Stimme aus Israel

Die Anthologie „Stimmen aus Israel“ dokumentiert eine kurzlebige Literatur, entstanden im Wesentlichen in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts von Deutschen (Deutschsprachigen), denen die Flucht aus Europa und die Einreise nach Palästina gelungen war, und inzwischen so gut wie verschwunden. Von den 26 Autoren in der Anthologie wurden 11 in Deutschland geboren, 8 in Böhmen und Mähren (vor oder nach der Entstehung der Tschechoslowakei), 2 in Rumänien (Bukowina), 4 innerhalb des heutigen Österreich und einer in Polen. Sie sind allesamt deutschsprachige und israelische Autoren.

Werner Shimon Bukofzer

(geboren 22. April 1903 in Berlin; gestorben 15. Oktober 1985 in Zichron Ja’akow), deutsch-israelischer Schauspieler und Schriftsteller. 1939 Palästina. Wien, Tel Aviv. Pseudonym: Werner Brücken.

Die Feindlichen

Kämen wir ins Gespräch, 
vielleicht ergäbe sich dann 
doch ein Berührendes, 
daß wir die Wunden uns lecken.

Aus: Stimmen aus Israel. Eine Anthologie deutschsprachiger Literatur in Israel. Hrsg. Meir M. Faerber für den Verband deutschsprachiger Schriftsteller in israel. Stuttgart: Bleicher, 1979, S. 231

Hier an diesem Ort

Hier an diesem Ort, 
einem Sammelbecken der Jahrtausendqual, 
könntest du unter der Last 
der Geschichte zusammenbrechen. 
Gewesenes lebt noch fort, 
nur mit veränderten Motiven,
nur in veränderter Gestalt. 
Geblieben ist die Gewalt.
Grab dich hinab zu den Steinen: 
du hörst die Geschichte sprechen, 
du hörst die Geschichte weinen 
zu einem Himmel, der schweigt.

Ebd. S. 232

Aus: ebd. S. 190

Etcetera

Als Student in Rostock entdeckte ich in der Anglistik ganze zwei Bücher von e.e.cummings (so schrieb er sich), die mich in Bann schlugen. Ich verschlang den Romanbericht „The Enormous Room“, ich schrieb den einen Gedichtband, den sie hatten, mit der Schreibmaschine Marke Erika ab – nicht daran zu denken, ein Buch von ihm kaufen zu können* , der Staat DDR verkaufte keine Bücher von drüben – schrieb es ab und fing an zu übersetzen; hier ein Beispiel nicht aus der Abschrift, sondern aus einem Auswahlband, den mir eine amerikanische Studentin ein paar Jahre später schenkte.

*) Ein Band in der Weißen Lyrikreihe von Volk und Welt erschien dann 9 Jahre später doch noch. Dann noch mal 9 Jahre bis Ende Gelände, und in den 90ern verschaffte ich mir die 1100 Seiten starken Complete Poems.

Edward Estlin Cummings 

(* 14. Oktober 1894 in Cambridge; Massachusetts; † 3. September 1962 in North Conway, New Hampshire) 

meine liebe alte etcetera
tante lucy während des letzten

krieges konnte und was
mehr ist tats erzählte
dir wofür die leute

kämpften,
meine schwester

isabel schuf hundert
(aber
hundert)socken ganz zu
schweigen von hemden flohsicheren ohr-

schützern etcetera,meine

mutter hoffte dass ich

sterben würde etcetera
mannhaft natürlich mein vater pflegte
heiser zu werden wenn er davon sprach welche
ehre es sei und wenn er nur selber
könnte während mein

ich etcetera still im tiefen
schlamm lag et

cetera
(träumend,
et
    cetera,von
Deinem lächeln
den augen knien und von deiner Etcetera)

my sweet old etcetera
aunt lucy during the recent 

war could and what
is more did tell you just
what everybody was fighting 

for,
my sister 

Isabel created hundreds
(and
hundreds)of socks not to
mention fleaproof earwarmers

etcetera wristers etcetera, my
               
mother hoped that 

i would die etcetera
bravely of course my father used
to become hoarse talking about how it was
a privilege and if only he
could meanwhile my 

self etcetera lay quietly
in the deep mud et 

cetera
(dreaming,
et
cetera,of
Your smile
eyes knees and of your Etcetera)

Aus: E.E. Cummings, Complete Poems 1904-1962. Revised, corrected, and expanded edition containing all the published poetry. Ed. by George J. Firmage. New York: Liveright, 1991, S. 275.

Das Gedicht erschien ursprünglich 1926 in dem Band „is 5“.

Ineluctable preoccupation with The Verb gives a poet one priceless advantage: whereas nonmakers must content themselves with the merely undeniable fact that two times two is four,he rejoices in a purele irresistable truth(to be found,in abbreviated costume,upon the title page of the present volume).

