Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Alfred Lichtenstein (23. August 1889 Wilmersdorf – 25. September 1914 bei Vermandovillers, Département Somme, Frankreich) Aus: Die Gedichte des Kuno Kohn Etwa an einen blassen Neuklassiker Du, früher August, fühlst dich jetzt Hellene. Dahin sind Hurenhuld und Schiebetänze, Die Poesie berliner Äppelkähne Entschwand dir in… Continue Reading „Etwa an einen blassen Neuklassiker“
Oda Schaefer (21. Dezember 1900 Wilmersdorf b. Berlin – 4. September 1988 München) Die Verzauberte Den grünen Leib der Libelle, Das Auge der Unke dazu, So treibe ich auf der Welle, Dem murmelnden Mund der Quelle, Die strömt aus dem dunklen Du. Hörst du mich? Siehst du… Continue Reading „Finde du mich“
Günter Eich (1. Februar 1907 Lebus – 20. Dezember 1972 Salzburg) BEETHOVEN, WOLF UND SCHUBERT Ach und O sind zwei Gedichte, die jeder versteht. Und verhältnismäßig kurz, sie erfordern keine langjährige Übung im Lesen. Ob sie jedem gefallen, ist eine andere Frage, sie passen… Continue Reading „Mein Beitrag zum Staat“
B.K. Tragelehn Horrid Laughter für K. D. Wolff Karthago ist zerstört und Cato spottet Was ist Rom ohne seine Feinde Nichts Untergegangen die Armada Spanien Träumt und Britannia… Continue Reading „Horrid Laughter“
Paul Klee Zurufe Krummfahrer! Bösharrer! Schmutzstarrer! Pelzläuser! Wissbesser! Schmerling! Duckmäuserlehrling!! * Alle alle hatt ich gern und jetzt bin ich kühler Stern. * Grosswendig. Schwerhendig anhaltig-glattfaltig vieleinig. * ferne Seele bitt um Gnade mach mich tief. * weil ich ging ward Abend Wolkenschleier hüllten… Continue Reading „Zurufe“
(wird laufend ergänzt) Was im Dezember geschah: Preise, Ausstellungen, #metoo geht weiter, Skandal um einen israelischen Geldschein, „Not in my name“ in Indien, Ovid wird postum begnadigt und darf zurück nach Rom, Stefan Zweig kriegt postum einen Orden … 2. Dezember: Der Kurt-Wolff-Preis 2018 (26.000… Continue Reading „Chronik – Dezember 2017“
An Chanukkah 1932, kurz vor der „Machtergreifung“ Hitlers, fotografierte Rahel, die Frau des Rabbiners Dr. Akiba Posner in Kiel, den Chanukkah-Leuchter der Familie vor dem Hintergrund des gegenüberliegenden Gebäudes, das mit Nazifahnen geschmückt war. Auf die Rückseite des Fotos schrieb Rahel Posner einen deutschen… Continue Reading „Chanukkah 5692“
Heinrich Heine (* 13. Dezember 1797 in Düsseldorf; † 17. Februar 1856 in Paris) Lyrisches Intermezzo LXV Die alten bösen Lieder Die Träume schlimm und arg, Die laßt uns jetzt begraben, Holt einen großen Sarg. Hinein leg ich gar Manches, Doch sag ich noch… Continue Reading „Die alten bösen Lieder“
Am 11. Dezember 1728 wurde Polyxena Christiane Auguste Dilthey (Christiana Büsching) in Köthen, Anhalt geboren. Sie war gebildet, spielte Klavier und dichtete. Hier die Titel von zweien ihrer Bücher: Proben poetischer Uebungen eines Frauenzimmers. Altona: Korte, 1751 Der Jungfer Polyxenen Christianen Augusten Dilthey, Kaiserl. gekrönten Poetin,… Continue Reading „Dichterinnen-Netzwerk“
Ulrich Koch NEUNTER DEZEMBER Das vollkommene Gedicht ist eine Landkarte in einer menschenleeren Gegend. Ich halte sie in Händen und blicke von oben aus der Vogelperspektive herab. Dort, sehe ich, stehe ich lesend. Es ist ganz einfach. Dann gehst auch du hinein und wirst… Continue Reading „Neunter Dezember“
Seitdem die Kerm richtig groß begangen wird, gibt es den Kirchweih-Generaler. Das ist eine Kirchweihzeitung, in der alle „Ständerle“ – kurze Gedichte – bei den Wirtsleuten, der mit spitzer Feder verfasste Prolog und Geschichten aus dem Leben der Gärtner niedergeschrieben sind. Der erste Generaler… Continue Reading „Ständerle“
Richard Anders Wort Wo das abstrakte Wort grenzenlos in Duft- frische übergeht,endet auch die Macht dei- nes nach Asche süchtigen Zunders, dessen selbstverzehrende Glut fruchtlos ist. Mach dir nichts vor: Der Widerschein deines Au- todafés in Leserköpfen hindert diese nicht daran, im Heu, das… Continue Reading „Wo das abstrakte Wort“
Dirk Uwe Hansens zweite Version, die Nach-Dichtung, von Fragment Voigt 55, mit dem unsere kleine Sapphoserie begonnen hatte: Frg. 55 Voigt Tot wirst du sein und begraben, wird keiner sich deiner erinnern, hier, denn die Rosen der Musen sind dir nichts. Durchsichtig, dort, in… Continue Reading „wirst zwischen Blinden schwirren“
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