Veröffentlicht am 21. Januar 2011 von lyrikzeitung
Wie die Ostsee-Zeitung mitteilt, ist eine Handschrift, die einzige erhaltene Originalhandschrift, der Greifswalder Barockdichterin gefunden und bestimmt worden:
Das Leben der Poetin liest man (allzu verkürzt) aus ihren Gedichten. Diese wiederum sind ebenfalls nur indirekt zugänglich, nämlich aus der Hand des schwäbischen Theologen Samuel Gerlach (1609-1683). Er besaß die Handschriften, aus denen er zwölf Jahre nach dem Tod seiner „Schülerin“ in Danzig die Gedichtausgabe zusammenstellte. Über den Verbleib dieser Handschriften ist bis heute nichts bekannt.
Aber Gerlach besaß noch ein weiteres handschriftliches Zeugnis, einen Eintrag der Dichterin in seinem Stammbuch. Auf der Suche nach einer Anstellung war der ehemalige Feldprediger 1636 nach Greifswald gekommen, wo er mehrere Monate für Sibylla Schwarz eine Art Mentor wurde. Später führte ihn sein Weg nach Danzig und 1652 zurück in seine schwäbische Heimat. Und dort liegt das Stammbuch noch heute.
Dank der großzügigen Unterstützung des jetzigen Besitzers, Johannes Autenrieth aus Kernen im Remstal, sowie mit kollegialer Hilfe ist es gelungen, den Stammbucheintrag von Sibylla Schwarz zu identifizieren. Das Ergebnis ist aus mehr als einem Grunde bemerkenswert — ja für die Fachwelt sensationell. Was könnte die junge Dichterin in ein Stammbuch geschrieben haben, in dem sich nur Männer, und diese überwiegend in lateinischer Sprache, verewigt haben?
Immerhin ist es der siebenundsechzigste Eintrag, davor stehen Namen wie Bartholdus Krakevitz aus Greifswald, die Stettiner Daniel Cramerius und Jacobus Fabricius, Nicolaus Hunnius aus Lübeck — bedeutende, allseits bekannte Namen in der gelehrten Welt um 1630. Sicher möchte die damals fünfzehnjährige Poetin ihre Gelehrsamkeit, in dieser Zeit gleichbedeutend mit dichterischem Können, ebenso zeigen. Also wäre zu erwarten, dass sie dichtet, dass sie, die den Reformator der deutschen Poesie, Martin Opitz, poetisch preist, deutsche Verse schreibt.
Weit gefehlt! Sibylla Schwarz schreibt einen holländischen Vers auf das Stammbuchblatt! Damit überholt sie Martin Opitz selbst. Denn dieser hatte den entscheidenden Anstoß für sein „nationales kulturpolitisches Konzept“, in deutscher Sprache zu dichten, aus Holland erhalten. Und sie verwendet den neuen Ton, den Martin Opitz, ebenfalls auf die holländischen Dichter verweisend, für die deutsche Dichtung forderte. …
Nicht nur die Tatsache, sich mit einem holländischen statt deutschem oder gar lateinischen Vers als zur dichterischen Avantgarde gehörend zu „outen“, überrascht. Auch das, wovon der gereimte Zweizeiler spricht: „Man sollte sich zuerst um seine Seele Gedanken machen, und dann erst um den schwachen Leib; und ohne diese zwei ist Geld nur eine Bürde.“ Leib und Seele — davon sprechen viele, aber von Geld, und dann in dieser Reihung?
Was sagt das über die zeitgenössische Kultur aus, wenn Schwarz diese Verse aus einer eher didaktischen Dichtung wählt? Deren Verfasser „Vater“ (Jacob) Cats (1577-1660) gehörte zu den beliebtesten holländischen Gegenwarts- Dichtern, sein Werk „Houwelick“ (Hochzeit) fand sich neben der Bibel in jedem bürgerlichen Haushalt. Verwundert es, dass damit Schwarz in der Cats-Rezeption vor den „Großen“ wie Harsdörffer und Titz steht?
/ Monika Schneikart, OZ 21.1.
Die Autorin ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie im Institut für Deutsche Philologie.
