Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Mit Uljana Wolf erobert der ästhetische Humor die von Frauen geschriebene deutschsprachige Lyrik. Der vierte Zyklus des Bandes, „Spitzen“, bildet die Wunderblock-Struktur des unwillkürlichen Gedächtnisses nach, Schrift und ihre Überschreibung. Zu sehen ist ein spätbürgerliches Tableau mit Frauen, die plaudernd mit ihrer Schiffchenarbeit unter… Continue Reading „110. Wunderblock“
„Rose & Nachtigall“ – das ist ein gewagter, mutiger und äußerst selbstbewusster Titel für ein Debüt. Denn er ziert auch die Diwane, also Gesamtwerke, diverser klassischer orientalischer Lyriker. Zuletzt erschien in Teheran 1999 die gut zwölf Lyrik-Jahrhunderte umfassende zweisprachige Anthologie „Gol o Bolbol –… Continue Reading „109. Diwan als Debüt“
Noch einmal Satire: Hochbetagter Günter Grass! Im Fernsehgespräch mit Denis Scheck sprachen Sie u.a. über Ihr schriftstellerisches Selbstverständnis: »Ich habe erlebt, wie Gleichaltrige in diesen letzten Wochen des Krieges dahingemäht wurden, zerfetzt wurden, die alle keine Chance hatten, ihr Leben zu leben. Und das… Continue Reading „102. Titanic“
Es ist gut zu wissen, was es in Wahrheit auf sich hat mit der Internationalen, diesem vermeintlich linken musikalischen Bollwerk gegen alles Nicht-Linke, gegen diese Kapitalisten und Imperialisten. Aufgedeckt hat die brisanten Zusammenhänge Horst Schmitt im schon jetzt legendären Antrag „P6“ für den Europaparteitag… Continue Reading „101. Noch ein Taliban“
„Der Lyriker von der Raketenstation Hombroich“ – schreibt die Zeitung und meint Oswald Egger, „wird als Stipendiat der Villa Massimo in Rom arbeiten.“: Einen wesentlichen Teil seiner Rom-Zeit wird Egger in Ovids „Fasti“ investieren. Der römische Dichter (um 43 v. Chr. bis 17 n.… Continue Reading „99. Nach Rom“
Was wäre, wenn Politiker ihre Sitzungen mit einem Gedicht eröffnen würden? Das schlug kürzlich Michael Krüger im Schloss Bellevue vor. Marie Luise Knott nimmt den Faden auf und spinnt ihn weiter: Über den Einfluss William Carlos Williams‘ auf Bankdirektoren, Oskar Pastiors auf eine Redaktionssitzung… Continue Reading „96. Dichtung in dürftiger Zeit“
leicht und flüchtig gleiten die Hände übers Keyboard – fest greifen sie zu, wenn sie einen vertrauten Menschen umarmen Hansjürgen Bulkowski
Den zeitlichen Anfang setzt dabei der Künstler, Werbegrafiker und Dichter Kurt Schwitters mit der Collage «ohne Titel (Pelikanol)». Das 1930 entstandene Bild beglaubigt den Schwitters-Satz: «Typografie kann Kunst sein», und es ist gleichzeitig ein Bekenntnis zur Aufhebung der Gattungsgrenzen. Wenn der Vers-Dadaist Schwitters das… Continue Reading „88. Typografie und Poesie“
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verwandelte die Deutschen in ein Volk von Dichtern. Nach einer Schätzung des Literaturkritikers Julius Bab gingen im August 1914 täglich etwa 50 000 Kriegsgedichte in den Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften ein. An der «poetischen Mobilmachung», so Babs Ausdruck,… Continue Reading „87. Kriegspoesie“
Den Glanzpunkt seiner Exegesen setzt Lentz in seinem Versuch einer kritischen Re-Lektüre von Oskar Pastiors Werk, dessen poetische «Kunstmaschinen» lange eine biografische Tragödie verborgen haben. Pastiors Unterzeichnung seiner Verpflichtungserklärung gegenüber der Securitate vom 8. Juni 1961 entziffert sein Interpret nicht nur als biografische, sondern… Continue Reading „86. Re-Lektüre“
Der Berliner Dichter Ron Winkler war ganz früh dabei, als Anfang des 21. Jahrhunderts die junge Lyrik boomte. Jetzt ist sein fünfter Gedichtband erschienen: Prachtvolle Mitternacht versammelt karnevaleske Liebesgedichte, virtuose Sprachkunstwerke und zaghafte Versuche lyrischer Zeitgenossenschaft. Zitat aus der Besprechung von Insa Wilke im… Continue Reading „85. Ins Fragezeichenfeld“
„Sist zappenduster im gedicht, welche sprache es wohl spricht?“ In dieser kleinen Sentenz ist das Drama der modernen Lyrik benannt. Es ist dunkel im Sprachraum des Gedichts, und wir tasten ein wenig hilflos nach orientierenden Lichtpunkten. „Sist zappenduster im gedicht, welche sprache es wohl… Continue Reading „83. Poetische Vagabondagen“
Im Fundus des Fundsachen-Sammlers Michael Augustin finden sich zahlreiche Gedichte, Kurzprosastückchen und Interviewschnipsel mit einschlägigen Selbstauskünften aller Art, von denen diesmal die schönsten und originellsten im Originalton zu hören sein werden. Dass Maler malen, warum sie malen oder dass Komponisten das Komponieren zum Thema… Continue Reading „75. Augustins Fundsachen“
Zuß und Ames suchen Streit und begegnen sich in Berlin; in der Art in der ein Freistoßschütze dem Torwart begegnet; wer wer ist, ist egal, weil es wechselt. Es geht um Kollegialität, um Polemik, Poetik, um zwölf coole Arbeiter im Lyrikstandort Berlin, um Unzufriedenheit und… Continue Reading „72. literaturlabor in der Lettrétage: Zuß und Ames suchen Streit / III. Teil“
Neueste Kommentare