Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Nein, Emily Dickinson musste allein für sich bleiben, und ebenso Annette von Droste-Hülshoff in der zugigen Burg ohne Fensterscheiben, die ihrem Schwager gehörte. Und auch Sylvia Plath musste die symbolische Ordnung der Autonomie einer verlassenen Mutter zweier kleiner Kinder wiederherstellen, indem sie den Kopf… Continue Reading „Der Gratgang“
… wurde von Gedicht zu Gedicht lauter, bis es 1962 herrisch tönte: „Fragt nicht, was die Nacht durchschneidet, / denn es ist ja meine Nacht / und mein großer Pfauenschrei / und ganz innen drin die Zunge / mit der Botschaft nur für mich.“… Continue Reading „Das Singen der Lavant“
Aus Bertram Reineckes Essay in dem in Kürze erscheinenden Band „Mara Genschel Material“ „Ich habe noch nie einen bedeutenden Lyriker getroffen, der nicht sehr umgänglich war“, sagt mir ein nicht nur bedeutender Lyriker [1], sondern auch einer, den ich selbst schätze. Und in der… Continue Reading „„Pöbel mal, Lyriker!““
Hendrik Jackson postet auf lyrikkritik.de einen Text von 2003 über den russischen Lyriker Wiktor Iwaniv: Mir wurde die Aufgabe angetragen, einige russische Gegenwartslyriker zu versammeln und zu übersetzen. Dabei stieß ich auf den fast gänzlich unbekannten jungen Autor Wiktor Iwaniv aus Nowosibirsk, dessen Gedicht „kamera“… Continue Reading „„der im flug herausgepresste schrei der blase““
über dem Straßencafé schwirrt eine Drohne – schaut mir von oben in die halb ausgetrunkene Kaffeetasse Hansjürgen Bulkowski
Ein Kommentar von Axel Kutsch „Der große Conrady – Das Buch deutscher Gedichte“ ist unter die Räder einer kaltschnäuzigen Verlagspolitik geraten. Die Reste dieses Standardwerks mit einer Gesamtauflage von rund 180 000 Exemplaren seit der ersten Ausgabe im Jahr 1977 werden verramscht, wie das… Continue Reading „109. „Der große Conrady“ wird verramscht“
Peter Gosse schreibt in der Zeitung Neues Deutschland über das Heft „Gedichte von Welt“ der von Ralf Grüneberger herausgegebenen Heftreihe „Poesiealbum neu“, „Sich mischender Klang“, Feuilleton ND 26.2.15. Zitat: Flaggschiff dieser Poeten-Sozietät ist „Poesiealbum-neu“ … erfrischende Konkurrenz zum „Poesiealbum“ aus Wilhelmshorst … Klaus-Peter Anders, Herausgeber des… Continue Reading „108. Ein Brief“
Wer kennt nicht den irrlichternden, mondsüchtigen Pierrot mit dem maskenhaft weißen Gesicht? Der belgische Dichter Albert Giraud ließ sich zu Poesien rund um diese entrückte Clownsfigur der Commedia dell’arte inspirieren – und verlieh der Figur eine gewisse Dosis Dekadenz. Die Übersetzung ins Deutsche besorgte… Continue Reading „107. Albert Giraud“
Sehr geehrte Frau Veit, vielen Dank für Ihre Rezension und die Beschäftigung mit Majakowskis Poem „der fliegende Proletarier“. Ich muss Ihnen allerdings die Bedeutung des Gedichtes noch einmal darstellen und auf die Kunst der Übersetzung hinweisen. Majakowskis Text ist ein in der Weltliteratur einzigartiges… Continue Reading „106. Kritik der Kritik“
Der bekannte Dürener Schriftsteller Dieter Kühn wird in diesem Jahr 80 Jahre alt. Aus diesem Anlass planen Henner Schmidt und Oliver Mark als Veranstalter der Konzertreihe Planet Jazz eine Wort-Musik-Kollage, in der Gedichte von Dieter Kühn mit Jazzmusik verbunden werden. 1982 veröffentlichte Kühn einen… Continue Reading „105. Dieter Kühn“
Harsch das Urteil der Neuen Zürcher Zeitung über die Erstveröffentlichung eines Langgedichts von Wladimir Majakowski über einen „Luftkrieg zwischen den kapitalistischen USA und der kommunistischen Sowjetunion im Jahre 2125“: Boris Preckwitz, der begeisterte Übersetzer, versucht, das 1925 geschriebene Langgedicht für die Gegenwart aufzumotzen; bald… Continue Reading „104. „Gescheiterter Versuch““
Wie ich erst jetzt erfahre, starb der Schriftsteller und Sprachwissenschaftler Chris Bezzel am 3. Februar in Hannover. Hans Thill nimmt ein Gedicht in eine Bezzel gewidmete Stele im Poetenladen: Chris Bezzel (Wetzhausen 1937 – Hannover 2015) das ist das letzte wort der philosophie: fick… Continue Reading „103. Chris Bezzel (1937-2015)“
Wie erkennt man Deutsche an ihren Trinkgewohnheiten? fragt Matador: 11. You can’t trust your taste in music when you’re drinking. While you’re usually known for your sophisticated music tastes, as soon as you’re slightly drunk, good old German Schlager music seem to be the… Continue Reading „102. Volk der Dichter“
Ein Zwischenruf nach 200 Jahren von Raoul Schrott: „Von den Ausländern hat man bestenfalls einen Pound hinter einer Vitrine im Wohnzimmer; die Weinflecken darauf aber rühren meist vom Vorbesitzer her. Sprachen, selbst noch lebende europäische, sind kein Thema: Französisch, Italienisch, Spanisch kennt man vom… Continue Reading „101. Epoche der Weltliteratur?“
Wie der in Odessa lebende Schriftsteller Boris Chersonski auf seiner Facebookseite mitteilt, hat sich der Nowosibirsker Schriftsteller Viktor Iwaniw (Виктор Иванiв, auch Iwanow) im Alter von 37 Jahren das Leben genommen. Er wurde 1977 in Nowosibirsk geboren, studierte dort und arbeitete als Übersetzer aus… Continue Reading „100. Gestorben“
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