108. Ein Brief

Peter Gosse schreibt in der Zeitung Neues Deutschland über das Heft „Gedichte von Welt“ der von Ralf Grüneberger herausgegebenen Heftreihe „Poesiealbum neu“, „Sich mischender Klang“, Feuilleton ND 26.2.15. Zitat:

Flaggschiff dieser Poeten-Sozietät ist „Poesiealbum-neu“ … erfrischende Konkurrenz zum „Poesiealbum“ aus Wilhelmshorst …

Klaus-Peter Anders, Herausgeber des „Poesiealbum“ in Wilhelmshorst, das seit ein paar Jahren wieder erscheint und die Tradition der von Bernd Jentzsch gegründeten legendären Heftreihe (ursprünglich 1967-1990) fortsetzt mit Heften von Dorothea Grünzweig, Monika Rinck, Gertrud Kolmar, Ezra Pound, Hans Sahl, Cyprian Norwid, Friederike Mayröcker, Jan Wagner, um ein paar Titel aus den letzten Jahren zu nennen (verwirrenderweise hatte sich der Rechteträger der Reihengestaltung entschlossen, die Lizenz zur Weiterführung im Originallayout zweimal zu vergeben, neben dem Wilhelmshorster „Poesiealbum“ erscheint „Poesiealbum neu“ als Vereinszeitschrift in Form von thematischen Anthologien der Mitglieder der in Leipzig ansässigen „Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.“, Herausgeber ist Ralf Grüneberger), schrieb einen offenen Brief an Peter Gosse:

Das Poesiealbum also „bedrückendes, lähmendes, ermattendes, erschöpfendes, ermüdendes“ [Antonyme der dt. Sprache, Bibliographisches Institut, Leipzig] Pendant des „Poesiealbum-neu“?!

Diesen unsachlichen öffentlichen Tiefschlag hätten Sie sich, sehr verehrter Peter Gosse, sparen können; drückt aber zusammen mit Ihrer zeitnahen Abo-Kündigung eine unreale Sicht auf das Poesiealbum und die „Konkurrenzsituation“ dieser Editionen aus. Aber, wie die Politik völlig abgelöst von den Befindlichkeiten der Basis regiert, haben wohl auch die hohen Gremien der Künste nur  noch wenig Kenntnis der Bedürfnisse und Wünsche des Lyrik-Volkes.

Abgesehen vom jüngsten Heft zu Heinz Erhardt, das einer Vorliebe des Verlegers  zur „U-Lyrik“ geschuldet ist, sollten Sie dem gegenwärtigen Autoren-Reigen der Reihe – neben der Nachbereitung der verfemten Dichter des faschistischen
Regimes sind noble und durchaus auch „erfrischende“ Namen zu finden – eigentlich höchste Achtung zollen; das auch angesichts des ökonomischen und wirksamen Vergleichs beider Editionsreihen!

http://www.poesiealbum.info/poesiealbum.html

Herr Grüneberger mag ein formidabler Dichter sein; seine Vereins-Edition stellt aber keine – auch nicht erfrischende – Konkurrenz zum Poesiealbum dar!

Mit sehr freundlichen Grüßen,
Ihr
Klaus-Peter Anders
http://www.maerkischerverlag.de/
http://www.poesiealbum-online.de/

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