Aus dem – vom Verlag erbetenen – Vorwort des Autors zum Band „is 5“

Ach!

Wilhelm Busch

(* 15. April 1832 in Wiedensahl; † 9. Januar 1908 in Mechtshausen)

Beschränkt

Halt dein Rößlein nur im Zügel, 
Kommst ja doch nicht allzu weit. 
Hinter jedem neuen Hügel 
Dehnt sich die Unendlichkeit. 

Nenne niemand dumm und säumig, 
Der das Nächste recht bedenkt. 
Ach, die Welt ist so geräumig, 
Und der Kopf ist so beschränkt!

Aus: Wilhelm Busch, Was beliebt ist auch erlaubt. Hrsg. Rolf Hochhuth im Bertelsmann Lesering. (Mohn & Co., Gütersloh, o.J.) S. 561

Erzählung von alten Frauen

Tadeusz Różewicz

(* 9. Oktober 1921 in Radomsko; † 24. April 2014 in Wrocław

Erzählung von alten frauen

Ich liebe die alten frauen
die häßlichen frauen
die bösen frauen

sie sind das salz dieser erde

sie verabscheuen
den menschlichen abfall nicht

sie kennen die kehrseite
der medaille
der liebe
des glaubens

sie kommen und gehn
die diktatoren verhalten sich närrisch
haben schmutzige hände
vom blut menschlicher wesen

die alten frauen stehn morgens auf
kaufen fleisch obst brot
putzen kochen
stehn auf der straße mit verschränkten
händen schweigen

die alten frauen
sind unsterblich

Hamlet tobt im netz
Faust spielt eine schmähliche und lächerliche rolle
Raskolnikow schlägt zu mit dem beil

die alten frauen sind
unzerstörbar
sie lächeln nachsichtig

gott stirbt
die alten frauen stehn auf wie alle tage
kaufen im morgengrauen brot wein fisch
die zivilisation stirbt
die alten frauen stehn morgens auf
öffnen die fenster
entfernen unrat
ein mensch stirbt
die alten frauen
waschen den leichnam
bergen die toten
pflanzen blumen
auf gräbern

ich liebe die alten frauen
die häßlichen frauen
die bösen frauen

sie glauben ans ewige leben
sind salz der erde
rinde des baumes
demutsvolle augen der tiere

die feigheit das heldentum
größe und kleinmut
sehen sie in der richtigen proportion
nah den erfordernissen
des alltags
ihre söhne entdecken Amerika
fallen bei Thermopylen
sterben am kreuz
erobern den kosmos

die alten frauen gehn am morgen
in die stadt kaufen milch brot
fleisch kochen die suppe
öffnen die fenster

nur narren lachen
über die alten frauen
die häßlichen frauen
die bösen frauen

denn es sind schöne frauen
gute frauen
die alten frauen
sind das ei
geheimnis ohne geheimnis
rollende kugel

die alten frauen
sind mumien
heiliger katzen

sind kleine
runzlige
vertrocknende
quellende früchte
oder fette
ovalene buddhas

wenn sie sterben
fließt aus dem auge
eine träne
und vereint sich
auf dem mund mit dem lächeln
des jungen mädchens

1963

Aus: Tadeusz Różewicz: Niepokój. Formen der Unruhe. Übertragen von Karl Dedecius. Wrocław,: Wydawnictowo Dolnosłąskie, 1999, S. 187-191

Opowiadanie o starych kobietach

Lu­bię sta­re ko­bie­ty
brzyd­kie ko­bie­ty
złe ko­bie­ty

są solą zie­mi

nie brzy­dzą się
ludz­ki­mi od­pad­ka­mi

zna­ją od­wrot­ną stro­nę
me­da­lu
mi­ło­ści
wia­ry

przy­cho­dzą i od­cho­dzą
dyk­ta­to­rzy bła­znu­ją
mają ręce spla­mio­ne
krwią ludz­kich istot

sta­re ko­bie­ty wsta­ją o świ­cie
ku­pu­ją mię­so owo­ce chleb
sprzą­ta­ją go­tu­ją
sto­ją na uli­cy z za­ło­żo­ny­mi
rę­ka­mi mil­czą

sta­re ko­bie­ty
są nie­śmier­tel­ne

Ham­let mio­ta się w sie­ci
Faust gra rolę nik­czem­ną i śmiesz­ną
Ra­skol­ni­kow ude­rza sie­kie­rą
sta­re ko­bie­ty są
nie­znisz­czal­ne
uśmie­cha­ją się po­błaż­li­wie

umie­ra bóg
sta­re ko­bie­ty wsta­ją jak co dzień
o świ­cie ku­pu­ją chleb wino rybę
umie­ra cy­wi­li­za­cja
sta­re ko­bie­ty wsta­ją o świ­cie
otwie­ra­ją okna
usu­wa­ją nie­czy­sto­ści
umie­ra czło­wiek
sta­re ko­bie­ty
myją zwło­ki
grze­bią umar­łych
sa­dzą kwia­ty
na gro­bach

