Kategorie: Deutsch

Sterblied

Heute vor 380 Jahren, am 10. August 1638 – in Pommern schrieb man nach julianischem Kalender den 31. Juli – starb die Tochter des Greifswalder Bürgermeisters, Sibylla Schwarz, nicht einmal siebzehneinhalb Jahr alt. Hier ihr »Christliches Sterblied«. Das Gedicht ist sangbar und in Strophen… Continue Reading „Sterblied“

Frischgeschnittener Stern

José Lezama Lima * 19. Dezember 1910 in Havanna; † 9. August 1976 ebenda Ah, que tú escapes en el instante en el que ya habías alcanzado tu definición mejor. Ah, mi amiga, que tú no querías creer las preguntas de esa estrella recién… Continue Reading „Frischgeschnittener Stern“

And not one will know

Sara Teasdale * 8. August 1884 in St. Louis; † 29. Januar 1933 in New York City There will come soft rains and the smell of the ground, And swallows circling with their shimmering sound; And frogs in the pools singing at night, And wild… Continue Reading „And not one will know“

Traum vom Westen

Christa Reinig * 6. August 1926 in Berlin; † 30. September 2008 in München DER TRAUM VOM WESTEN Ich träumte heute nacht, ich sei im Westen. und wachte auf und war — im Westen. Aus dem Band Schwalbe von Olevano (1969). Zitiert nach Christa… Continue Reading „Traum vom Westen“

unmöglich es leben

flanzendörfer (Frank Lanzendörfer) * 30. Dezember 1962 in Dresden-Oberpoyritz; † 5. August 1988 in Marienwerder) Aus: flanzendörfer: unmöglich es leben. texte bilder fotos. Zusammengestellt von Peter Böthig und Klaus Michael. Berlin: Janus press / Basisdruck, 1992

Äquilibristisches Eruptivgedicht

Aus: Ingrid Mössinger, Brigitta Milde (Hrsg.): … eine nahezu lautlose Schwingungs-Symbiose. Die Künstlerfreundschaft zwischen Franz Mon und Carlfriedrich Claus. Briefwechsel 1959–1997. Visuelle Texte. Sprachblätter. Kunstsammlungen Chemnitz. Kerber-Verlag Bielefeld/Berlin 2013, S. 47 Carlfriedrich Claus (* 4. August 1930 in Annaberg; † 22. Mai 1998 in… Continue Reading „Äquilibristisches Eruptivgedicht“

Ihre Seele

Johanna Ambrosius * 3. August 1854 in Lengwethen bei Ragnit, Ostpreußen; † 27. Februar 1939 in Königsberg In ihrem Elternhaus hingen keine Gainsboroughs und standen keine Goethe- und Schillerbände. Das zweite von 14 Kindern eines Handwerkers, ärmliche Verhältnisse, Dorfschule, Arbeit als Magd, Bäuerin. Aber… Continue Reading „Ihre Seele“

wenn du nur lebtest!

Friederike Mayröcker würde alles tun für dich wenn du nur lebtest! als erstes würden wir zur Albertina, ins Museumscafé dann zum FELDHASEN, 1 Blick in dein Auge würde mir sagen ob du müde bist oder ob es noch weitergeht. Weinen würden wir trotzdem oft,… Continue Reading „wenn du nur lebtest!“

bibliothek

Ernst Jandl bibliothek die vielen buchstaben die nicht aus ihren wörtern können die vielen wörter die nicht aus ihren sätzen können die vielen sätze die nicht aus ihren büchern können die vielen bücher mit dem vielen staub darauf die gute putzfrau mit dem staubwedel… Continue Reading „bibliothek“

Wie die Bilder abrutschen

Angelika Janz Wie die Bilder abrutschen Unsere Gedanken aneinander: noch kindheitsbeatmet – und atembrüchig die erinnerten Lachrhythmen im Gleichschritt . Im Hörschatten leise zerdehnte Rufe nach jedwelcher Sprache, Glossolalien . Nun, öffne dich – ab heute hörn wir zum Tee Schreie in der Sprache… Continue Reading „Wie die Bilder abrutschen“

Zur Frühlingszeit braust der Hochzeitsgott

Simon Dach (* 29. Juli 1605 in Memel, Herzogtum Preußen, Königreich Polen; † 15. April 1659 in Königsberg, Herzogtum Preußen) Horto recreamur amoeno Der habe Lust zu Würfeln und zu Karten, Der zu dem Tanz und der zum kühlen Wein, Ich liebe nichts, als… Continue Reading „Zur Frühlingszeit braust der Hochzeitsgott“

Der Mond

Rajzel Żychliński (poln. Rajzla Żychlińska, jidd. רייזל זשיכלינסקא; geb. 27. Juli 1910 Gąbin, Polen; † 13. Juni 2001 in Concord, Kalifornien, USA) di lewone di lewone is doss ponem fun ale mentschn fun ale zajtn. ajngeschlofn senen ale angsstn zwischn schotnss fun tojte gedanken.… Continue Reading „Der Mond“

Treulos bin ich gewesen

Franziska zu Reventlow (* 18. Mai 1871 in Husum; † 26. Juli 1918 in Locarno, Schweiz – 100. Todestag) Treulos bin ich gewesen und hab dich einst doch geliebt, Kannst du mir vergeben, wenn ich dein Leben getrübt? Treu hatt‘ ich dir geschworen, Liebe… Continue Reading „Treulos bin ich gewesen“

Sonett

Felix Philipp Ingold Fortschritt (1) Als Betonkeiler schießt an jedem Ende ein „Wir sind!“ empor, mit tollem Pathos und in blödem Einerlei nimmt das vereinte „Wir!“, bevor „Ich bin!“ zum letztenmal das Sagen hat, feist überhand und ist schon da und hält die Luft… Continue Reading „Sonett“

Leonce-und-Lena-Preis 2019

Lyrikwettbewerb um den Leonce-und-Lena-Preis und die Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise am 29. und 30. März 2019 in der Centralstation Darmstadt  Einsendeschluss für die Bewerbungen ist der 15.09.2018 „Mein Leben gähnt mich an wie ein großer weißer Bogen Papier, den ich vollschreiben soll, aber ich bringe keinen Buchstaben heraus.“ Dieses… Continue Reading „Leonce-und-Lena-Preis 2019“