114. Das Erlebte will zuerst / beschrieben sein

Sie haben kürzlich den renommierten Hölderlin-Preis erhalten. Was verbinden Sie mit dem Dichter?

Klaus Merz: In meiner Jugend hat mich Hölderlins Werk sehr beschäftigt. Ich war ihm beinahe verfallen. Später löste ich mich schrittweise von seinem Einfluss. Die hohen Ideale, der hymnische Ton machte mich schwindlig. Ich wandte mich ab, betrieb literarischen „Kahlschlag“ und musste doch erkennen, dass die Wurzeln aller „neuen“ Meister, denen ich mich zuwandte, ebenfalls zurück zu den alten, unter anderem zu Hölderlin und ins existenzielle Fundament dieser Dichtung führten.

(…)

„Sogar das Erlebte will zuerst / beschrieben sein“ heißt es in einem Ihrer Gedichte.

Merz: Ja, das ist mir wichtig. Erst das Formulierte wird lesbar, es wird anders und neu erfahrbar. Das ist eine große Aufgabe. Nicht nur der Literatur, sondern auch der Malerei. / mehr

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