Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Dámaso Alonso (* 22. Oktober 1898 in Madrid; † 25. Januar 1990 ebenda) Schlaflosigkeit Madrid ist eine Stadt von über einer Million Leichen (nach der letzten Statistik). Manchmal des Nachts wälze ich mich und richte mich auf in der Grabkammer, in der ich seit… Continue Reading „Schlaflosigkeit“
Kalevala. Das finnische Epos des Elias Lönnrot Die Kalevala ist ein Epos von der Vorgeschichte des finnischen Volks, aber Anfang und Ende handeln vom Sänger und seinem Lied. Hier der Schluss des 50. Gesangs, der Sänger spricht: Halbverse 583-620 Viele habe ich jetzt um… Continue Reading „Der Sänger legt eine Spur“
Ernst Blass (* 17. Oktober 1890 in Berlin; † 23. Januar 1939 ebd.) AN GLADYS O du, mein holder Abendstern … Richard Wagner So seltsam bin ich, der die Nacht durchgeht, Den schwarzen Hut auf meinem Dichterhaupt. Die Straßen komme ich entlang geweht. Mit… Continue Reading „An Gladys“
Christian Morgenstern Die Behörde Korf erhält vom Polizeibüro ein geharnischt Formular, wer er sei und wie und wo, welchen Orts er bis anheute war, welchen Stands und überhaupt, wo geboren, Tag und Jahr. Ob ihm überhaupt erlaubt, hier zu leben und zu welchem Zweck,… Continue Reading „Korf“
Gerrit Engelke (* 21. Oktober 1890 in Hannover; † 13. Oktober 1918 in Etaples bei Cambrai, Frankreich) Auf der Straßenbahn Wie der Wagen durch die Kurve biegt, Wie die blanke Schienenstrecke vor ihm liegt: Walzt er stärker, schneller. Die Motore unterm Boden rattern, Von… Continue Reading „Straßenbahn“
Sergej Jessenin (Сергей Александрович Есенин, wiss. Transliteration Sergej Aleksandrovič Esenin; * 21. September jul./ 3. Oktober 1895 greg. in Konstantinowo, Gouvernement Rjasan, Russisches Kaiserreich; † 28. Dezember 1925 in Leningrad) Traumgesichte. Dunkelheiten.Weiß – ein Pferd. Ich seh wen reiten.Und die reitet, ist bald hier,und… Continue Reading „Dunkelheiten“
Jürgen Fuchs (* 19. Dezember 1950 in Reichenbach im Vogtland; † 9. Mai 1999 in Berlin) WENN DU MICH SUCHST und gar nicht findest verloren bin ich lange nicht Kann sein, ich sitz vor hohen Herren und kleinen Häschern vor Gericht Ein Wort, ein… Continue Reading „Verloren bin ich lange nicht“
Rolf Haufs (* 31. Dezember 1935 Düsseldorf-Bilk, † 26. Juli 2013 Berlin) NEUNZEHN ZEILEN ZUR POETIK In Versen ja doch nicht gezählt die Finger An der Hand. Auch nicht geschmiedet obwohl Das Feuer brennt. Endlich den Reim der uns Von alters her ein schön… Continue Reading „Wir habens so gewollt“
Auf vielfachen Wunsch Friederike Mayröcker: Aus: Friederike Mayröcker, da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete. Berlin: Suhrkamp, 2020 (Bibliothek Suhrkamp)
Alfred Lichtenstein (* 23. August 1889 in Wilmersdorf; † 25. September 1914 bei Vermandovillers, Département Somme, Frankreich) Die Zeichen Die Stunde rückt vor. Der Maulwurf zieht um. Der Mond tritt wütend hervor. Das Meer stürzt um. Das Kind wird Greis. Die Tiere beten und… Continue Reading „Die Zeichen“
Ernst Jandl dieses gedicht es ist noch nicht gut und du mußt daran noch arbeiten aber es stürzt nicht die welt ein wenn du es dabei beläßt es stürzt nicht einmal das haus ein Aus: Ernst Jandl, idyllen. gedichte. Hamburg, Zürich: Luchterhand 1992, S.… Continue Reading „Jandl geht immer“
Ernst Jandl (* 1. August 1925 in Wien; † 9. Juni 2000 ebenda) august stramm er august stramm sehr verkürzt hat das deutsche gedicht ihn august stramm verkürzt hat der erste weltkrieg wir haben da etwas länger gehabt um geschwätzig zu sein Aus: Ernst… Continue Reading „er august stramm“
Luis Cernuda (* 21. September 1902 in Sevilla; † 5. November 1963 in Mexiko-City) Er sprach kein Wort Sprach kein Wort, Näherte nur einen fragenden Leib, Denn er wußte nicht, daß Begehren eine Frage ist, Auf die es keine Antwort gibt, Ein Blatt, dessen… Continue Reading „Denn er wußte nicht, daß Begehren eine Frage ist“
Kurt Heynicke (* 20. September 1891 in Liegnitz; † 18. März 1985 in Merzhausen) August Stramm Du bist von den Bergen aus den Steinen und dem Feuer. Blinde werfen Dämme sonnengegen. Bald wühlt die Glut auf flache Schollen. Dann brennen Menschen: Du! Aus: Kurt… Continue Reading „Du August Stramm“
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