Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Brahms hatte das Hölderlin-Gedicht, das in der ersten Strophe die göttliche Glückseligkeit im Jenseits und in der zweiten die Hoffnungslosigkeit des irdischen Daseins beschreibt, während eines Besuches bei Freunden gefunden und war davon so fasziniert, dass er noch am gleichen Tag mit der Vertonung… Continue Reading „95. Schicksalslied“
Man wird das Gefühl nicht los, dass sich ein 1969 geborener Gegenwartslyriker einen Lyriker wie eine Romanfigur erfindet, welcher dann gleich Caspar David Friedrichs „Mönch am Meer“ eremitisch in der weiten, rauschenden Landschaft steht, als gäbe es keine sieben Milliarden Menschen, keine Vernetzung, keine… Continue Reading „94. Luxusproblem“
Renommierte Dichter zu Gast im „deutsch-arabischen lyrik-salon“ Vor mehr als 6 Jahren gründete der aus Syrien stammende deutschsprachige Dichter, Übersetzer, Herausgeber und Publizist Fouad El-Auwad den „deutsch-arabischen lyrik-salon“. Zur illustren Gästeschar seiner bisherigen Festivals zählten u.a. Reiner Kunze, Raoul Schrott, Evelyn Schlag und Fuad… Continue Reading „93. Poetische Begegung der Kulturen in Bonn“
beim Kulturkaufhaus Dussmann in Berlin. In der vergangenen Woche wurden 20 hochroth Bände gestohlen. Wir sind erschüttert, aber fühlen uns geehrt. Wir bitten dennoch von Nachahmungen abzusehen! Von: hochroth Verlag Neuerscheinungen: Liao Yiwu / Ivo Sachs / Sandra Beasley hochroth ist ein Modellprojekt zur alternativen Verlagsszene.… Continue Reading „90. Großer Lyrikdiebstahl …“
Es gibt eine Wiederkehr des Totgeglaubten. Die alten Formen erblühen aus den Relikten der Avantgarde. Nicht Gott ist tot, sondern der Atheismus. Religiöse Themen erscheinen den jüngeren Autoren wieder interessant, ja zwingend. Die Weltlage legt sie nahe, manchmal auch die eigene Biographie. Der Lyriker… Continue Reading „89. Wiederkehr des Totgeglaubten“
Hier aus jederzeit gegebenem Anlaß ein Auszug aus meinem „Atlas der Lyrik“, Blatt 476: Irrhain der Gegenwartslyrik. (Nur die Beschriftung ist noch gesperrt, da in beständiger Überarbeitung).
Wie die beiden Jurorinnen des diesjährigen Open Mike Felicitas Hoppe und Kathrin Schmidt dem Wettbewerb publizistisch hinterher treten, ist schon interessant. Erst Felicitas Hoppe, die den zur Preisverleihung anwesenden Journalisten im Grunde folgendes einigermaßen wirre Fazit in die Blöcke diktierte „Handwerklich solide, publikumswirksam vorgetragen,… Continue Reading „79. Nach dem Open Mike“
Aber Stolterfoht wäre nicht Stolterfoht, wenn er authentisches Wissen verbreiten würde. „Alles erfunden“, sagt er. Pseudoautobiografisch sei der Band. So hat der 48-jährige die Sage erfunden, dass die Heslacher Kinder von Hunden aufgezogen wurden, weil ihre Eltern auf Wanderschaft gingen, um die Menschen mit… Continue Reading „78. Handapparat Heslach“
Der open mike ist als Geschäftstürenöffner gedacht für junge Autoren. Was mir auffiel: Jeder junge Autor scheint über eine ausgearbeitete Poetik zu verfügen, ist ein Vortragsgenie und versucht mitunter, aus Scheiße Bonbon zu machen mit vollendeter Performance. Zwischen der Zeit (und dem Ort, zugegeben) meines Beginns… Continue Reading „76. „Mein Hang zum Konservativen““
Wie Joan Baez und Biermann die Stasi austricksten, erzählt Norbert Koch-Klaucke im Berliner Kurier.
Die Hamburger Kulturbehörde vergibt jährlich Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzungen. In diesem Jahr haben sich etwa 200 Schriftstellerinnen und Schriftsteller an dem Wettbewerb beteiligt und ihre Texte anonymisiert eingereicht. Die unabhängige Jury hat entschieden, dass die mit jeweils 6.000 Euro dotierten Förderpreise für… Continue Reading „74. Literaturförderung“
Norbert Scheuer ist ein Ethnologe und Orpheus des Dorfs. Bereits 1997 erschien in kleiner Auflage der Lyrikband «Ein Echo von allem». Und diese (mittlerweile vergriffenen) Gedichte sind sämtlich in die «Neuen Heimatgedichte» eingegangen, und mit ihnen die stillgelegten Bergwerke, die Fossiliensammler, die Kiesgrube, die… Continue Reading „73. Orpheus des Dorfs“
Ihre Texte sind Lyrik-Pflichtlektüre zum Abitur. Bisher sind fünf Bände, ein Essayband und zahlreiche Beiträge für Radio und Feuilleton erschienen. Zusammen mit dem Pianisten und „Periphär-Instrumentalisten“ Franz Tröger, der es vermag, der Spieluhr nie Gehörtes zu entlocken, ebnet Gomringer den Zuschauern humorvoll und leicht… Continue Reading „72. Lyrik-Pflichtlektüre“
Am Montag starb Franz Josef Degenhardt in einem Land, das längst einen einseitigen Frieden mit ihm geschlossen hatte. Die linke Verblüffung über die schlichte Zahl der Nachrufe, die von der WELT bis zur F.A.Z. beinahe überall erscheinen, verweist nicht nur auf Rundfunk-Sendeverbote und den… Continue Reading „71. Einseitiger Frieden“
Wer, wenn nicht Biermann, hätte den Zorn des 66. Sonetts so nachempfinden können: „Und Kunst seh ich geknebelt von der Obrigkeit/ Und simple Wahrheit, die man simpel Einfalt schilt/ Und Güte, die in Ketten unterm Stiefel schreit.“ Wer hätte den Hass des 121. Sonetts… Continue Reading „68. Shakesbiermann und der Comandante“
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