Veröffentlicht am 21. Januar 2011 von lyrikzeitung
Vor allen Dingen erweitert das Dichterschicksal Georg Hoprichs die doch recht einseitige Sicht auf die rumäniendeutsche Literatur, die leider meist nur mit den Namen des einstigen Vorzeigeehepaars der rumäniendeutschen Literatur, Herta Müller und Richard Wagner, sowie mit der deutschsprachigen Aktionsgruppe Banat erwähnt wird. Georg Hoprich wurde dank der mutigen Herausgebertätigkeit von Stefan Sienerth – 1983 erschien im Kriterion Verlag Bukarest dessen einziger Gedichtband mit dem schlichten Titel „Gedichte“ – schon in der alten Heimat wiederentdeckt. Hoprich war von allem Anfang an zeitgenössisch, wie seine vielleicht unbefangenste autobiographische rumäniendeutsche Kindheitsschilderung schlechthin im Gedicht „Erinnerung“ I zeigt: „Aus blauen Augen sah ich Kind,/ Wie durch Regen und Sonne und Staub und Wind/ Die Zeit trottete./ – Der erste Winter, der mir bekannt,/ War rauh./ Der Vater schlief am Rand,/ Ich in der Mitte, die Mutter an der Wand,/ das Bett war eng./ – Der Sommer brachte zu uns Soldaten,/ Sie kamen in Autos – russische Soldaten./ Mein Vater hinkte zu ihnen und reichte jedem die Hand./ Meine Mutter gab ihnen Wasser, ich erhielt ein rotes Band/ Und verlor die Furcht vor Mitja./ – Ein lichter Frühling wehte dann,/ Es kaufte mein Vater, der hinkende Mann/ Sich einen Holzfuß. Dann und wann/ War in der Suppe auch Fleisch“ (1959).
Hier gelingt es Georg Hoprich, die Geborgenheit des intakten Familienlebens in einem siebenbürgisch-sächsischen Dorf gerade auch in gesellschaftlichen Umbrüchen zu thematisieren. Die Geborgenheit einer Dorfgemeinschaft, die nicht nur durch die protestantische Arbeitsmoral, sondern auch durch den lutherischen Familiensinn geprägte siebenbürgisch-sächsische Gemeinde zusammenhielt, fasst Hoprich in die Verse, die seinem Heimatdorf Thalheim/Daia bei Hermannstadt als Symbol des siebenbürgisch-sächsischen Dorfes ein Denkmal setzen. / Ingmar Brantsch, Siebenbürgische Zeitung
Veröffentlicht am 20. Januar 2011 von lyrikzeitung
Bei der algerischen oder französisch-algerischen Tribune ein Artikel von Mohamed Bouhamidi mit der Überschrift „Die Tunesier erfinden ihre Geschichte neu“, der mit einem nicht genannten Dichter beginnt und endet:
Das Volk findet seinen Dichter wieder. Seinem Dichter, der uns lehrte, daß, „wenn das Volk eines Tages das Leben verlangt / Sich das Schicksal nur fügen / Die Nacht sich nur zerstreuen / Und die Fessel sich nur lösen kann“, hat das Volk Recht gegeben. Er hatte den Weg bereitet, indem er die Ketten der poetischen Tradition zerbrach und das Volk zusammen mit einigen Vorläufern zur Poesie einlud und kommende Revolten ankündigte. Prophetische Poesie der Tyrannendämmerung.
(Der Dichter ist offenbar so allbekannt, daß man seinen Namen gar nicht nennen muß? Falls ihn jemand kennt: Hinweise sind immer willkommen.)
Veröffentlicht am 20. Januar 2011 von lyrikzeitung
DU BRAUCHST DICH NIEMALS MEHR FÜR MICH ZU SCHÄMEN.
Ich werde nicht mehr vor den Schulen stehen,
Zu wenig Bildung für ein Wiedersehen,
Nur Neigungen von Brot bis Czeslaw Niemen.
Ich habe dich wohl leider nie beschissen
Genug behandelt, daß es für uns langte,
Ich weiß es nicht, woran ich mehr erkrankte,
Am Tod oder am Handy unterm Kissen.