lu­bię sta­re ko­bie­ty
brzyd­kie ko­bie­ty
złe ko­bie­ty

wie­rzą w ży­cie wiecz­ne
są solą zie­mi
korą drze­wa
są po­kor­ny­mi ocza­mi zwie­rząt

tchó­rzo­stwo i bo­ha­ter­stwo
wiel­kość i ma­łość
wi­dzą w wy­mia­rach wła­ści­wych

zbli­żo­nych do wy­ma­gań
dnia po­wsze­dnie­go

ich sy­no­wie od­kry­wa­ją Ame­ry­kę
giną pod Ter­mo­pi­la­mi
umie­ra­ją na krzy­żach
zdo­by­wa­ją ko­smos

sta­re ko­bie­ty wy­cho­dzą o świ­cie
do mia­sta ku­pu­ją mle­ko chleb
mię­so przy­pra­wia­ją zupę
otwie­ra­ją okna

tyl­ko głup­cy śmie­ją się
ze sta­rych ko­biet
brzyd­kich ko­biet
złych ko­biet

bo to są pięk­ne ko­bie­ty
do­bre ko­bie­ty
sta­re ko­bie­ty
są ja­jem
są ta­jem­ni­cą bez ta­jem­ni­cy
są kulą któ­ra się to­czy

sta­re ko­bie­ty
są mu­mia­mi
świę­tych ko­tów

są ma­ły­mi
po­marsz­czo­ny­mi
wy­sy­cha­ją­cy­mi
źró­dła­mi owo­ca­mi
albo tłu­sty­mi
owal­ny­mi bud­da­mi

kie­dy umie­ra­ją
z oka wy­pły­wa
łza
i łą­czy się
na ustach z uśmie­chem
mło­dej dziew­czy­ny

Zanzotto 100

Gestern hatte noch ein anderer Dichter 100. Geburtstag, der Italiener Andrea Zanzotto. Sein Werk erschien Sein Werk erschien auf Deutsch in einer mehrbändigen Ausgabe bei Urs Engeler und Folio (die Gedichte zweisprachig). Hier ein Gedicht und eine poetologische Notiz.

Andrea Zanzotto 

(* 10. Oktober 1921 in Pieve di Soligo; † 18. Oktober 2011 in Conegliano) 

MÖGLICHE BEGINNE
BESSERUNGEN ODER SCHLÜSSE

III
In einem einheitlichen Satz verwirrt
mein bester Baustein, meine Furcht,
sich mit dem Helden. Mit dem Himmel, Himalaya.
Wer weiß welche Schätze ich zu schleppen glaubte
und mir Angst und Bang um sie erlaubte,
ich weiß nicht was mir beisteht im Gedränge
Handgemenge um dann zu sausen ins Sagen;
lohnt mich dafür ihr Dinge und ihr Undinge
dass ich Beseelung in eurem Austauschen vermute,
für so viel Lauern Lauschen,
die euch gewährte Möglichkeit zu reimen und zu klingen;
man hat euch hoch hinauf gepusht
zu Bergen aufgestapelt Lebensmittel Zaubersprüche.
                Grausig fratzenhaft und brückenjenseits
                                                         (fabeljenseits mythenjenseits).
So verschlossen allen Unterschieden
bin ich wehrlos vor dem letzten Unterschied wie nie zuvor
ich wende Salz in einer Schale: ratlos:
das Granulat das Glänzen
das ich aus allem schöpfte
— und dennoch trotzdem –
— vielleicht, aber, so —
diesen Saum der Stille fabriziere
IIl
In un’omogenea tesi l’elemento
mio migliore, la paura,
si confonde all’eroe. Al cielo, a lassù.
Chissà che tesori credetti portare
e lecita per essi la più fifante fifa,
non so che mi sostenga a tanta riffa
a tanta zuffa per poi sfuggire in dire;
premiatemi cose e non cose per l’animazione
sospettata nei vostri conversari,
per tanto appostamento auscultazione,
per avervi messe in agio di ritmari e rimari;
all’altezza là vi s’induceva
vi si faceva monte proteso vivanda vaticinio.
                Canagliescamente accanitamente oltreponte
                                                                (oltrefavole oltremiti).
Ora che chiuso alle distinzioni
sono più inerme che mai alla distinzione finale
rivolgo il sale nella ciotola: perplesso:
il granularne il lucore
che dedussi da tutto
— malgrado tutto nonostante —
— forse, benché, così —
produco questa quiete marginale.

