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Kalter Augusttag 1. Wir standen unter alten Riesenulmen, An unsers Gartens Rand. Mein Arm umschlang Die schlanke Hüfte dir. Es lag dein Haupt, Das schöne, blasse, still an meiner Schulter. Ein kalter Hauch drang uns entgegen; fröstelnd Zogst fester du das Tuch um deinen… Continue Reading „Kalter Augusttag“
Róža Domašcyna (* 11. August 1951 in Zerna, Landkreis Kamenz) Cyklen meine urgroßmutter, die bei weitem keine uroma war, sondern eine prawowka, sprach nur wendisch, wie sie es mir auf sorbisch erklärten meine großmutter, die bei weitem keine oma und auch keine uroma war,… Continue Reading „Wörter für Uroma Oma Tochter“
Heute vor 380 Jahren, am 10. August 1638 – in Pommern schrieb man nach julianischem Kalender den 31. Juli – starb die Tochter des Greifswalder Bürgermeisters, Sibylla Schwarz, nicht einmal siebzehneinhalb Jahr alt. Hier ihr »Christliches Sterblied«. Das Gedicht ist sangbar und in Strophen… Continue Reading „Sterblied“
Christa Reinig * 6. August 1926 in Berlin; † 30. September 2008 in München DER TRAUM VOM WESTEN Ich träumte heute nacht, ich sei im Westen. und wachte auf und war — im Westen. Aus dem Band Schwalbe von Olevano (1969). Zitiert nach Christa… Continue Reading „Traum vom Westen“
flanzendörfer (Frank Lanzendörfer) * 30. Dezember 1962 in Dresden-Oberpoyritz; † 5. August 1988 in Marienwerder) Aus: flanzendörfer: unmöglich es leben. texte bilder fotos. Zusammengestellt von Peter Böthig und Klaus Michael. Berlin: Janus press / Basisdruck, 1992
Aus: Ingrid Mössinger, Brigitta Milde (Hrsg.): … eine nahezu lautlose Schwingungs-Symbiose. Die Künstlerfreundschaft zwischen Franz Mon und Carlfriedrich Claus. Briefwechsel 1959–1997. Visuelle Texte. Sprachblätter. Kunstsammlungen Chemnitz. Kerber-Verlag Bielefeld/Berlin 2013, S. 47 Carlfriedrich Claus (* 4. August 1930 in Annaberg; † 22. Mai 1998 in… Continue Reading „Äquilibristisches Eruptivgedicht“
Johanna Ambrosius * 3. August 1854 in Lengwethen bei Ragnit, Ostpreußen; † 27. Februar 1939 in Königsberg In ihrem Elternhaus hingen keine Gainsboroughs und standen keine Goethe- und Schillerbände. Das zweite von 14 Kindern eines Handwerkers, ärmliche Verhältnisse, Dorfschule, Arbeit als Magd, Bäuerin. Aber… Continue Reading „Ihre Seele“
Angelika Janz Wie die Bilder abrutschen Unsere Gedanken aneinander: noch kindheitsbeatmet – und atembrüchig die erinnerten Lachrhythmen im Gleichschritt . Im Hörschatten leise zerdehnte Rufe nach jedwelcher Sprache, Glossolalien . Nun, öffne dich – ab heute hörn wir zum Tee Schreie in der Sprache… Continue Reading „Wie die Bilder abrutschen“
Simon Dach (* 29. Juli 1605 in Memel, Herzogtum Preußen, Königreich Polen; † 15. April 1659 in Königsberg, Herzogtum Preußen) Horto recreamur amoeno Der habe Lust zu Würfeln und zu Karten, Der zu dem Tanz und der zum kühlen Wein, Ich liebe nichts, als… Continue Reading „Zur Frühlingszeit braust der Hochzeitsgott“
Franziska zu Reventlow (* 18. Mai 1871 in Husum; † 26. Juli 1918 in Locarno, Schweiz – 100. Todestag) Treulos bin ich gewesen und hab dich einst doch geliebt, Kannst du mir vergeben, wenn ich dein Leben getrübt? Treu hatt‘ ich dir geschworen, Liebe… Continue Reading „Treulos bin ich gewesen“
Lyrikwettbewerb um den Leonce-und-Lena-Preis und die Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise am 29. und 30. März 2019 in der Centralstation Darmstadt Einsendeschluss für die Bewerbungen ist der 15.09.2018 „Mein Leben gähnt mich an wie ein großer weißer Bogen Papier, den ich vollschreiben soll, aber ich bringe keinen Buchstaben heraus.“ Dieses… Continue Reading „Leonce-und-Lena-Preis 2019“
Die Blume der Blumen Philipp Otto Runge (* 23. Juli 1777 in Wolgast; † 2. Dezember 1810 in Hamburg) Es blüht eine schöne Blume in einem weiten Land; Die ist so selig geschaffen und Wenigen bekannt, Ihr Duft erfüllet die Thale, ihr Glanz erleuchtet… Continue Reading „Die Blume der Blumen“
Angelika Janz Version zwei Meine Gedanken vernetzt, nicht geerdet, notverschlossen, ausgesteuert, gegeneinander getrieben von Werbepanzern. Diese Gedanken Noch einmal gegeneinander geschossen, noch kindheitsbeatmet, noch atemlos noch unkaputtbar, weil reißfestes Gedächtnis. Vernimm im Hörschatten unartikuliert Rufe nach einer Sprache, die tanzt. Stattdessen Schreisalven. Blickgesten in… Continue Reading „Sprache, die tanzt“
Rudolf Ditzen (Hans Fallada) Mordzimmer Wie seltne Blumen blüht an falben Wänden Verspritzten Blutes klebriges Gerinnsel, Am Tisch ein Abdruck noch von roten Händen In einer Ecke hockt gemordetes Gewinsel. In bunten Teppich angstgezähnt verbissen, Liegt stumm am Boden eines Weibes Leiche, Von blauem… Continue Reading „Mordzimmer“
Ricarda Huch (* 18. Juli 1864 in Braunschweig; † 17. November 1947 in Schönberg im Taunus) Wo hast du all die Schönheit hergenommen, Du Liebesangesicht, du Wohlgestalt! Um dich ist alle Welt zu kurz gekommen. Weil du die Jugend hast, wird alles alt, Weil… Continue Reading „Wo hast du all die Schönheit hergenommen“
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