Kategorie: Europa

Zwischen der Liebe und der Liebe

Marina Zwetajewa (* 8. Oktober 1892; † 31. August 1941) Летят они, – написанные наспех, Горячие от горечи и нег. Между любовью и любовью распят Мой миг, мой час, мой день, мой год, мой век. И слышу я, что где-то в мире – грозы,… Continue Reading „Zwischen der Liebe und der Liebe“

Wunderliches Tier

Wilhelm Müller (7. Oktober 1794 – 1. Oktober 1927) Die Krähe Eine Krähe war mit mir Aus der Stadt gezogen, Ist bis heute für und für Um mein Haupt geflogen. Krähe, wunderliches Tier, Willst mich nicht verlassen? Meinst wohl bald als Beute hier Meinen… Continue Reading „Wunderliches Tier“

Die Dichterin

Else Lasker-Schüler

Ich erzähle die Geschichte

Elasar bar Jehuda aus Worms Deutsch von Efrat Gal-Ed und Christoph Meckel Aus: Der Vogel fährt empor als kleiner Rauch. Ein deutsch-israelisches Lesebuch. Hrsg. Efrat Gal-Ed u. Christoph Meckel.  Göttingen: Steidl, 1995, S. 269f Eleasar ben Juda ben Kalonymos (auch: Rokeach) (geboren um 1165… Continue Reading „Ich erzähle die Geschichte“

Der kleine Talmudist, der ein großer Dichter wurde

Heinrich Heine Jehuda ben Halevy 2 »Bei den Wassern Babels saßen Wir und weinten, unsre Harfen Lehnten an den Trauerweiden«* – Kennst du noch das alte Lied? Kennst du noch die alte Weise, Die im Anfang so elegisch Greint und sumset, wie ein Kessel,… Continue Reading „Der kleine Talmudist, der ein großer Dichter wurde“

Als hört ich Stimmen, Psalmodierend, Männerstimmen

Heinrich Heine Jehuda ben Halevy 1 »Lechzend klebe mir die Zunge An dem Gaumen, und es welke Meine rechte Hand, vergäß ich Jemals dein, Jerusalem -«* Wort und Weise, unaufhörlich Schwirren sie mir heut im Kopfe, Und mir ist, als hört ich Stimmen, Psalmodierend,… Continue Reading „Als hört ich Stimmen, Psalmodierend, Männerstimmen“

Dichterfürsten im Purpurmantel

Im arabischen Andalusien gab es den großen hebräischen Dichter und Philosophen Salomo ibn Gabirol (1021-1070). Danach folgte eine Phase der Erschlaffung auf hohem Niveau, lese ich. Stufenweise ging es herab. Juda Charisi (um 1218) weiß davon. Ein Auszug: Da war Juda ha-Levi, der Lehre… Continue Reading „Dichterfürsten im Purpurmantel“

meine toten dichter

Kristin Schulz Aus: Abwärts! Nr. 28, 5. Jahrgang, September 2018, 6 Euro, S. 9

Durch die Brust geschossen

Natürlich mußte ich bei Hunold an … Wilhelm Hauff denken. Bei ihm gibt es ein berühmt-berüchtigtes Gedicht mit den vielzitierten und auch variierten Zeilen Gestern noch auf stolzen Rossen heute durch die Brust geschossen. Hauff hat es von einem Volkslied, sagt er. Vielleicht ja… Continue Reading „Durch die Brust geschossen“

Papantscha Vielerlei

Christa Reinig (* 6. August 1926 in Berlin; † 30. September 2008 in München) Die alten Inder hatten seinerzeit bereits ein Problem durchdacht, das uns heute erst langsam aufdämmert. Was geschieht eigentlich mit der beachtlichen Minderheit, die von einer demokratischen Mehrheit daran gehindert wird,… Continue Reading „Papantscha Vielerlei“

Untreue und Silbenmaß

„Mich dünkt, dass auch das Silbenmaß hin und wieder etwas mit ausdrücken müsse“. Wer hat das gesagt, oder zitiert? Hier so ein Fall. Vielleicht fällt jemand was dazu ein. Menantes (Christian Friedrich Hunold) Uber ihre Untreue Immer hin/ Falsches Hertze/ leichter Sinn! Lesche nur… Continue Reading „Untreue und Silbenmaß“

Hausmantel

Margret Kreidl HAUSMANTEL Ich stehe vor einem Haus, barfuß. Meine Füße sind schmutzig. Ich schlüpfe aus meinem Mantel und mache die Eingangstür auf. Der Flur ist hell erleuchtet. Im Spiegel sehe ich mein Gesicht. Ich habe blaue Augen. Nein, meine Augen sind braun. Es… Continue Reading „Hausmantel“

Aufklärung anno 1625

Gespräch zwischen Anna und Fillis. [Anna klärt ihre jüngere Freundin Phyllis auf, als diese von einer ihr bisher unbekannten Qual gequält wird] Anna: Die Seuche kenn‘ ich gar zu woll ; Es ist das erste Liebes-Bild/ Das dir in deinem Hertzen spielt: Es ist… Continue Reading „Aufklärung anno 1625“

Heilanstalt

Margret Kreidl HEILANSTALT Liebe Schwester, es ist Donnerstag und kalt. Ich träume jede Nacht vom Veilchenwald. Der Herr Doktor sagt, ich bin in einer Heilanstalt, weil mein Klopffleisch heiß ist, gelb ist, alt. Ich hätte gern Besuch und dich recht bald. Einfache Erklärung: Margarete… Continue Reading „Heilanstalt“

Wenn die Äpfel

Kerstin Becker wenn die Äpfel an den Wiesenhängen fallen und Blätter streicheln unsere Köpfe rascheln röten unsre Herzen nach und schlagen stark wir rennen herum wie die Schweine zu Eichelmastzeiten im Wald dumpfes Grunzen und helles Quieken das hungrige Wühlen erfüllt noch die Luft… Continue Reading „Wenn die Äpfel“