Aus: Andrea Zanzotto, La Beltà / Pracht. Gedichte Italienisch Deutsch mit einem Nachwort der Übersetzer. Hrsg./Übers. Donatella Capaldi, Maria Fehringer, Ludwig Paulmichl und Peter Waterhouse. Band I. S. 47 / 65.

Es geht darum, die Oberfläche der Sprache zu ritzen, Schnitte, Kratzer zu hinterlassen, sich darin zu versenken — nicht die Sprache zu benutzen. Diese Haltung konkretisiert sich oft in der Beziehung zum sprichwörtlichen «weißen Blatt», das wie allseits bekannt auch die Rückseite einer Straßenbahnfahrkarte, der Beipackzettel einer Arznei oder irgendein Stück Papier sein kann, das man in die Finger bekommt. Bei der Dichtung hat man es mit etwas jenseits und außerhalb des Schreibens zu tun. Der echte Nullpunkt, der «unbestimmte» Punkt des Schreibens ist vielleicht der, der in der Dichtung durchscheint, der uns in Form der Dichtung Angst macht, auch wenn sie auf den ersten Blick mehr mit der Freude, mit dem Glück des Schreibens zu tun hat (das auch immer, sobald es möglich ist, die Oberhand gewinnt). Und das alles schließt das Vorhandensein eines manchmal im Überschuss vorhandenen handwerklichen Könnens nicht aus.

Andrea Zanzotto, Die Welt ist einer andere. Poetik. Engeler e Folio (Planet Beltà Bd. IV) Übersetzt von Karin Fleischanderl. S. 85

Meine Lyrik

Tadeusz Różewicz

(* 9. Oktober 1921 in Radomsko; † 24. April 2014 in Wrocław, deutsch Breslau, schlesisch Brassel)

In Polen hat man das Jahr seines 100. Geburtstages zum Tadeusz-Różewicz-Jahr erklärt. Lyrikzeitung beteiligt sich mit zwei Gedichten, heute das erste.

Ich las es zuerst in einem 1969 erschienenen Band der „Weißen Lyrikreihe“ des Verlages Volk und Welt. In dieser seit 1967 erscheinenden Reihe hatte ich begonnen, die moderne Weltlyrik zu lesen. Den Reiz der frühen Lektüre wird man nie los. Der schmale Band von Różewicz gehört zu den intensivsten Erlebnissen jener Jahre, Verse so oft gelesen, dass sie im Gedächtnis hängen blieben und bei vielen Gelegenheiten im Kopfkino aufploppen bis heute. Vielleicht daher meine Skepsis gegen Interpretationen – wofür braucht man die, wenn man die Gedichte haben kann?

Meine Lyrik

übersetzt nichts
erklärt nichts
verzichtet auf nichts
umfängt nicht das Ganze
erfüllt keine Hoffnung

schafft keine neuen Spielregeln
nimmt an keinem Vergnügen teil
sie hat einen bestimmten Platz
den sie ausfüllen muß

wenn sie kein Rätsel ist
wenn sie keine Originalität hat
wenn sie nicht Erstaunen erzeugt
dann muß es so sein offenbar

sie gehorcht eigner Notwendigkeit
eigenen Möglichkeiten
und Schranken
sie unterliegt sich selbst

braucht nicht den Platz einer andern
und kann von keiner andern ersetzt werden
offen für alle
geheimnislos

sie hat viele Aufgaben
die sie nie erfüllt.

Deutsch von Günter Kunert

Aus: Tadeusz Różewicz, Gesichter und Masken. Gedichte. Berlin: Volk und Welt, 1969, S. 104 – Von diesem Gedicht gibt es auch eine Version von Karl Dedecius, die zuerst bei Hanser und 1979 bei Heyne erschien.

Moja poezja

niczego nie tłumaczy
niczego nie wyjaśnia
niczego się nie wyrzeka
nie ogarnia sobą całości
nie spełnia nadziei

nie stwarza nowych reguł gry
nie bierze udziału w zabawie
ma miejsce zakreślone
które musi wypełnić

jeśli nie jest mową ezoteryczną
jeśli nie mówi oryginalnie
jeśli nie zadziwia
widocznie tak trzeba

jest posłuszna własnej konieczności
własnym możliwościom
i ograniczeniom
przegrywa sama ze sobą

nie wchodzi na miejsce innej
i nie może być przez nią zastąpiona
otwarta dla wszystkich
pozbawiona tajemnicy

ma wiele zadań
którym nigdy nie podoła

Laut Zähler der Website, von der ich den polnischen Text habe, 20985 mal geklickt.

Nach dem Kriege ist über Polen ein Komet der Poesie niedergegangen. Kopf des Kometen ist Różewicz, der Rest ist Schweif.

Stanisław Grochowiak

Bimmelresonanz

Johannes Theodor Baargeld

(nannte sich Zentrodada, geboren wurde er als Alfred Ferdinand Gruenwald am 9. Oktober 1892 in Stettin; verunglückte am 18. August 1927 am Mont Blanc) 

(Noch so ein pommerscher Dadaist, der sich in der Welt herumtrieb, er in Köln, Oxford usw.).

