Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Ulrich Schmid blickt auf die russische Kulturszene, die mit ungeniert propagandistischen Machwerken das Land auf einen neoimperialen Kurs trimmt: „Weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit, wurde der syrische Präsident Bashar al-Asad im Januar 2012 für seinen „Widerstand gegen die westliche Expansion“ mit dem Preis „Imperiale… Continue Reading „Imperiale Kultur“
«Ich brauche dieses Leben», so heisst der Gedichtband, mit dem Werner Lutz 1979 im Suhrkamp-Verlag debütierte. Da war er, mit Jahrgang 1930, bereits 49 Jahre alt und längst ein bekannter Lyriker – und immer noch zu entdecken. Jahrelang hatte er schon geschrieben, erste Gedichte… Continue Reading „Gestorben“
Unter dem Motto Literatur unter Einfluss – Schreiben unter Druck startet der Berliner Parlandopark eine neue Reihe von vier Gesprächslesungen, die um ausgewählte gesellschaftliche Veränderungskomplexe kreisen, von denen wir alle betroffen sind. 1. Stadt als Einflusssphäre (Gentrifizierung in Berlin | Menschen in der Großstadt… Continue Reading „Literatur unter Einfluss – Schreiben unter Druck“
Der Dichter Hilmi Yavuz (80) wurde gestern abend verhaftet. Seine Gedichte erscheinen auf Deutsch bei Elif, übersetzt von Özlem Özgül Dündar.
Umso erfreulicher ist es, dass mit „Ein guter Traum mit Tieren“ bereits der zweite Band von István Kemény (Jg. 1961) vorliegt und mit „Puschkins Brüste“ eine erste Auswahl von Arbeiten des Budapester Dichters Márió Z. Nemes (Jg. 1982) erschienen ist. Beide Dichter sind in… Continue Reading „Puschkins Brüste“
Aus dem bisher feststehenden Programm des 16. internationalen literaturfestivals berlin vom 7.-17.9.2016 (Das vollständige Programm wird am 24. August 2016 auf seiner Website veröffentlicht). Roberto Bolaño war süchtig nach ihm, Patti Smith und Carlos Fuentes rühmten ihn über alles – das Festival wird mit… Continue Reading „16. internationales literaturfestival berlin“
Ralph Dutli zeichnet nun minuziös Mandelstams Aufenthalt in Heidelberg von November 1909 bis März 1910 nach. In dieser Zeit sind mit Sicherheit fünfzehn, vielleicht aber auch bis zu dreissig Gedichte entstanden. Wer allerdings eine romantische Auseinandersetzung mit der Stadt am Neckar erwartet, muss mit… Continue Reading „Mandelstam in Heidelberg“
Der 1961 in Budapest geborene István Kemény ist ein höchst vielseitiger und einfallsreicher Dichter. Nun ist er in einer deutschsprachigen Ausgabe als Lyriker zu entdecken. Einige seiner Gedichte nennt István Kemény schon im Titel Lieder, daneben taucht «John Andersons Song» auf, und darin singt… Continue Reading „Da steht der Niemand“
Von Thomas Kunst 2003 sagte eine Freundin in Rom zu mir, Thomas, ich fahre eine Bekannte in Umbrien besuchen, am Trasimeno See, sie ist mit einem Dichter zusammen, mit Paul Wühr, ob ich mitkommen möchte. Ja, ich wollte mitkommen. Einer der ersten Sätze, die… Continue Reading „Paul Wühr“
Ein Band mit den Versen des Briten [Andrew Duncan] soll im Herbst im dritten Programm von Brüterich Press erscheinen – so heißt Stolterfohts 2015 gegründeter Verlag. Der eigenwillige Name stammt aus einem seiner ersten Gedichtbände. Zur Poetologie des Lyrikers gehört es, sich von anderen… Continue Reading „Keine schwierige Lyrik“
„Die Poesie“, so schrieb Friedrich Schlegel 1797 in seinen „Kritischen Fragmenten“, „ist eine republikanische Rede, eine Rede, die ihr eignes Gesetz und ihr eigner Zweck ist, wo alle Teile freie Bürger sind und mitstimmen dürfen.“ Genau 200 Jahre später hat Paul Wühr, der große… Continue Reading „Paul Wühr †“
Aus einem Interview zur Verleihung des Clemens-Brentano-Preises an Thilo Krause, durchgeführt von Katharina Grünke Das Gedichteschreiben ist nun nicht Ihre Hauptbeschäftigung, sondern eigentlich sind Sie ausgebildeter Wirtschaftsingenieur und augenscheinlich ebenfalls mit Leidenschaft in diesem Bereich aktiv, da Sie ja in der aktuellen Forschung arbeiten.… Continue Reading „Formel und Metapher“
Dada ist und war schon immer das Produkt seiner eigenen Tradierung. Das gilt auch für Balls «Eröffnungs-Manifest», das diese Bezeichnung erst seit 1966 trägt – es erhielt sie also knapp vierzig Jahre nach dem Tod des Autors und fünfzig Jahre nach der Genese von… Continue Reading „Einfach furchtbar“
Oder um mit einem Vers zu fragen: «Und in der Tat, warum sollte jemand das lesen?» Allein der Sprache wegen! Weil hier jemand, im Wortsinn, Verse schmiedet. Weil hier im Reim zusammengezwungen wird, was nie und nimmer sonst zusammenkommt. Und weil hier auseinanderbricht, was… Continue Reading „Vergnügen an Parodien“
«Ich bin nach Warschau gekommen», sagte der Schielende, «und will, dass du für mich einen Empfang organisierst. Du bist doch Melech Ravitch.» Das war im Januar des Jahres 1929. In Warschau lebten dreihunderttausend Juden, die elf jiddische Tageszeitungen lasen. Jüdische Schriftsteller gab es hier… Continue Reading „1929 in Warschau“
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