Kategorie: Frankreich

Antikriegsgedichte

von Ricarda Huch, Boris Vian und Phil Ochs (jeweils in den Originalsprachen) in der Gazette vom 28.2.03.

Derrida, Gadamer und das Gedicht

Das Gedicht ist nicht nur das beste Beispiel dafür, dass etwas unübersetzbar ist, es ist der eigenste, am wenigsten uneigene Ort der Herausforderung für eine jede Übersetzung. Das Gedicht zeigt wahrscheinlich den einzigen Ort an, an dem sich Sprache erfahren lässt, nämlich in ihren… Continue Reading „Derrida, Gadamer und das Gedicht“

Kékchose d´extrème

Als Erzähler wie als Lyriker ist Queneau zwar unterhaltsam, aber er macht es seinem Leser nicht leicht. Trotz aller Nonchalance und vorgeblichen Mühelosigkeit („Der Schweiß der Arbeiter rinnt auf die Erde / Ich schreib‘ ein Gedicht ohne müde zu werden“), die, wie wir gesehen… Continue Reading „Kékchose d´extrème“

Raymond Queneau 100

In solchen Möglichkeitswelten der Literatur lebt der OULIPOet: Er schwebt zwischen schemathematischen Wolken, die je nach Blickwinkel eine andere Gestalt annehmen. Die schönste Wolke hat Queneau 1961 an diesen Himmel gesetzt, einen Gedichtband aus zehn Sonetten, deren vierzehn Zeilen sich reimen, so dass man,… Continue Reading „Raymond Queneau 100“

„Collection Breton“

Die französische Zeitschrift L´Express vom 20.2.03 bringt ein Dossier über eine surrealistische Wunderkiste: die „Collection Breton“ in dessen Pariser Wohnung. Für Interessenten: Les huit catalogues sous coffret avec le DVD (280 euros) et le DVD seul (50 euros) peuvent être commandés sur le site… Continue Reading „„Collection Breton““

Claude Vigée

ALZEY – Claude Vigée ist der sechste Elisabeth-Langgässer-Preisträger. Der Franzose wurde 1921 im Elsass geboren und lebt heute in Paris und Jerusalem. Vigée erhält den Preis für sein Werk als zweisprachiger Lyriker, vor allem für die jüdische Komödie „Bischweiler oder Der große Lebold“. /… Continue Reading „Claude Vigée“

Gedichte zum Sonnabend

Klaus Merz, NZZ 8.2.03 – – – Stéphane Mallarmé , ebd . – – – Friedrich Schiller, FAZ 8.2.03

Je rêve tellement fort de toi.

Das kritzelte der französische Journalist und Schriftsteller Robert Desnos (1900–1945) auf einen Zettel, nachdem er, von den Russen aus Theresienstadt befreit, in einem Krankenhaus im Sterben lag. Die Worte galten seiner Frau und Witwe Youki Desnos in Paris. Wie so viele junge Begabungen hatte… Continue Reading „Je rêve tellement fort de toi.“

André Breton und die Fotografie

L’oeil existe à l’état sauvage“ – Das Auge lebt im Urzustand. Mit dieser verblüffenden Feststellung eröffnete André Breton 1925 den ersten einer Reihe von Essays, in denen er darzulegen suchte, daß die im „Surrealistischen Manifest“ publizierten Ideen zum psychischen Automatismus nicht nur für die… Continue Reading „André Breton und die Fotografie“

Heilige Poesie

Der tunesisch-französische Schriftsteller Abdalwahab Meddeb geht auch in einem jüngstren FR -Interview (7.12.02) scharf mit der Krankheit des Islam ins Gericht: Ich hätte nicht gezögert, vor Gericht zu Gunsten von Michel Houellebecq zu sprechen. Ich hätte als Schriftsteller den Schriftsteller unterstützt. Und ich gehe… Continue Reading „Heilige Poesie“

Francis Ponge

Le Nouvel Observateur vom 5.12.02 bespricht Francis Ponge : «Œuvres complètes II», publiées sous la direction de Bernard Beugnot, Bibliothèque de la Pléiade, Gallimard, 1844 pages, 69 euros jusqu’au 31 décembre, 76 euros au-delà. Francis Ponge (1899-1988), après un détour par le surréalisme, publie… Continue Reading „Francis Ponge“

Vokalfarben

Vokale mit Farben zu verbinden, war, wie John Gage gezeigt hat, seit dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts im Kontext der «audition colorée» beziehungsweise des «Farbenhörens» ein Phänomen, das zunächst Psychologen und dann auch bildende Künstler nachhaltig interessierte; für die Letzteren ging ein wesentlicher… Continue Reading „Vokalfarben“

Gedichte zum Samstag

Anna de Noailles (1876-1933) Der Frieden (NZZ 30.11.02) – – – Anna Achmatowa: Letzter Tag in Rom. (ebd.) – – – Vittorio Sereni: Anni Dopo (ebd.)

Breton verscherbelt

Bretons Wohnung war eine Art innenarchitektonische Umsetzung der Poetik des objet trouvé, des aufgelesenen, kruden und aus seiner Gebrauchsfunktion entlassenen Gegenstandes, an dem sich die Phantasie um so heftiger entzündet, je weniger man ihm seine Herkunft ansah. Diese Poetik des Fundes war ebenso Teil… Continue Reading „Breton verscherbelt“

Sprachlabor Exil

An seinen [Zhang Zaos] und Yang Lians Ausführungen über den [vor 2300 Jahren vertriebenen] Exildichter Qu Yuan kann man die Veränderung des Exilbegriffes in den letzten zehn Jahren ermessen: Sie sinnieren nicht über sein politisches Schicksal, sondern sie sehen ihn als erste individuelle lyrische… Continue Reading „Sprachlabor Exil“