Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Walter Hasenclever (* 8. Juli 1890 in Aachen; † 21. Juni 1940 in Les Milles bei Aix-en-Provence) 1917 Halte wach den Haß. Halte wach das Leid. Brenne weiter am Stahl der Einsamkeit. Glaub nicht, wenn du liest auf deinem Papier, Ein Mensch ist getötet,… Continue Reading „1917“
MARTINA HEFTER Essay Dass ich das alles geschrieben, also dass ich sowas harmlos Weiches wie Schreiben gemacht hab, während alle Leute draußen einfach so – zack: der Fakt, dass ich zu Hause fein auf dem Bettchen liege, während alle Leute draußen: Zack; der Fakt,… Continue Reading „Dass ich das alles geschrieben habe“
Werner Söllner (* 10. November 1951 in Horia, Rumänien; † 19. Juli 2019 in Frankfurt am Main) Was bleibt Das Haus der Welt ist schlecht gebaut, ich sitze krumm und schief darin. Ach Sprache, meine stumme Braut, sag mir, wo ich zuhause bin. Hier… Continue Reading „Ach Sprache“
Karin Kiwus (* 9. November 1942 in Berlin) Hommes à femme Wenn eine kleine unscheinbare Fraulange kluge und ein weniglispelnde Reden hältüber Don Juan und Casanovadann stehen so Männer aufund zischen Herrgottnochmalwas soll das überhauptdie ist doch viel zu fipsig dafür Aus: Karin Kiwus,… Continue Reading „Hommes à femme“
Iwan Bunin (10. Oktober jul./ 22. Oktober 1870 greg. in Woronesch; † 8. November 1953 in Paris) Hoch oben … Hoch oben auf dem eingeschneiten Gipfel Steht mein Sonett, mit Stahl perfekt graviert. Die Zeit vergeht. Mag sein, daß meines Griffels Spur, aufbewahrt vom… Continue Reading „Hoch oben, wo die Bläue leuchtet“
Zwei – wiewohl einander widersprechende – Kurzgedichte andalusischer Dichter über das Thema: Ibn Zarqun (11. Jahrhundert) Allah wird mir sicherlich verzeihn, Denn ein Dichter wird der Lüge nicht verklagt, Ist sein Vers nur klangvoll, bunt und rein, Ist es gleich, ob er die Wahrheit… Continue Reading „Auch die Andalusier“
Eins der bekanntesten Gedichte der Greifswalder Barockdichterin Sibylla Schwarz (deren 400. Geburtstag im nächsten Jahr groß begangen wird) heißt „Ein Gesang wieder den Neidt“. Es ist eine Verteidigung der Poesie gegen ihre Verächter. 4 seiner 23 Strophen verteidigen das Recht des weiblichen Geschlechts auf… Continue Reading „Hollands Blume“
Robert Jentzsch (4. November 1890 Königsberg – 21. März 1918 gefallen in Nordfrankreich) Aus: Romantiker-Bildnisse Herrn John Höxter gewidmet 4. Ich aber las, wo keine Nacht mehr leuchtet, Der schwarzen Blumen Schimmer und Verderb. Ich fuhr auf breiten Winden, meer-gefeuchtet, Auf zu den Sternen,… Continue Reading „Romantiker-Bildnisse“
Johannes Urzidil (* 3. Februar 1896 in Prag; † 2. November 1970 in Rom) LIED DES ENTSPRUNGENEN (Aus der symphonischen Dichtung „Die Straße“) Ein Irrer, langhaarig, schiefen Mundes, eine Geige in der Hand Will mich Hand des Wärters halten, werd’ ich mich zusammenfalten wie… Continue Reading „Lied des Entsprungenen“
Şafak Sarıçiçeks Gedichtband hat von der ersten Zeile („Wolkenscheiben des Flusses treiben ins Land des Hafis“), ja eigentlich vom Titel an eine ausgesprochen west-östliche Ausrichtung. Kommen 200 Jahre nach Goethe Dichter, die Osten und Westen auf neue Weise zusammenführen? Man kann es so lesen.… Continue Reading „Jamsids Spiegelkelch“
Für alle, die in der Nähe wohnen, Sonntag, 1.11., vorerst letzte Gelegenheit vor dem Lockdown: „Auch wende ich mich entschieden gegen die Institutionalisierung des Buches als der einzig rechtmäßigen Heimstatt von Poesie“ (Ferdinand Kriwet, 1965). Das Museum für Westfälische Literatur – Kulturgut Haus Nottbeck… Continue Reading „Ferdinand Kriwet“
Heute zwei Gedichte mit fast dem gleichen Titel und von zwei Autoren, die heute Geburtstag haben. Georg Heym wurde am 30. Oktober 1887 geboren, Ezra Pound genau zwei Jahre früher. Pounds Gedicht heißt The Seafarer / Der Seefahrer, das von Heym: Die Seefahrer. Pounds… Continue Reading „Der Seefahrer“
Georg Heym (* 30. Oktober 1887 in Hirschberg, Schlesien; † 16. Januar 1912 in Gatow) Die Seefahrer Die Stirnen der Länder, rot und edel wie Kronen, Sahen wir schwinden dahin im versinkenden Tag, Und die rauschenden Kränze der Wälder thronen Unter des Feuers dröhnendem… Continue Reading „Die Seefahrer“
In der Nacht vom 29. zum 30. Oktober 1937 wurden zahlreiche weißrussische und jiddische Dichter in Stalins Sowjetunion erschossen, darunter Mosche Kulbak. Hier zwei Strophen aus dem Gedicht „Wilna“. Mosche Kulbak : Wilna Auf deinen Mauern geht wer eingehüllt im Talles*,Des Nachts über der… Continue Reading „Wilna“
Geboren heute vor 240 Jahren, am 28. Oktober 1780: Ernst Gebhard Salomon Anschütz, deutscher Komponist und Dichter. Der Name sagt uns nicht viel, aber jeder kennt ein paar Text(teil)e und Melodien von ihm: Fuchs du hast die Gans gestohlen; O Tannenbaum; Es klappert die… Continue Reading „Ballade vom Beichtgeheimnis“
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