An deinen freien Tagen bist du wer,
Mit facebook, web.de und wer-kennt-wen,
Nur sag mir rechtzeitig, um wen du wirbst.
Rod Stewart ist schon viel zu lange her,
Erspare mir, euch einkaufen zu sehen
Und melde dich erst wieder, wenn du stirbst.
(Thomas Kunst, Leipzig)
Veröffentlicht am 20. Januar 2011 von lyrikzeitung
Ist es erlaubt, Michael Krüger einen Naturlyriker zu nennen? Eigentlich war er uns als solcher bis jetzt nicht so recht gegenwärtig – auch wenn Adolf Muschg ihn einmal zu Recht einen „lyrischen Landschafts- und Wettermaler erster Güte“ nannte. Aber Meteorologie lässt sich auch in der Stadt betreiben („November war es wie in einem schlechten Film“ – Verse gleich diesen bleiben im Gedächtnis). Und Landschaft, bei Krüger beileibe kein herausgehobenes Sujet, zeigt in seinen Gedichten eine starke Tendenz ins Sinnbildliche, Allegorische. Was für Naturlyrik, die in der wirklichen Landschaft gern Landschaften der Seele spiegelt, nicht gerade typisch ist. / Hans-Dieter Fronz, Mannheimer Morgen
Michael Krüger: Ins Reine. Suhrkamp Verlag. 120 S., 16,90 Euro.
Veröffentlicht am 20. Januar 2011 von lyrikzeitung
Durch die Unterstützung von Sponsoren wird zum 100. Geburtstag des Hagener Lyrikers Ernst Meister (1911 – 1979) erstmals seit 2008 der nach ihm benannte Preis wieder verliehen. Die Kulturstiftung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), die Kulturstiftung der Provinzial Versicherungen und die Thalia Buchhandlungen ermöglichen die Auslobung des mit 13.000 Euro dotierten Hauptpreises und der zwei Förderpreise (je 2250 Euro).
Ausgezeichnet werden Autoren und Nachwuchsschriftsteller, die aufmerksam und kreativ mit Sprache umgehen. Einsendeschluss für die Bewerbungen ist am 5. April, die Verleihungszeremonie soll am Geburtstag Meisters, den 3. September 2011, stattfinden. / Westfalen heute
Veröffentlicht am 20. Januar 2011 von lyrikzeitung
Aus dem Programm zur Ausstellung in Berlin-Pankow, galerie parterre
Donnerstag, 20.01.2011, 20.00 Uhr
VORTRAG | LESUNG Ernst Fuhrmanns Weltwende
Bert Papenfuß, Andreas Hansen, Rex Joswig
Donnerstag, 17.03.2011, 20.00 Uhr
LESUNG | GESPRÄCH Fox Tönende Wochenschau Nr. 26/1954
Chris Hirte, Matthias Friedrich und Detlef Opitz im Gespräch;
moderiert von Karsten Hoffmann
Sonntag, 20.03.2011, 20.00 Uhr
FINISSAGE | PERFORMANCE Tohm di Roes: ICHs Apokalyptus
anschließend
A.S. POP-Kommentare »Das Schweigen der Kunst«
DJ: Marc Gröszer, Frank Diersch
Veröffentlicht am 19. Januar 2011 von lyrikzeitung
Ein Mitarbeiter des Amsterdamer Stadtarchivs hat mehrere Gedichte sowie einige Bücher und Jahrbücher aus der Sammlung des Archivs gestohlen. Dies berichtete gestern die niederländische Zeitung De Volkskrant. Entdeckt wurden die Diebstähle, die bereits 2009 stattgefunden hatten, Anfang letzten Jahres, als der Mann versuchte die Stücke an Antiquare zu verkaufen. Mitarbeiter der Universität von Amsterdam hatten sich zunächst für einige der Gedichte interessiert, wurden dann jedoch skeptisch, was letztlich zur Entdeckung der Diebstähle geführt hatte.
