Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Goethe taucht an den Schulen kaum noch auf, aber auch Reiners ewiger Brunnen ist den meisten Kindern unbekannt. Sie kennen die Gedichte der klassischen deutschen Literatur nicht mehr, nicht im Herbst und nicht in anderen Jahreszeiten. Sie kennen keinen Rilke mehr („Herr, es ist… Continue Reading „56. Keine Gedichte mehr“
Chemnitz, 15. November 20.00 Uhr Theater, Zieschestr. 11 Bertram Reinecke bei Turboprop Literatur vermittelt bereits im 8. Jahr in Folge junge deutschsprachige Literatur und das Wichtigste aus dem Literaturbetrieb. Gespickt mit einer großen Menge Beiwerk, wie Live-Lektorat, Filmchen, Quiz, Schreibpreisausschreiben, Torte, Bücher und ähnlich… Continue Reading „54. Wichtige Nützlichkeiten“
Seit Jahren gehört zu jedem Pausengeplauder beim open-mike-Wettbewerb die etwas abgewetzte Behauptung, dass die vorgetragene Lyrik der Prosa meilenweit vorauslaufe. Für die wie verlangsamt tastenden Metamorphosen in den Gedichten des Lyrik-Preisträgers Sebastian Unger, Jahrgang 1978, mochte das stimmen. Vielleicht hat die immerzu allgemein erhobene… Continue Reading „52. Müdigkeit und Neugier“
Christoph Meckels Erinnerungsbuch an die Nachkriegszeit in der „Russischen Zone“ ist keine der üblichen Autobiografien. … Meckels Buch ist frei von Larmoyanz und Verbitterung gegen die Russen. Und das Kind, das unter den Bedingungen der Besatzung, trotz innerer Bereitschaft, kein Russisch erlernen sollte, wird… Continue Reading „50. Meckels Erinnerungsbuch“
… denn heute ist es soweit: Am Freitag, 11. November, feiert der Leipziger Dichter Andreas Reimann nicht nur seinen 65. Geburtstag. Im Haus des Buches wird gleichzeitig der erste Band einer Andreas-Reimann-Werkausgabe vorgestellt. „Die Weisheit des Fleischs“ heißt der. Er erschien 1975 in der… Continue Reading „48. Warten lohnt“
Die Deutsche Presse-Agentur hat Kurator Politycki mit den Worten zitiert, er spreche sich für eine „neue Unlesbarkeit“ der deutschen Gegenwartsliteratur aus, die nicht jeden „Tausendsassa, die jetzt auch noch ein Buch schreibt“ im Club der Schriftsteller willkommen heißt. / fabmuc.de Autoren antworten, darunter Andreas Heidtmann: Es mag… Continue Reading „44. Paradigmenwechsel in München?“
Die in Gedichtform gegossenen Sedativa von befindlichkeitsfixierten Momentaufnahmen werden wohl niemanden aus der Siesta reißen. … Obwohl Hummelts Texte vor allem die gediegene Ruhe von »pans stunde« wieder in die Lyrik bringen wollen, erahnt man noch den Versuch, Unruhe zu stiften, Widerspruch, Panik. Die… Continue Reading „41. Keine Panik“
„Was ist das eigentlich, was Du schreibst?“ haben wir Wolfram Lotz gefragt, nachdem wir seinen Text das erste Mal gelesen hatten. Es ist in einem Zwischenbereich von Lyrik und Prosa angesiedelt und trägt jetzt den UntertitelListe, der am treffendsten beschreibt, was der Wahl-Leipziger macht. Eine Liste… Continue Reading „40. Fusseln“
Die literarischen Undergroundstars dieser Republik lassen sich an einer Hand abzählen: Da gab’s den fesselnden Storyteller Jörg Fauser, den rücksichtslosen Rolf Dieter Brinkmann, den zum Islam konvertierten Kommune-1-Bewohner Hadayatullah Hübsch, den Bukowski-Übersetzer Carl Weißner und den Rockpoeten Wolf Wondratschek. Dann ist da noch der… Continue Reading „38. Lufthansa & Underground“
Und was ist dann ein Gedicht, wenn es keine Lautdichtung gibt? Ist die Lautdichtung von der Zeit abgestempelt? Wer bestimmt die Zeit? Die Armeen der tüchtig schreibenden konventionellen Lyriker? Valeri Scherstjanoi: Mein Futurismus. Mit einem Nachwort von Michael Lentz. Berlin: Matthes & Seitz 2011,… Continue Reading „37. Was ist dann ein Gedicht?“
Das Setting für die Lesungen ist hervorragend; das Bühnenlicht weich, das Publikum ist aufmerksam, klatscht sehr gerne und feiert – zu Recht – mehr Texte als es Preise gibt. Ich war ziemlich lange nicht mehr bei solchen Wettbewerben und wundere mich darüber, dass es… Continue Reading „31. Vielleicht lesen sie zuviel, aber nett sind sie doch“
Die Poesie von Wallace Stevens („Hellwach, am Rande des Schlafs“) könnte von Matisse gemalt sein, sagte Durs Grünbein. Der Autor, seit 2006 Dozent an der Kunstakademie, baute in der Kunstsammlung NRW am Grabbeplatz ganz weit gespannte Brücken, nicht nur zwischen Formen der Phantasie und… Continue Reading „30. Hellwach“
„Dichtung“, so hat es der 1962 in Neuss geborene Norbert Hummelt einmal formuliert, ist Lichttherapie, auch wenn sie dunkel ist.“ In einem anderen Zusammenhang hat sich Hummelt, der 1993 mit dem Band „Knackige Codes“ im Galrev Verlag debütierte, dazu bekannt, dass er das Wort… Continue Reading „28. Panisches Licht“
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