Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Gioconda Belli gehört zu den großen Frauengestalten Mittel- und Lateinamerikas. Aus der Oberschicht Nicaraguas stammend, eine gefeierte Dichterin, agierte sie im Untergrund für die Sandinisten, bis diese 1979 den Diktator Somoza stürzten. In „Die Verteidigung des Glücks“ erzählt Belli, wie die sandinistische Herrschaft von Beginn an unter einem schlechten Stern stand. / Oberösterreichische Nachrichten 3.3.01
ist anzuzeigen, ein Standardwerk schon nach Erscheinen: rund 2 500 Seiten englischer und amerikanischer Lyrik von Chaucer bis Heaney, chronologisch geordnet und hilfreich kommentiert durch pointierte Dichterbiografien. Bei den Übersetzungen gibt es naturgemäß immer viel zu meckern, was in diesem Fall besonders viel Vergnügen bereitet, da die Ausgabe zweisprachig ist. / Berliner Zeitung 3.3.01
James Merrill (1926-95) won two National Book Awards, a National Book Critics Circle Award, a Pulitzer Prize, a Bollingen Prize and the Library of Congress’s Bobbitt National Prize for Poetry. This week, we’ve created a unique overview of the poet’s work. In addition to reviews of his „Collected Poems“ and Alison Lurie’s memoir of Merrill and his lover, David Jackson, we are presenting audio recordings of Merrill reading a number of his poems, including a 1967 appearance at New York’s 92nd Street Y. / New York Times 4.3.01
Merrill´s poem „164 East 72nd Street“
39 Minuten vom Autor gelesene Gedichte
Besprechung in der Los Angeles Times
„Alle bekannte Literatur ist in der Sprache des common sense gehalten“, hat Paul Valéry erkannt, „bis auf die von Arthur Rimbaud.“ Die Verlockung zu ihr geht weiter, und sie wird nie enden, solange es junge Männer gibt, die bei ihrer schier unausweichlichen Rimbaud-Lektüre rote Ohren bekommen, und sie werden nicht aussterben. Rimbauds Verse sprühen auf ihre abenteuerlich suggestive, nie ganz zu entschlüsselnde Weise ewige Jugendlichkeit. Das musste gerade auf einen Mann wie Paul Verlaine von höchster Anziehungskraft sein. Verlaine war eher eine poetische Mimose, der es niemals einen schlechten Vers zu schreiben gelang. / Die Welt 3.3.01
:: und was ist mit jungen Frauen?
Mehr Rimbaud 1 /
LONDON – Canada may soon have a Poet Laureate. But before submitting resumes, applicants should consider the slings and arrows endured by Britain’s national wordsmith.
Andrew Motion, 49, writes about stuff most poets would not touch with a 10-ft-pole. Since starting a 10-year stint as Britain’s Poet Laureate in 1999, he has crafted verses on the Salvation Army, a telephone helpline for children and the Trades Union Congress. / National Post 3.3.01
Frankfurter Anthologie 3.3.: Wolfgang Brenneisen über Brecht: „Der Pflaumenbaum“. – In der Reihe „Das neue Gedicht“ der „ Welt “ spricht Richard Pietraß über Charles Simic: „Stein“.
Mehr Brecht 1 /
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Berlin — Zum 2. Unesco-Welttag der Poesie am 21. März finden in Berlin Autoren unterschiedlicher Sprache zusammen. Sie werden gemeinsam an der Übersetzung ihrer Gedichte arbeiten, wie die Literaturwerkstatt Berlin mitteilte. Zu dem Lyrikertreffen vom 17. bis 21. März werden Teilnehmer italienischer, amerikanischer, französischer, flämischer, griechischer und deutscher Sprache erwartet. Sie haben jeweils zehn Texte vorgelegt, die vorab übersetzt wurden. Später werden die Texte auf der Internetplattform http://www.lyrikline.org präsentiert.
Lyrik gibt es zum Welttag der Poesie auch im ZDF und im Deutschlandradio Berlin. Im Nachtstudio des ZDF ist am 21. März eine dreistündige Aufzeichnung aus dem Hauptadtstudio des Senders unter dem Motto „Die Stimme kommt zum Text — Die lange Nacht der Poesie“ mit Lautpoeten, experimentellen Dichtern, Wortkünstlern und Slamern zu sehen. Deutschlandradio strahlt Mitschnitte am 22. März und 5. April jeweils um 0.05 Uhr aus. ddp / Die Welt 2.3.01
Anfang und Ende der „Zeit“-Literatur heute mit Lyrik: aus S. 45 belobt Konrad Heidkamp eine CD mit 100 klassischen amerikanischen Poetenstimmen („ein unglaublicher Fund“), und auf S. 52 bespricht Benedikt Erenz den Band „Irrläufer“ von Walle Sayer (s. a. NZZ ). Hinzu kommt eine Textprobe von Alexander Lernet-Holenia . – Den Artikel über die CD-Edition begleiten 9 mp3-Hörproben von Lawrence Ferlinghetti bis Elizabeth Bishop über Pound und Plath. Nix wie hin ! Mehr Sayer 1 / 2 /
Über Boris Pasternaks Familienkorrespondenz schreibt der „ Bund „, 1.3.01
aus Leipzig das Brecht-Gedicht „Die Erziehung der Hirse“ als Theaterperformance. Auf wundersame Weise kritisierte sie Überproduktion und Ertragssteigerungswahn – gleichermaßen sozialistisches wie kapitalistisches Problem – anhand eines Texts, der noch dem Fortschritt zu huldigen scheint. Später diskutierten Autoren wie Thomas Oberender, Ralf Bönt oder Axel Preusz, was sie mit Brecht verbindet. Die einen wurden in der Schule mit ihm gequält, die anderen konnten ihn selbst im Literaturstudium umgehen. Sie bezweifelten die Möglichkeit, heute noch klare Fronten aufzubauen, wie Brecht, der große Vereinfacher, es tat, würdigten aber sein Bekenntnis zur Ästhetik. /Tagesspiegel 1.3.01