Der Mann stahl mehrere Gelegenheitsgedichte aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Diese Gedichte wurden meist zu Familienanlässen wie z.B. Hochzeiten, Geburten oder Beerdigungen geschrieben. „Die Stücke wurden gedruckt und herausgegeben, manchmal als kleine Bücher. Es sind keine äußerst seltenen Stücke. Aber die Tatsache, dass nicht besonders viele Stücke aus dieser Zeit erhalten geblieben sind, macht sie zu einem interessanten Material“, erklärte Emmy Ferbeck, Leiterin der Abteilung Archiv und Sammlung des Stadtarchivs in Amsterdam. / uni-muenster.de
Veröffentlicht am 19. Januar 2011 von lyrikzeitung
Jede Generation hat ein Gedicht, das sie eint. Allan Ginsberg schenkte der Beat Generation in Howl ein poetisches Werk, das noch deren Enkel so bewegt, dass sie es gerade in den Kinos anschauen können. In dem Film Trainspotting spricht Ewan McGregor eine Startsequenz, die zum Ausdruck eines Protestgefühls Mitte der 1990er Jahre wurde und noch heute Menschen bewegt.
Diesen popkulturellen Bogen muss man aufspannen, um zu verstehen, was RTL am Montag abend (hier zum Nachschauen) aus dem australischen Dschungel sendete. Versteckt zwischen als Dschungelprüfungen bezeichneten Ekel-Aufgaben und kleinlichem Gezänk angeblich prominenter Menschen verbreitete der Sender ein poetisches Werk, das die im Ruhrgebiet geborene Casting-Kandidatin Sarah Knappik unter Tränen vortrug.
Es handelt sich vordergründig um die Klage eines Models (8. Platz in der dritten Staffel von Germanys Next Topmodel). In Wahrheit sind diese poetischen Worte aber eine Anklage gegen die Leistungsgesellschaft, gegen das System (in Knappiks Worten „die Brangsche“) und den permanenten Druck, der sogar gesundheitliche Schäden („irgendwelche Explosionen“) billigend in Kauf nimmt. / dirk-vongehlen, SZ
Veröffentlicht am 18. Januar 2011 von lyrikzeitung
Die polnische Dichterin Wisława Szymborska, Trägerin des Nobelpreises für Literatur (1996), wurde mit der ältesten und höchsten Auszeichnung Polens geehrt, dem Orden des Weißen Adlers. Bei der Zeremonie im Königsschloß Wawel in Krakau wurden auch 28 andere polnische Künstler mit verschiedenen staatlichen Auszeichnungen geehrt, darunter die Filmregisseurin Agnieszka Holland. / Alice Trudelle, Warsaw Business Journal
Wikipedia weiß, daß der Orden der siebtälteste „in der Anciennität der europäischen Orden und der Orden der Welt [ist], hinter dem Christusorden von 1319, dem britischen Hosenbandorden von 1350, dem spanischen Orden vom Goldenen Vlies von 1429, dem dänischen Elefanten-Orden (um 1430), dem dänischen Dannebrogorden von 1674 und dem Schottischen Orden von der Distel von 1687″.
„Anciennität“ ist ein schönes Wort. Paßt irgendwie zur langen Liste der Träger, zu denen reihenweise Kaiser wie Hirohito oder Haile Selassie, Könige, Generäle und Marschälle, Fürsten und Grafen, Ministerpräsidenten wie Benito Mussolini und Bundeskanzler wie Kohl und Schröder, aber auch Philosophen wie Leszek Kolakowski und Schriftsteller wie Stanisław Lem und Czesław Miłosz gehören.
Veröffentlicht am 18. Januar 2011 von lyrikzeitung
Der Verein SchreibArt kümmert sich um die Aufarbeitung eines bisher kaum beachteten Kapitels deutscher Literatur: Er befasst sich mit den Zirkeln schreibender ArbeiterInnen in der DDR. Ein Amerikaner hilft nun bei der Erforschung der Lyrik und Prosa …
Heutzutage, wo sich der Arbeiter vor allem darum sorgt, arbeitender Arbeiter sein zu dürfen, scheint das Schreiben als Feierabendbetätigung gleichwohl so von gestern wie Straßenschlachten für Studenten. Erstaunlich verbreitet ist die literarische Betätigung neben dem Job jedoch ausgerechnet in der Beamtengruppe der Polizisten. Auf der Internetseite Polizei-Poeten.de veröffentlichen etliche von ihnen regelmäßig Texte, in denen sie sich mit ihrem seelisch belastenden Arbeitsalltag auseinandersetzen. / GUNNAR LEUE, taz 17.1.
