32. Brinkmann-Stipendium für Wenzel

Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium 2013

Der Preisträger 2013 ist Christoph Wenzel.

Begründung für die Preisvergabe

Christoph Wenzel (© Stadt Köln/Senka Karabegovic)

Christoph Wenzel, Aachener Lyriker und Literaturwissenschaftler mit westfälischen Wurzeln, hat seine Gedichte über Jahre hinweg beharrlich und konsequent weiterentwickelt. Sein Formbewusstsein hat sich besonders in jüngster Vergangen­heit deutlich gestärkt, dies gepaart mit einer gewachsenen Souveränität im Umgang mit dem lyrischen Bild.

Wenzels Gedichte handeln vom ganz Alltäglichen und sie befleißigen sich dabei einer einfachen, verständlichen, nicht aber schlichten Sprache. Er scheut sich dabei nicht, „Heimatlyrik“ in einem guten und ganz neuen Sinne zu schreiben.

Eine „Heimatlyrik“, die sich – natürlich bar jeglicher Tümelei – in buchstäblich bodenständiger Weise mit dem westfälischen Erinnerungsraum, dem Wenzel entstammt, befasst. Er scheut sich nicht einmal, über den „Boden“, also die westfälische „Erde“ zu schreiben, und siehe da, es gelingt, ohne dass auch nur im Keim Missverständliches aufscheinen würde. Denn sein Westfalen besteht nicht aus Mythen und metaphorisch Aufgeladenem, sondern aus dem unmittelbar Gegebenen: realistisch nachempfundenen Kindheitsszenerien, Kleinbürgersied­lun­gen, Nutzfeldern und nicht zuletzt echten Menschen, knurrig, aber rechtschaffen. Ihre Redensarten und Sprechweisen dringen ein ins Gedicht, impfen die Gedichte gewissermaßen mit einem Authentizitätsserum und weisen ihnen so aufgrund des offenkundigen Montage-Charakters, ohne sich dem Verständnis künstlich zu verschließen, eine mehrschichtige Tektonik zu.

Christoph Wenzel erscheint der Jury des Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendiums gerade wegen seiner entschiedenen und mutigen Arbeit an sich selbst, die sich immer wieder kritisch dem eigenen Schreiben gestellt hat und weiterhin stellt, als geeigneter Kandidat, der mit seiner Einreichung eine neue, beeindruckende Stufe der lyrischen Formgebung erreicht hat.

Dr. Enno Stahl für die Jury

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