Der 1999 verstorbene Literaturwissenschaftler und Germanistikprofessor zeigt postum noch einmal, was es mit dem «Dichterischen» auf sich hat. Das Buch «Das erneute Gedicht» bringt einen Extrakt aus Paul Hoffmanns poetologischem Lebenswerk, eingeführt von Uwe Kolbe unter dem treffenden Titel «Eine genaue Liebe. Paul Hoffmanns wissenschaftliche Arbeit» /Schaffhauser Nachrichten 1.3.01
Ulrike Draesners 1995 bei Suhrkamp erschienener erster Gedichtband „Gedächtnisschleifen“ wurde 1999 wieder aus dem Verlagsprogramm genommen. Ebenso der Band „Flußbild mit Engel“ vonKathrin Schmidt. Trugen die Autorinnen, die inzwischen auch Prosa veröffentlicht haben, bei Lesungen Beispiele aus diesen Gedichtsammlungen vor, mussten sie den Zuhörern, die Genaueres darüber wissen wollten, erklären: „Das Buch ist leider nicht mehr lieferbar.“
Das hat sich jetzt geändert. Im VLB, dem Verzeichnis lieferbarer Bücher, tauchen beide Bände wieder auf, diesmal mit dem Verlagsvermerk „Buch & Media“. Mit dieser Angabe erscheinen auch andere Lyrikbände im VLB, die vor vielen Jahren einmal irgendwo herausgekommen und inzwischen (fast) vergessen sind – solche von Richard Pietraß („Notausgang“, 1980 bei Aufbau), Jürgen Theobaldy („Blaue Flecken“, 1974 bei Rowohlt), Günter Kunert („Warnung vor Spiegeln“, 1970 bei Hanser) und Rolf Haufs („Straße nach Kohlhasenbrück“, 1962 bei Luchterhand). Insgesamt 24 Neuauflagen bis dato vergriffener Gedichtbände listet die Buch & Media GmbH in ihrem Startprogramm der „Lyrikedition 2000“ auf. Dazu kommen sechs Neuerscheinungen von Richard Wagner, Hugo Dittberner und anderen. Verantwortlich für Auswahl und Lektorat zeichnet der erfahrene Literaturwissenschaftler und Kritiker Heinz Ludwig Arnold. Die Rechte für die Editionen verbleiben bei den Autoren. Auflagenhöhe? – Gibt es eigentlich nicht. Denn das ist das Besondere an dieser Edition: Die Bücher entstehen samt und sonders als so genannte Books on Demand, als Bestellbücher. Allein die Nachfrage regelt die Zahl der produzierten Titel. / Cornelia Geissler , Berliner Zeitung 1.3.01
In Poesie gewandelt klingt Politik so: „Ach, das Stöhnen dringt / aus dem tiefen Berg des Bewusstseins / und der verräterische Stich / enthüllt die Wut der Herzen.“ Deutsche Romantik? Nein: arabische Postmoderne. Die Verse mit dem Titel “ Kuwaitischer Widerstand“ stammen von Khazna Buresly und finden sich in einer Lyrik-Anthologie, die zugleich politische Streitschrift ist. „Das Echo kuwaitischer Kreativität“, heißt sie. /Tagesspiegel 1.3.01
«Irrläufer»: Gedichte von Walle Sayer
„Nicht nur die mit Literaturpreisen überhäuften und als Junggenies gehandelten DDR-Lyriker blicken zurück auf die spezifische Situation ihrer eigenen Geschichte – ihre (weit weniger beachteten) westdeutschen Kollegen tun es nicht minder. Einer von ihnen ist der im badischen Horb lebende Walle Sayer, der – 1960 in Bierlingen bei Tübingen geboren – zu den hoffnungsvollsten Stimmen seiner Generation zu zählen ist.“ / NZZ 28.2.01
How they sleep : Ein Gedicht über die Engländer teilt die Times Literary Supplement mit:
Simon Armitage The English
They are a gentleman farmer, living
on reduced means, a cricketer´s widow
sowing a kitchen garden with sweet peas.
A lighthouse keeper counting aeroplanes.
Old blackout curtains staunch the break of day.
Regard the way they dwell, the harking back:
how the women at home went soldiering on
with pillows for husbands, fingers for sons;
how man after man emerged at dawn
from his house, in his socks, then laced his boots
on the step, locked up, then steadied himself
to post a key back through a letterbox.
The afternoon naps, the quaint hours they keep.
But since you ask them, that is how they sleep.
Der amerikanische Lyriker Archie Randolph Ammons ist am 25. Februar im Alter von 75 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Der 1926 bei Whiteville in North Carolina geborene Ammons begann während des Dienstes bei der US-Marine im Zweiten Weltkrieg zu schreiben.
Ammons‘ Naturdichtung wurde in der Nachfolge von Emerson, Whitman und Thoreau gesehen, unter den moderneren Lyrikern standen ihm Robert Frost, William Carlos Williams, Wallace Stevens und der von Ammons besonders bewunderte John Ashbery nahe. / NZZ 28.2.01
Mehr Ammons 1 /
Mr. Ammons, for example, was inspired to compose his poetry about garbage after spotting piles of it rotting near Interstate 95 in Florida:
garbage has to be the poem of our time because
garbage is spiritual, believable enough
to get our attention, getting in the way, piling
up, stinking, turning brooks brownish and
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