Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
In Bookforum Dez/Jan bespricht Marjorie Perloff eine neue Ausgabe der späten Lyrik von Anna Achmatowa. Hier eine Passage, die sich intensiv der Übersetzungskritik widmet: In her preface, Anderson argues that the extant free-verse translations don’t do Poem Without a Hero justice. An exception, she… Continue Reading „25. Poem ohne Held“
Unter ihrem designierten Chefdirigenten Fabio Luisi zelebrierten die Symphoniker mit einer Hundertschaft von Vokalisten die sündige Sinnlichkeit Carl Orffs. Dass der Münchner Komponist seine 1942 vollendeten „Catulli Carmina“ – zu Deutsch: „Gesänge des Catull“ – in der Originalsprache des römischen Dichters belassen hatte, dafür… Continue Reading „23. Sündig, sinnlich, gut“
Der Dezember [2004!] beginnt mit einer Sensation. Aus über zweieinhalb Jahrtausenden taucht ein Gedicht von Sappho auf: Ein vor kurzem veröffentlichter Papyrustext vervollständigt endlich ein Gedicht aus dem vierten Buch der Lieder Sapphos. Ein Teil dieses Liedes war bereits auf einem anderen Papyrusfragment aus… Continue Reading „1. Sensation: Sappho-Gedicht entdeckt“
Der Ausgangspunkt war die Lektüre der Oden von Hölderlin, die mich immer begleitet hat. Es war mein Wunsch, so etwas selber zu machen, und ich habe dann begonnen, die Odenliteratur zu studieren. So bin ich von Hölderlin auf Klopstock und von Klopstock auf Horaz… Continue Reading „39. Urs Allemann über die Ode“
Ging es Rösch, wie er im Nachwort von 1952 formulierte, darum, ¸¸die Wirkung des antiken Hexameters nachzuschaffen“, so will Fink umgekehrt zeigen, wie ¸¸ungeheuer modern“ Ovid sei. Er berührt sich hierin mit Michael von Albrecht, der 1984 eine vollständige Prosaübersetzung der Metamorphosen vorgelegt hatte,… Continue Reading „57. Hexameter übersetzen“
A superb new translation of Catullus by Josephine Balmer is a vivid reminder that there’s nothing new about art’s ability to shock. In Poems of Love and Hate (Bloodaxe, £8.95), Lesbia’s gentle kisses jostle alongside a range of sexual activities that sound exhaustingly eclectic.… Continue Reading „3. Catullus“
Der tschechische Komponist Bohuslav Martinů vertonte 1957 das Gilgamesch-Epos, eine der ältesten Dichtungen der Menschheit. Jetzt wird das Oratorium in Weimar und Leipzig aufgeführt. Für die Rolle des Sprechers konnte Dieter Mann gewonnen werden. Hier eine Probe aus der ersten Tafel in der Übersetzung… Continue Reading „68. Gilgamesch“
Es ist erstaunlich: Bislang ist ein Thema fast ganz ausgespart worden, obwohl es dem Kopftuch wahrlich am nächsten liegt: Das Haar. Das Kopftuch ist in aller Munde, vom Haar redet niemand. Dabei stellen wir fest, dass die europäische Kultur und das Haar fast Synonyme… Continue Reading „Kopftuch, Haar und Lyrik“
1556 Epigramme des römischen Dichters Martial sind überliefert, hunderte weitere wurden wegzensiert oder gingen auf anderem Wege verloren, schreibt der Rezensent des Guardian (6.9.03) zu einer neuen Übersetzung durch den irischen Dichter und Professor dazu, Brendan Kennelly. Folgt eine aufschlußreiche Liste der Gegenstände dieses… Continue Reading „Martials Lebenswahl“
Martin Bauer bemüht Ovid aus aktuellem Anlaß: Auch in die kleinste Auswahl der Grundbücher der abendländischen Zivilisation gehören die „Metamorphosen“ des Ovid. Annähernd 20 000 lateinische Verse handeln von einer Götter- und Menschenwelt, die von ständigem Wandel beherrscht wird. Es sind diese Verwandlungen, aus… Continue Reading „Metamorphosen des Ovid“
Über einen der glücklichsten Neufunde antiker Texte berichtet ein Artikel der New York Times *) am 26.11.02. Grabräuber hatten eine Mumie gefunden und gestohlen. Eine Papyrusrolle (Mumien wurden mit gebrauchten Papyrusrollen ausgestopt) mit griechischen Gedichten tauchte auf dem europäischen Kunstmarkt auf und befindet sich… Continue Reading „Poetry from a mummy: die Erfindung des Gedichtbandes“
Pindars „Siegeslieder“ in einer neuen Auswahl (Deutsch von Uvo Hölscher) bespricht die NZZ am 16.11.02: „Siegeslieder. Griechisch-Deutsch C. H. Beck Verlag, München 2002, ISBN 3406496385 Gebunden, 150 Seiten, 26,90 EUR
„Do I still yearn for my virginity?“ Sappho asks in another fragment. What is the meaning here? Who is talking? Is it Sappho, an old woman tormented by sex? Or the voice of Sappho’s creation? It is the need to decide that draws us… Continue Reading „Devastating power“
The fragments of Sappho constitute a compelling demonstration of the tragic power of the word, its capacity to make us feel loss as deeply as we do in life. The lines just quoted are all that survive of the original poem, recovered from a… Continue Reading „Tragic power of the word“
Für Hölderlin liegen die Dinge nicht mehr so einfach. Klassizistische Gewissheit wird in den Anfangsversen seines Gesangs «Der Einzige» transformiert zur existenziellen Selbstbefragung: «Was ist es, das / An die alten seligen Küsten / Mich fesselt, dass ich mehr noch / Sie liebe, als… Continue Reading „Erfindung der Antike“
Neueste Kommentare