Ein Leserkommentar verrät mehr:
von Petra N.:
Einige dieser Zirkel sind heute noch recht aktiv, z. B. der Friedrichshainer Autorenkreis, der einstige Zirkel der Drucker des Neuen Deutschland. Es sind auch Jüngere hinzugestoßen sowie ein paar „Wessis“ wie ich. Ich schätze die Zusammenkünfte, weil ich dort fachkundigen Rat erhalte.
[unter dem Link findet man Texte von HEL]
Veröffentlicht am 18. Januar 2011 von lyrikzeitung
Loerke findet – darin ist ihm Lutz Seiler nahe – über das Hören ins Weltganze. Seine Gedichte greifen in die Horizontale und in die Vertikale, wobei er in den Bäumen und im Meer jene Riesen findet, die das Ich dazu einladen, sich in ihnen zu spiegeln. Zaghaft und tastend ist Loerkes Sprache. In den Gedichten sucht er Zwiesprache mit einem überzeitliche Du. In Loerkes schönsten Versen finden in einer Augenblickskonstellation Erzählender und Hörender zueinander.
Der 1941 in Berlin-Frohnau verstorbene Loerke kann in dieser sehr schönen Ausgabe in seinen Gedichten neu entdeckt werden. „Hören was ankommt und genießen“, empfiehlt Lutz Seiler als Möglichkeit, sich Loerkes Gedichten zu nähern. Wer diesen Ratschlag befolgt und sich „unverkrampft“ auf Loerkes Sprache einlässt, der wird erstaunliche Entdeckungen machen. / Michael Opitz, DLR
Oskar Loerke: Sämtliche Gedichte
Herausgegeben von Uwe Pörksen und Wolfgang Menzel mit einem Essay von Lutz Seiler
Wallstein Verlag, Göttingen 2011
Zwei Bände, 1076 Seiten, 45 Euro
Veröffentlicht am 18. Januar 2011 von lyrikzeitung
Er fährt kreuz und quer durch die Stadt, läuft herum, geht ins Kino, sieht am liebsten Detektivgeschichten und Western, diskutiert, schreibt, verbessert, verwirft, probiert dies und jenes, liest Marx und Engels und wartet auf den Durchbruch.
Noch ist er ein unbekanntes Genie, das man bloß für eine freche, provokante Skandalnudel hält. Von der ungeheuren Kraft, die in ihm steckt, wissen vorläufig nur wenige. Im Sommer 1927, wenn er sich in seiner Heimatstadt Augsburg aufhält, kreuzt er, überredet vom Vater, im Atelier des Hoffotografen Konrad Heßler auf. Von den Bildstudien, die hier entstehen, bleiben 32 Aufnahmen erhalten: Brecht in lässiger Pose, weißes Hemd, Krawatte und langer Ledermantel, zwischen den Lippen oder in der Hand die dicke Zigarre, mal sitzend, mal stehend, mal mit Buch, mal mit einem Notizbüchlein und Füllfederhalter. Der Füllfederhalter ist Staffage. Wenn etwas schnell festgehalten werden soll, genügt meist ein Bleistift. / Klaus Bellin, ND 18.1.
Bertolt Brecht: Notizbücher 24 und 25. 1927 – 1930. Hg. von Martin Kölbel und Peter Villwock. Suhrkamp Verlag, 539 Seiten, br., 24,90 Euro.
Veröffentlicht am 17. Januar 2011 von lyrikzeitung
Veröffentlicht am 17. Januar 2011 von lyrikzeitung
Mit seinen „Buchkreisen“ – in Streifen geschnittenen Textseiten, die er fächerartig auf Papier drapierte – machte Löhr in den achtziger Jahren auf sich aufmerksam und wurde schnell zu einem der wichtigsten Vertreter der „Visuellen Poesie“. In seinen Bildern, Objekten und Performances beschäftigte sich Löhr mit dem gedruckten Wort, das er zerstückelte, verformte und collagenhaft in einen neuen Kontext stellte. / FAZ 15.1. S. 34
Hier einige Buchkreise
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