Bimmelresonnanz II

                         Bergamotten faltern im Petroleumhimmel
                         Schwademasten asten Schwanenkerzen
                         Teleplastisch starrt das Cherimbien Gewimmel
                         In die überöffneten Portierenherzen
                         Inhastiert die Himmelbimmel

           Feldpostbrief recochettiert aus Krisenhimmel
           Blinder Schläger sternbepitzt sein Queerverlangen
           Juste Berling rückt noch jrad die Mutterzangen
           Fummelmond und ferngefimmel
           Barchenthose flaggt die Kaktusstangen

Lämmergeiger zieht die Wäscheleine
Wäschelenden losen hupf und falten
Zigarrinden sudeln auf den Alten
Wettermännchen kratzt an ihrem Beine
Bis alle Bimmeln angehalten

(1920)

Aus: Richard Huelsenbeck (Hg.): Dada. Eine literarische Dokumentation. Reinbek: Rowohlt, 1984 (12.-14. Tsd. 1987). S. 215

Der Komet

Ich bleibe bei der Astronomie. Zum heutigen Geburtstag der russischen Dichterin Marina Zwetajewa das Gedicht „Der Komet“ in der Übersetzung von Richard Pietraß.

Marina Zwetajewa

(Мари́на Ива́новна Цвета́ева, * 26. Septemberjul. / 8. Oktober 1892greg. in Moskau,; † 31. August 1941 in Jelabuga) 

Der Komet

Stern, geschweift, gezottelt 
Aus des Nirgend Grotten 
In ein Nirgend trottend.
Schaf unter Schafen verlaufen 
Bestürmend den Herdenhaufen 
Den goldgevliesten; wie Eifersucht ungehalten –
Haariger Stern der Alten!

10. Mai 1921

Aus: Marina Zwetajewa, Ausgewählte Werke. Band 1: Lyrik. Hrsg. Edel Mirowa-Florin. Berlin: Volk und Welt, 1989,  S. 78

Комета

Косматая звезда,
Спешащая в никуда
Из страшного ниоткуда.
Между прочих овец приблуда,
В златорунные те стада
Налетающая, как Ревность -
Волосатая звезда древних!

Die Nebensonnen

Wilhelm Müller ist sicher zu Recht vor allem bekannt als Dichter der beiden von Schubert vertonten Zyklen und ganz besonders der Winterreise. Würden wir ihn ohne Schubert kennen? Das Wandern ist des Müllers Lust wäre wohl auch so ein Volkslied; und die Winterreise wäre zumindest ein Geheimtipp auch ohne Noten. Zum Geburtstag hier eins der harmloseren, aber auch nicht ganz ohne; ein Lied über ein astronomisches Thema und heute mal nur Text!

Wilhelm Müller 

(* 7. Oktober 1794 in Dessau; † 1. Oktober 1827 ebenda) 

Die Nebensonnen

Drei Sonnen seh' ich am Himmel stehn,
Hab' lang' und fest sie angesehn;
Und sie auch standen da so stier,
Als könnten sie nicht weg von mir.
Ach, meine Sonnen seyd ihr nicht!

Schaut Andern doch in 's Angesicht!
Ja, neulich hatt' ich auch wohl drei:
Nun sind hinab die besten zwei.
Ging‘ nur die dritt' erst hinterdrein!
Im Finstern wird mir wohler seyn.

14.3.1823
Aus: Deutsche Blätter für Poesie, Literatur, Kunst und Theater. Breslau 1823, S. 165

Dennoch schauen

Ágnes Nemes Nagy 

(* 3. Januar 1922 in Budapest; † 23. August 1991 ebenda) 

Dennoch schauen

Und dennoch schauen, schauen, sagte wer, sobald
der Rauchvorhang es zuläßt, in der spaltgroßen Pause
in diesem Augenblick zwischen dem Rauch, der Säure, dem
                                                              Ammoniak, den Angriffen,
schauen, weißt du, wie einen Tisch die Form auflösend
gleichzeitig schaun als Platte und Profil

Und tun, weißt du, tun, tun, ich tue unablässig
mein Körper macht Geschichte, macht Biologie
und reflektieren, weißt du, mir ist mein Kopf so merkwürdig,
                                       so unvollendbar
die Kugelform, ich weiß gar nicht, warum ich sie so mag,
Augapfel, Schädel, Erdkugel, derlei begrenzt Unendliches
doch diese sind zerrissene Kugeln, Kokosnüsse,
mit dem zerschlagnen Faserhaar der Sterblichkeit
                                       rings eingefaßt

