Kategorie: Deutsch

Ode auf das Schachspiel

Der „größte Dichter Bayerns“ (er stammt aus dem Elsass). Ein deutscher Odendichter 100 Jahre vor Klopstock. Der deutsche Horaz. Pech für uns: er dichtete auf Latein. Wäre sein Werk in deutscher Sprache möglich gewesen? Hätte wäre wenn. Er heißt Jakob Balde (Johann Jacob Balde,… Continue Reading „Ode auf das Schachspiel“

Der du bist im Exil

Horst Samson GEBET Der du bist im Exil, Verschwiegen werde dein Name, dein Wille Vergehe ungeschehen auf Erden wie im Himmel Das tägliche Brot. Dein Reich Verschimmele, wie Dein Körper, deine Wörter sind schnell und schuldig, sie vergeben Nichts wie auch wir dir nie… Continue Reading „Der du bist im Exil“

Der Stein

Von Joachim Ringelnatz (* 7. August 1883 in Wurzen als Hans Gustav Bötticher; † 17. November 1934 in Berlin) Ein kleines Steinchen rollte munter Von einem hohen Berg herunter. Und als es durch den Schnee so rollte, Ward es viel größer als es wollte.… Continue Reading „Der Stein“

Papantscha Vielerlei

Christa Reinig (* 6. August 1926 in Berlin; † 30. September 2008 in München) Aus: PAPANTSCHA VIELERLEI Ob nun das Christentum den Hinduismus oder der Hinduismus das Christentum beeinflußt haben mag, gleichviel, die Übereinstimmung ist oft frappierend: Im Anfang war der Reim. Da gingen… Continue Reading „Papantscha Vielerlei“

offener ansatz

Flanzendörfer (* 30. Dezember 1962 in Dresden-Oberpoyritz; † 4. August 1988 in Marienwerder), Aus: Die Gestalt (1987) Aus: flanzendörfer: unmöglich es leben. Berlin: Janus press, 1992, S. 101 Aus der Biografie (Quelle: Frank Lanzendörfer, Versensporn 16. Jena 2014): Im Juni 1985 wird flanzendörfer von… Continue Reading „offener ansatz“

Musik

René Schickele (* 4. August 1883 in Oberehnheim im Elsass; † 31. Januar 1940 in Vence, Alpes-Maritimes) Aus: René Schickele: Weiss und rot. Gedichte. Berlin: Cassirer, 1920

Nur mal so

Johann Wolfgang Goethe [Aus Lila] Feiger Gedanken Bängliches Schwanken, Weibliches Zagen, Ängstliches Klagen Wendet kein Elend, Macht dich nicht frei. Allen Gewalten Zum Trotz sich erhalten, Nimmer sich beugen, Kräftig sich zeigen — Rufet die Arme Der Götter herbei. (1777) Ich übergebe an Herrn… Continue Reading „Nur mal so“

Kommentar

Ernst Jandl (* 1. August 1925 in Wien; † 9. Juni 2000 ebenda) kommentar dass niemals er schreiben werde seine autobiographie dass ihm sein leben viel zu sehr als dreck erscheine dass auch nur wenige punkte, blutige er noch erinnere dass aber niemals er… Continue Reading „Kommentar“

Aus dem Deutschen

Felix Philipp Ingold Schwache Gedanken Kommt daher das Wanken Von Worten getragen? Länger zu fragen Verzögert das Ende Verhindert den Sinn. Feisten Gestalten Zum Gruß an sich halten (Schlimmer: sich beugen). Statt auszusteigen Hebt ihr die Hände Lebt weiter so hin … Aus: Felix… Continue Reading „Aus dem Deutschen“

Freude dran

Friedrich Rückert Des Dichters Freude am Gedicht Erst hattest du deine Freude dran; Nun haben sie andre Leute dran: Das ist nun deine Freude dran. Aus: Neuer poetischer Hausschatz. Halle: Hendel, o.J. (ca. 1896), S. 14

Tanz des Intellekts zwischen den hebräischen Konsonanten

Französische Rechtschreibung ist für Anfänger schwierig aber lernbar. Ein geordnetes System von Regeln. Englische? Schwer aber lernbar. Vielleicht sind es auch Regeln, aber es sind so viele, dass ich sie von Ausnahmen kaum unterscheiden kann. Und Hebräisch? Ich lerne noch. Für den Lernenden entstehen… Continue Reading „Tanz des Intellekts zwischen den hebräischen Konsonanten“

Liebster Perthes

Philipp Otto Runge (* 23. Juli 1777 in Wolgast; † 2. Dezember 1810 in Hamburg) Wollgast den Januar 1807 Liebster Perthes … wir haben den Sommer die Pr(eußen) an der Grenze gehabt, jetzt die fr(anzosen) und also immer ein doppeltes interesse, welches eben nur… Continue Reading „Liebster Perthes“

Werner Söllner † 19. Juli 2019

Werner Söllner Zum Glück für Constantin von Barloewen Wir stolpern, wir stolpern in den Tag hinein. Das soll unser, das soll unser Leben sein. Und abends, und abends stolpern wir zurück in die Nacht, und das macht unser Glück aus: das Licht. Aus: Das… Continue Reading „Werner Söllner † 19. Juli 2019“

„Reinstes Gold der Lyrik“

Gottfried Keller ist ein sehr vielseitiger Dichter. Natur- und Liebesgedichte finden sich ebenso wie polemische Sonette, politisch Streitlustiges, Pathos und verspielte Gaselen, Ironie und Melancholie und Gelegenheitsgedichte zu öffentlichen Festen. Alles das ist „Lyrik“, aber im engeren Sinne am (Lyrik, Lyriker, -) „lyrischsten“ wohl… Continue Reading „„Reinstes Gold der Lyrik““

Die Aufgeregten

Noch eins von dem großen Gottfried Keller. Anderer Ton. Die Aufgeregten Welche tief bewegten Lebensläufchen, Welche Leidenschaft, welch wilder Schmerz! Eine Bachwelle und ein Sandhäufchen Brachen gegenseitig sich das Herz! Eine Biene summte hohl und stieß Ihren Stachel in ein Rosendüftchen, Und ein holder… Continue Reading „Die Aufgeregten“