Rimbaud Verlag Aachen

Dabei durchmisst das Programm ein breites Spektrum. Surrealistisches gehört dazu, von Bernhard Albers selbst in der Anthologie „Aus zerstäubten Steinen“ kenntnisreich zusammengestellt. Dazu kommt eine oft individuell geartete, nicht so recht in Schulen einzuordnende Literatur wie die Gedichte von Ernst Meister (1911-1979). Und es rücken – hier kommt der Begriff der Tradition wieder ins Spiel – geistige Landschaften ins Blickfeld, die über einzeln herausragende Gipfel hinaus vom Vergessen verschüttet worden sind.

In ganz besonders verdienstvoller Weise haben sich Albers und sein GmbH-Kompagnon Hörner (der sich um die praktische – will sagen: elektronische – Herstellung sorgt) um die Bücher deutschsprachiger Autoren, die meisten von ihnen Juden, aus der Bukowina bemüht. Paul Celan war gewiss bekannt, auch Rose Ausländer . Doch sie standen nicht allein. Es gab einen Alfred Margul-Sperber, einen Immanuel Weißglas und noch viele mehr.

Ein besonderes Herzenskind der Verleger ist Moses Rosenkranz, der – 1904 geboren – als steinalter Mann im Schwarzwald lebt. Wer sein Buch „Kindheit – Fragment einer Kindheit“ liest, dem wird weh ums Herz. Zum einen, weil das alles, was Rosenkranz beschreibt, unwiderruflich dahin ist. Zum anderen auch, weil die gepflegte, sorgsam modulierte Sprache des Schriftstellers kulturelle (bildungsbürgerliche) Kontinuitäten wieder ans Licht zieht, die vergessen schien[en]. / Aachener Nachrichten 20.6.01

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