Und schaun, von oben, unten, aus allerlei Winkeln
umtasten das Objekt mit etlichen Augen
mit ihnen die Kontur heraushaun, schlämmen, niederreißen
dieweil sie öffnen schließen öffnen sich in ungleichmäßigen
                                        Wellenschlägen
und auch heraus aus den Objekten selbst die langsam vielen
                                                     Blicke
der Höhlungen gewaltige Blicke unwahrnehmbar
in reglosen Seen und Steinen
herauspfeilend als splittrige Lichtzeichen

Wiewohl nichts, sagte wer, helfen diese verstreuten hunderttausend
                                                                       Augen
wiewohl nichts hilft der Biosphäre mich umrauschendes
                                          Palmwimpern-Aug,
spröde Äste der Zedern, Fächer Laubs
einiger Jahreszeiten Kratzer
                                                 Himmel Sonne um mich
                                                 ab und auf
schauen obwohls nicht hilft und dennoch schauen

Schaun, weißt du, schaun
wie eine, sagte wer, Narbe am Baum schaut.

Ágnes Nemes Nagy: Dennoch schauen. Gedichte. Nachgedichtet von Franz Fühmann. Leipzig: Insel, 1986 (IB 1068), S. 62f

Was ich hasse

Kasimir Edschmid 

(* 5. Oktober 1890 in Darmstadt; † 31. August 1966 in Vulpera, Engadin)

Aus: Zwei Gedichte des Mönchs von Montaudon
Aus dem Altprovenzalischen

I ENUEG
Ein Mann, der sein Weib liebt, fuchst mich,
Und sei sie die liebe Frau von Toulouse.
Das verachte ich: Kaplane, einen Mund, der
In Lügen sich abschleift und den bärtigen Mönch.
Pest über Habichte, die schon das andere
Ufer beschweben, Krüppel am Morgen weg
Und den Filou, der unser Banner hochträgt.
O du Sau, die meinem Pferd das Futter frißt!
Wie kann man,
Pfui! hartes Fleisch kauen und auf Würfel fluchen?
Und schlimm wie
Ein Hof ohne Violinen
Ist winters am Feuer liegen, wenn
Die Taverne gut riecht.
Oh, über den stürmigen Port
Und heut die unsaubere Hure!
Die hasse ich. Mehr noch jedoch
Den Jüngling, der seine Wade bespiegelt.
Und ein fettes Weib, das dürre Lenden hat.
Schlimm aber ist es, müde zu sein und nicht
Schlafen zu können.

Aus: Die Aktion 1914, Nr. 14, Sp. 303

Enueg (Enuig): eine Gattung der altprovenzalischen Poesie, die aus einer Aufzählung ärgerlicher Dinge besteht. Das Original zu dieser freien Nachdichtung ist um einiges länger.

Der Originaltext des Mönchs von Montaudon

(Um 1143 – 1210)

Fort m'enoja, si l'auzes dire,
Parliers quant es avols servire;
Et hom qu vol trop autr'aucire
M'enoja, e cavals que tire;
Et enoja·m, si Dieus m'ajut,
Ries hom quan trop porta escut
Quan sol u colp no·i a agut,
Capela e morgue barbut,
E lausengier bec esmolut.

Enoja me domn' envejosa
Quant es paubra et orgoillosa,
E marritz qu'ama trop sa sposa,
Neus s'era domna de Tolosa;
Et enoja·m de cavallier
For de son pais ufanier,
Quant en lo sieu non a mestîer
Mais sol de pestar en mortier
Pebre o de tastar sabrier.

Enoja mi d'autra maneira
Hom volpilz quan porta baneira,
Et avols austors en riveira,
E paucs manjars en gran caudeira,
Et enoja·m, per saint Marti,
Trop d'aiga en petit de vi;
E quan trob escassier mati
M'enoja, e d'orb atressi,
Car no m' azaut de lor cami.

Enoja·m longa tempradura,
E carns quant es mal coita e dura,
E prestre qui m en ni-s perjura,
E puta veilla, quan trop dura.
Et enoja·m, per saint Dalmatz,
D'avol home en trop gran solatz;
E corre quan per via a glatz
E fugir ab caval armatz
M'enoja, e·l maldirs de datz.

Et enoja·m, per vita eterna,
Manjar ses foc, quan fort iverna,
E jaser cum veilla calerna (?),
Quant ella flaira en la taverna.
Et enoja·m, car es de fer,
Avols hom qu'a bella moiller,
E per gelosia la fer,
E fai o be qui la enquer
E no lo lai per marit fer.

Enoja me per saint Salvaire,
En bona cort avols violaire,
Et en pauca terra trop fraire,
E a bon joc paubres prestaire.
Et enoja·m, per saint Marsel,
Doas penas en un mantel,
E trop parier en un castel,
E rics hom ab pauc de revel,
Et en tornei dard e quairel.

