Der Herbst gehört den Poeten…

in Wien. Nick Cave mit düsteren Balladen, die junge Autorin Ayu Utami aus Jakarta mit provokanten Attacken, der österreichische Schrammel-Musiker Roland Neuwirth mit deftigen Dialektversen – vielstimmig und vielsprachig, jung und traditionell, gereimt und ungereimt erklingt ein internationales Ständchen. Schüler und Meister des gesprochenen, gesungenen oder geschriebenen Wortes feiern mit Konzerten und Performances im Oktober den 10. Geburtstag der «schule für dichtung» in Wien.
«Es gibt Akademien für alles und jedes, nur nicht für Lyrik», war die Ausgangsüberlegung des Wiener Schriftstellers Christian Ide Hintze, als er 1992 die ungewöhnliche Lehranstalt mit dem Kürzel sfd aus der Taufe hob. Dabei signalisiert bereits das Logo, für das Christian Morgensterns Gedicht «Fisches Nachtgesang» Pate stand, die inhaltliche Ausrichtung. Das erste konkrete Gedicht der Literaturgeschichte, das nur aus Betonungszeichen besteht, verweist auf die akustische und optische Dimension der Sprachkunst. / Leipziger Volkszeitung 21.10.02

(eine dpa-Meldung, die die Lokalzeitungen landesweit nachdrucken; die Großen: kommen bestimmt noch?)

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