handy aus Euern Händen und sagt hallo. Bei mir hat es leider… Continue Reading „Mit Bäumen telefonieren“
Kann es sein, dass wir keine Gedichte der berühmten Jane Austen auf Deutsch haben? Jedenfalls konnte ich nach einigem Suchen nichts finden. Die beiden deutschen Briefausgaben (Ullstein, Insel) habe ich nicht zur Hand, so dass ich nicht überprüfen konnte, ob die einem Brief beigefügten… Continue Reading „Reim auf Rose“
Ferdinand Hardekopf (* 15. Dezember 1876 in Varel; † 26. März 1954 in Zürich) Aus der steilen, transparenten Nudel Quillt ein Quantum Quitten-Quark empor, Ballt sich (physisch) zum gewürzten Strudel, Kreist: ein Duft-Ballon aus einem Rohr. Wann (und wo?) war Schweben delikater? In der… Continue Reading „Hardekopf“
Christoph August Tiedge (* 14. Dezember 1752 in Gardelegen; † 8. März 1841 in Dresden) Elegie auf dem Schlachtfelde bei Kunersdorf Nacht umfängt den Wald; von jenen Hügeln Stieg der Tag ins Abendland hinab; Blumen schlafen, und die Sterne spiegeln In den Seen ihren… Continue Reading „„Trauern um die Menschheit, die der Wahn erwürgt““
Heinrich Heine (* 13. Dezember 1797 Düsseldorf; † 17. Februar 1856 in Paris) Die Grenadier Nach Frankreich zogen zwey Grenadier‘, Die waren in Rußland gefangen. Und als sie kamen in’s deutsche Quartier, Sie ließen die Köpfe hangen. Da hörten sie beide die traurige Mähr:… Continue Reading „Zwey Grenadier‘“
Der altenglische Dichter Cynewulf (Erste Hälfte des 9. Jahrhunderts) Gedichtet in Langversen mit Stabreim und gleichzeitig Endreim zwischen den Halbversen. Zur Markierung der Mittelzäsur habe ich | eingefügt. Aus „Elene“ (Helena) 1236 So habe ich betagt und todbereit | in meinem tatenlosen Körper jederzeit… Continue Reading „Cynewulf“
Nelly Sachs (geboren am 10. Dezember 1891 in Berlin-Schöneberg, gestorben am 12. Mai 1970 in Stockholm) BEREIT SIND ALLE Länder aufzustehn von der Landkarte. Abzuschütteln ihre Sternenhaut die blauen Bündel ihrer Meere auf dem Rücken zu knüpfen ihre Berge mit den Feuerwurzeln als Mützen… Continue Reading „Bereit sind alle Länder“
Fritz Graßhoff (nach seiner Auswanderung auch: Fritz Grasshoff, * 9. Dezember 1913 in Quedlinburg; † 9. Februar 1997 in Hudson, Kanada) Aus: Fritz Graßhoff: Seeräuber-Report. Songs, Lieder & Balladen für den Haus- und Marktgebrauch. Mit Zeichnungen des Autors. München: DTV, 1976, S. 12
… behaupte ich einfach mal so. Vielleicht gelingt es nicht jeder? Immerhin Opitz dichtete: „Ich hab ein Werk vollbracht, dem Erz nicht zu vergleichen, / Dem die Pyrámides an Höhe müssen weichen“ (Betonungsstrich von mir, M.G.) – hat es Opitz genützt? Horaz geschadet? Hier… Continue Reading „Jede Zeit hat ihren Horaz“
פּרץ מאַרקיש — די מוזע Perez Markisch Der jüdische Byron nannte man ihn und auch: der jüdische Majakowski. Er wurde am 7. Dezember 1895 in Polonnoje, Gouvernement Wolhynien [heute Polonne, Ukraine] geboren und in der „Nacht der ermordeten Dichter“ vom 12. zum 13. August 1952 in… Continue Reading „Di Muse“
Itzik Manger (geboren 30. Mai 1901 in Czernowitz, Österreich-Ungarn; gestorben 21. Februar 1969 in Gedera, Israel) Vagabunden Sie schlafen in den Parks und sie sind heilig Mit Heiligkeit der unbestirnten Nacht. Streift barfuß Wind vorüber, hört er sacht Im Schlaf sie reden. Und dann… Continue Reading „Hajlik“
Rainer Maria Rilke (* 4. Dezember 1875 in Prag; † 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz) EIN VERLEUGNETER der eignen Hände, und vergessen wie ein totes Tier, – und die vielen fremden Widerstände, und der Aufstand gegen mich in mir. Ob… Continue Reading „So als wär es nicht auf meiner Seite“
Johann Martin Miller (* 3. Dezember 1750 in Ulm; † 21. Juni 1814 ebenda) Säkulargesang beim Anfang des neunzehnten Jahrhunderts Wirf, schrecklichstes von allen, die noch waren, Wirf, blutbeflecktestes von allen Jahren, Wirf, o Jahrhundert, mir noch einen Blick, Eh‘ du entfleuchst, in unsre… Continue Reading „Im nächsten wirds besser“
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