Enoja me, si Deus mo vailla,
Longa tabla ab bref toailla,
Et hom ab mas roinos, quan tailla,
Et ausbercs pesanz d'avol mailla;
Et enoja·m estar a port
Quan trop cor greu venz e plou fort;
E entre amies dezacort
Aquel enois m'es peiz de mort,
Quan sai que tenson a lor tort.

E dirai vos que fort me tira
Veilla gazais quan trops atira
E paubra soudadeir' aira,
E donzels qui sas cambas mira.
Et enoja·m, per saint Aon,
Dompna grassa ab magre con,
E seignoratz que trop mal ton;
Qui no pot dormir quant a son
Major enoi non a el mon.

Ancar i a mais que m'enoja:
Cavalcar ses capa ab ploja,
E quan trob ab mon caval troja
Oui sa manjadoira li voja.
Et enoja·m e no·m sap bo
De sella, quan crolon l'arço,
E fivella ses ardaillo,
E malvaitz hom dins sa maiso,
Car no di ni fai s'enoi no.

Avantgarde

Im September war der 700. Todestag Dantes, der 200. Geburtstag Norwids und der 100. Geburtstag des Berliner Surrealisten Johannes Hübner. Von dem hier ein Gedicht aus dem „surrealistischen Ziegelstein“.

Johannes Hübner 

(* 27. September 1921 in Berlin; † 11. März 1977 ebenda) 

Avantgarde
                                     »Mut zum Wagnis und die Befähigung
                                     zur Passion« (L. Klünner)


Die Feigen haben an jedem Finger
einen Brillanten Vergangenheit
sie haben die schweren Füße von Erben
und keine Flügel

ihre Schlösser prunken mit steinerner Sicherheit
ihre Türme wachsen im Schutz der Gebirge
unterhalb der Orkane und großen Gewitter
unterhalb der Sonne

wir aber haben die Hände von allen Geländern
losgerissen ohne des Schmerzes zu achten
ohne der Angst zu achten die hängen blieb
wir lehnen das Herz weit aus den Booten
und schicken die Augen dem Wind voraus
mitten ins Unsichtbare

Aus: Das surrealistische Gedicht. Hrsg. Heribert Becker, Édouard Jaguer u. Petr Král. 3., korr. u. erw. Aufl. Frankfurt/Main: Zweitausendeins, 2000, S. 1552.

Seit jeher offen für die Literatur Frankreichs, namentlich für die Poesie, Kunst und Denkweise des Surrealismus, bildete Hübner in Berlin zusammen mit Klünner, Uhlmann und Richard Anders lange Zeit eine prosurrealistische Interessengemeinschaft ohne Gruppencharakter im engeren Sinne, die außerordentlich viel zur Verbreitung des surrealistischen Gedankenguts im deutschsprachigen Raum beigetragen hat.

Auf den Tod der Poesie

Vor 200 Jahren, am 24. September 1821, wurde Cyprian Norwid geboren.

Cyprian Kamil Norwid

(* 24. September 1821 in Laskowo-Głuchy, Masowien; † 23. Mai 1883 in Paris)

AUF DEN TOD DER POESIE (ELEGIE)

Sie ist nun tot! ... gibt es schlimmere Tode?
Und wie die hübsche Person begraben?
Sie starb an den Folgen schwerer Krankheit,
Die da heißt: Manuskripte und Honorar.
Du erinnerst dich gut an die schreckliche Stunde,
Als ich versonnen an ihrem Lager stand,
Mit großer Träne im Aug', und suchte, ob das.
Was im Sterben hier lag, Geist oder Leib war?

Sie aber (die Poesie), hob ihren bleichen
Arm zum Fenster, wies mich an,
Das Licht zu dämpfen, das ihr ein Lächeln vorlügt,
Ihr schien der Lenz in die Augen zu spotten.
Ich weiß nicht, bemerkt’ ich die Wunde, das Zeichen
Unterm Schatten der linken Brust, als sie zuckte? ...
Oh, ich war traurig, wie seither nie mehr,
Denn ich.hab meinen Friedhof hier, pflücke Blumen darauf.

Tot ist sie also (die Poesie), die große
Vermittlerin zweier konträrer Gebiete –
Der Ozean Brunst, und das Tröpfchen Tau –
Diese Monarchin und Handwerkerin –
Sehr exklusiv und zugleich allerwelts,
Großer Blitzstrahl und friedliche Täubin ...
Und nun sind die, deren Handwerk begraben
Heißt, da, die Erhabene mit Sand zuzuschütten!

Seither geh’ ich in der großen Kirche des Schweigens
Über den glatten Boden dahin,
Berühr’ aber nie ihr Grab ... vielmehr tret’ ich
Gerne denen aufs Werk, die den Friedhof mit Sand eingeebnet,
Bis sich besinnen die Gedankenvernichter,
Und beruf einen Blitz, daß er krachend einschlägt,
Wissend, daß Feuer für Leute ohne Feuer,
Vielleicht im Kiesel schläft, aber im Himmel erwacht.

