Kategorie: Deutsch

56. „Rrrrrrrrrrazzional“*

„Die arabische Lyrik ist viel emotionaler als die deutsche, die doch stark rational, ja, philosophisch geprägt ist“, meinte Omar Abou Hamdan, der junge Schriftsteller aus Souida (Syrien), während er den Tee und die arabischen Süßigkeiten probierte, die das Forum Eine Welt im Evangelischen Gemeindezentrum Daun… Continue Reading „56. „Rrrrrrrrrrazzional“*“

55. Die Welt als verwaistes Kinderzimmer

Johanna Schwedes anthropomorphisierende Kunst zeigt die Welt als verwaistes Kinderzimmer, in dem die Märchen und Sagen der Kindheit nichts vom ihnen eigenen Schrecken eingebüßt haben. Darin entfalten sich Seelenzustände zu Interieurs, wo Personen nurmehr in Spuren wiederauffindbar bleiben. Die entstehenden Räume lassen sich bereits durch einen winzigen Einschnitt betreten,… Continue Reading „55. Die Welt als verwaistes Kinderzimmer“

54. Wintermalerei

Lange hat Harald Hartung, der profunde Kenner und Kritiker von Lyrik, der zu den Besten seines Faches zählt, auf eine adäquate Anerkennung als Dichter warten müssen. Das mag an dem Vorurteil liegen, dass sich erklärende Texte mit poetischen nicht gut vertragen und vor allem… Continue Reading „54. Wintermalerei“

53. Kleines Gemetzel auf schmalem Grat

Der eingangs erwähnte Rezensent der „FAZ“, der Berliner Germanist Ernst Osterkamp, findet vom Titel angefangen ausnahmslos alles an diesem Band – bis auf Juvenals Satire – platt und banal, poetische Konfektionsware eines an sich „guten Lyrikers“. Der Verriss hat Grünbein offenbar so aufgebracht, dass… Continue Reading „53. Kleines Gemetzel auf schmalem Grat“

49. Farbworte

All ihre lyrisch-kühnen Farbworte – vom „blauen Klavier“ bis zur „rotbäckigen Schule“ – brachte sie nun in ihre Bilder, verlieh einem Mann ein blaues, dem nächsten ein rotes und dem dritten ein goldenes Gewand. Ihre im Profil gezeichneten Köpfe sind ein typisches Merkmal der… Continue Reading „49. Farbworte“

48. Geographie Transwalpurgiens

… fort und hinein in den neuen und nunmehr vierten ganz und gar eigenständigen Lyrikband des in Halle lebenden Dichters, Erzählers und Essayisten, der kürzlich 60 Jahre alt wurde. Ein Buch, das zutreffend und unprätentiös den Titel „Mitteldeutsche Gedichte“ trägt, denn um Mitteldeutschland geht… Continue Reading „48. Geographie Transwalpurgiens“

47. Kulturkämpfer

Warum tust du mit Anglizismen zum Niedergang der deutschen Sprache beitragen? Sonntag, 12.12., 17:33 im deutschen Fernsehen (Geistige Gummibärchen)

46. Der junge Enzensberger

Seine Lyrik, obwohl artistisch-artifiziell im Stil der Zeit, war von unerhörter politischer Schärfe. Sie agitierte nicht, sie analysierte. Von einer überraschenden Metapher erhoffte sie sich mehr als von eindringlicher Belehrung und lieferte das bis heute überzeugendste Beispiel, wie politische Lyrik nach Brecht aussehen konnte.… Continue Reading „46. Der junge Enzensberger“

45. Runge, Leisten, Haufs, Fels

Sammelrezension von Nico Bleutge, Stuttgarter Zeitung 10.12.: Am besten ist Doris Runge, wenn sie mit ihrer anschaulichen Sprache ganze Welten erstehen lässt. Dann können die Wörter tatsächlich „schmuggelware“ sein: „fischschwänzige / seltsame promenadenmischungen / im friesennerz“. Doris Runge: was da auftaucht. Gedichte. DVA, München.… Continue Reading „45. Runge, Leisten, Haufs, Fels“

44. Neue „Oktavhefte“

Zu seinem 80. Geburtstag hat der Berliner Verleger Klaus Wagenbach sowohl seine Leser als auch sich selbst beschenkt. Wie es sich gehört mit Büchern, die er immer schon einmal lesen wollte. In blassblauer Broschur legt er Gedichtbände von Johannes Bobrowski, Christa Reinig und Kurt Bartsch vor. Diese schmalen… Continue Reading „44. Neue „Oktavhefte““

43. Bizarre Szenerien

Er baut seine Strophen nach klassischer Art und braucht keine durch Zeilenbrüche erzeugten Effekte. Ohne Kapiteleinteilung und Mottos beschreibt der Dichter wie aus einem Guss eine bizarre Szenerie, die mitunter den Gemälden des Hieronymus Bosch gleicht – obwohl Überschriften auf andere Maler verweisen: „Caspar… Continue Reading „43. Bizarre Szenerien“

42. THOMAS KUNST im Fauser

11. Dezember Thomas Kunst stellt nach seiner Rückkehr aus Venedig sein neues Buch erstmals in Leipzig vor.   Fauser Wirtschaft Lützner Str. 100, Leipzig 0341 / 47 82 860 joerg@fauser-leipzig.de

41. Luriker

Fehlen mir die Worte, fehl ich mir selber, und komme ich nicht zu Wort, komme ich nicht zu mir selber. Nur wenn ich nur nach meinen Worten beurteilt werde, werde ich überhaupt beurteilt, und ganz beim Wort genommen, werde ich wahrgenommen. Denn ich bin… Continue Reading „41. Luriker“

39. Exakt und detailverliebt

Macht die Reduktion Altmann zu einem „altmodischen“ Dichter? Nein, tut sie nicht, und sein Verzicht auf Experimente und Anglizismen stört mich nicht, vielmehr erfreue ich mich an dem, was seine Kunst zu einem Großteil ausmacht: Die Wiedergabe einer subjektiven Realität in Einzelbildern und Einzelheiten,… Continue Reading „39. Exakt und detailverliebt“

38. Bild und Gedicht

An die Seite ihrer Bilder hat die Künstlerin Christiane «Moni.K» Wilbers-Gonell jetzt selbst verfasste Texte gestellt. In ihrem Atelier im alten Ortskern von Heldenbergen zeigte sie eine Auswahl ihrer Bilder zum Thema «Lust und Liebe» – ergänzt und vertieft durch Texte und Gedichte. «Ich… Continue Reading „38. Bild und Gedicht“