Aus: Poesiealbum 305: Cyprian Norwid. Auswahl von Rolf Fieguth. Wilhelmshorst: Märkischer Verlag, 2013, S. 26

NA ZGON POEZJI
(ELEGIA)
 
Ona umarła!... są-ż smutniejsze zgony?
I jak pogrzebać tę śliczną osobę?
Umarła ona na ciężką chorobę,
Która się zowie: pieniądz i bruliony.
Pamiętasz dobrze oną straszną dobę,
Gdy przed jej łożem stałem zamyślony,
Łzę mając wielką w oku, co szukało,
Czy to, co gaśnie, jest duch albo ciało?

Ona zaś (mówię: Poezja), swe ramię
Blade ku oknu niosąc, znak mi dała,
Bym światło przyćmił, bo uśmiechy kłamie,
Jakby jej w oczy wiosna urągała.
Nie wiem, czy ranę dostrzegłem, czy znamię,
Pod lewej piersi cieniem, gdy zadrżała?...
O, byłem smętny, jak odtąd nie bywam,
Gdy mam już cmentarz i na nim kwiat zrywam.

Umarła ona (Poezja), ta wielka
Niepojednanych dwóch sfer pośrednica,
Ocean chuci i rosy kropelka,
Ta monarchini i ta wyrobnica -
Zarazem wielce wyłączna i wszelka,
Ta błyskawica i ta gołębica...
Gdy ci, co grzebać mają za rzemiosło,
Idą już piaskiem zasypywać wzniosłą!

Odtąd w przestronnym milczenia kościele,
Po brukowaniu się przechodząc płaskiem,
Nie jej ja depcę grób... lecz po tych dziele
Stąpam, co cmentarz wyrównali piaskiem.
Aż się zamyślą myśli niszczyciele,
I grom zawołam, by uderzał z trzaskiem,
Wiedząc, iż ogień dla bez ognia ludzi,
Choćby w krzemieniach spał, w niebie się zbudzi

Ivry, 1877

Slawen in London, Paris, Lissabon

František Listopad

(* 26. November 1921 in Prag; † 1. Oktober 2017 in Lissabon) 

Ivan Blatný gewidmet

Slawen in London, Paris, in Lissabon, 
genauer gesagt, die Tschechen, 
nur ein Tscheche spricht tschechisch zu Tschechen 
Pozor! At'! Bud'si!

Ivan Blatný ist sechzig 
aber ich kenne ihn nur aus Brünn 
Ein zwanzigjähriges Reh 
aus Angst scheu 
du Angst du gemeine 
lyrisch ein Leben lang 
aber jetzt in schwarzes Glas gesperrt undurchlässig

Aber 
in London, Paris und in Prag 
wird wieder Heiterkeit sein.
Ich sehe, was ich sehe, 
den Dekalog zerrissen.
Was ich nicht seh, seh ich, 
die tschechische Sprache nie rostend, 
die tschechische Sprache filigran

Deutsch von Peter Demetz, aus: Der Herrgott schuldet mir ein Mädchen. Tschechische Lyrik des 20. Jahrhunderts. Hrsg. Ladislav Nezdařil und Peter Demetz. München, Zürich: Piper, 1994, S. 50

Nur wer allein schläft

Die Dichterin Takashina Kishi (auch Kō no naishi, „Aufwärterin der Familie Takashina“ und Gidōsanshi no haha, „Mutter des stellvertretenden Ministers“) starb vor 1025 Jahren, im Oktober des Jahres 996. Sie ist eine der 36 unsterblichen Frauen der altjapanischen Dichtung.

Das folgende Gedicht schrieb sie, als ihr Ehemann, der Regent Fujiwara no Michitaka, ihr eine Botschaft schickte: „Die letzte Nacht war nur schwer zu ertragen…“. Ihre Antwort ist scharf und sarkastisch und deutet an, dass er die Nacht bei einer anderen Frau verbracht habe.

hitori nuru 
hito ya shiruran 
aki no yo o 
nagashi to tare ka 
(kimi ni usugetsuru)

Nur wer allein schläft, 
weiß, wie endlos die Herbstnacht. 
Sag, wer hat es dir 
erzählt? Denn du weißt doch, wie 
endlos eine Herbstnacht ist.
In der Handschrift fehlt versehentlich die letzte Zeile.

Aus: Sechsunddreißig Dichterinnen des Alten Japan. Höfische Dichtkunst der Heian- und Kamakura-Periode 9.-13. Jahrhundert. Einführung, Kommentare und Übersetzungen von Andrew J. Pekarik. Köln: DuMont, 1992, Bogen 16 L (Übersetzt aus dem Japanischen und Englischen von Peter Pörtner)