Kategorie: Deutschland

Coronett

Àxel Sanjosé Man liest, wohin man liest, nur noch ein Wort: Corona. Nicht Lorbeer-, Dornen-, Gold- noch Lilien- können weilen – die Kron’ der Schöpfung muss den Rang mit Viren teilen, der Dichter dichtet aus und schont die Ärmelschoner. Nicht Mailand, nicht Madrid und… Continue Reading „Coronett“

Der

Werner Dürrson (* 12. September 1932 in Schwenningen am Neckar; † 17. April 2008 in Neufra) Der ist nicht in Sätze zu zwingen der steht nicht zum Wort wir lassen ihm Raum frei zwischen den Zeilen hoffen er falle durch sie hindurch Aus: Werner… Continue Reading „Der“

gedicht für übersetzerstudentn

Thomas Kling / Natalie Schellander gedicht für übersetzerstudentn poemistraforestundenslateronsowellaniewollane wemailedsdry!(fig.a):«newheresemesecreepeloneye» ,«’nslater!»«honeyecome»(figa.b.),«b.b.goforworko olybee….keep’emoneybeekeeper’speek’ree»(’nee:ras chaschasch….brachalanlano….;)dem’n‘ofinga:WHER EtHEBEELEGSWEREDEMENtLt)armsbirndaloxee’ns’layt orbeetraytor«tür’k’n’n’t’raubn!»omen=omengelleds pretend’tweredersernerderserner(sig.) gedicht für übersetzerstudentn übertragun‘!, wi komnu zus über übn-tragn! (fig. 1): »voll an di waffel gekriecht«, »übersetzn si« »durchkrochne wabn« (fig. 2), »a- beizbienchen losgejagt, jäger- und dreiimkerübertragun’«… Continue Reading „gedicht für übersetzerstudentn“

Judith

Noch einmal Adelaide Crapsey. Ich finde es wunderbar, dass der gestrige Beitrag mehrere Versionen ihres Gedichts gebracht hat. Das Cinquain ist einerseits von japanischen Gedichten inspiriert und andererseits eng mit den amerikanischen Modernisten verbunden, ich nenne Ezra Pound und Hilda Doolittle (H. D.). Ich… Continue Reading „Judith“

Lernjahre

Helga M. Novak (* 8. September 1935 in Berlin-Köpenick; † 24. Dezember 2013 in Rüdersdorf bei Berlin) LERNJAHRE SIND KEINE HERRNJAHRE mein Vaterland hat mich gelehrt: achtjährig eine Panzerfaust zu handhaben zehnjährig alle Gewehrpatronen bei Namen zu nennen fünfzehnjährig im Stechschritt durch knietiefen Schnee… Continue Reading „Lernjahre“

Regenlein

Catharina Regina von Greiffenberg (* 7. September 1633 auf Schloss Seisenegg in Viehdorf bei Amstetten in Niederösterreich; † 10. April 1694 in Nürnberg) Uber ein Lustbringendes Regenlein Der Regen schadet nichts / als daß er uns die Lust nur tausendmal verschönt / und angenemer… Continue Reading „Regenlein“

Ein Nachtlied

Die Nacht vom 6. auf den 7. September 1780 verbrachte Goethe in einem Häuschen auf dem Kickelhahn genannten Berg bei Ilmenau. Dort schrieb er das Gedicht mit dem berühmten Anfang „Über allen Gipfeln ist Ruh“ mit Bleistift auf die Holzwand. Er kam öfter wieder,… Continue Reading „Ein Nachtlied“

Was kein Des-car-tes nicht ergründt

Christian Wernicke (* im Januar 1661 in Elbing; † 5. September 1725 in Kopenhagen) Auf die wunderbahre Wirckungen des Gemüths und des Glücks DAß ich heut Freuden-voll / bedachtsam und gescheut Und morgen saur / zerstört / und voller Traurigkeit / Und diß wie… Continue Reading „Was kein Des-car-tes nicht ergründt“

Unverständliche Richtung

Ernst Meister (* 3. September 1911 in Haspe, heute Stadtteil von Hagen; † 15. Juni 1979 in Hagen) VOGELWOLKE Ein Abend, starrend von Staren . . . und wärs auch Wortspiel, es schafft sich Wahrheit, so schwarzes Gezwitscher, ein unerhörtes im Labyrinth. Das muß… Continue Reading „Unverständliche Richtung“

„Ausbürgerung gewaltsame Scheidung“

Else Lasker-Schüler (* 11. Februar 1869 in Elberfeld; † 22. Januar 1945 in Jerusalem) O wie mir die Scheidung nahe ging, Von Berlin – viel näher wie ich wusste. Denn ich liebte schon Berlin, Unter Wilhelm und Auguste, Rex und seiner Kaiserin. O wie… Continue Reading „„Ausbürgerung gewaltsame Scheidung““

Todtengräberlied

Ludwig Christoph Heinrich Hölty (* 21. Dezember 1748 in Mariensee; † 1. September 1776 in Hannover) Todtengräberlied Grabe, Spaden, grabe, Alles was ich habe Dank ich, Spaden, dir! Reich‘ und arme Leute Werden meine Beute, Kommen einst zu mir! Weiland groß und edel, Nickte… Continue Reading „Todtengräberlied“

Du mußt anders werden

Wolfgang Hilbig (* 31. August 1941 in Meuselwitz, Landkreis Altenburg; † 2. Juni 2007 in Berlin) Pro domo et mundo Nun wird es dunkel: du mußt anders werden die Wasser fließen schneller und ihr kalter Dunst gerinnt ein schwarzer Tag entsteigt dem tiefer blauen… Continue Reading „Du mußt anders werden“

Ein neu Lied Herr Ulrichs von Hutten

Ein neu Lied Herr Ulrichs von Hutten (* 21. April 1488 auf Burg Steckelberg in Schlüchtern; † 29. August 1523 auf der Ufenau im Zürichsee) Ich habs gewagt mit Sinnen und trag des noch kein Reu, mag ich nit dran gewinnen noch muß man… Continue Reading „Ein neu Lied Herr Ulrichs von Hutten“

Lied der Übertriebenen

Andreas Koziol Lied der Übertriebenen Wir haben zu lange gestammelt Wir waren zu lange aus Holz Materie, zu Zunder vergammelt Agenten des herbstlichen Golds Bei Gott das sind wir gewesen Flammendes Herz in der Luft Laub für den eisernen Besen Schrei der sich selbst… Continue Reading „Lied der Übertriebenen“

Kein gelbes Tuch

Şafak Sarıçiçek Gewogen und gedroschen Aschewinter liegt und liegt in Starre auf Haut, auf Straßen. Auf Straßenhaut. Die Ahnung einer Straße. Eine Straße aus der Füße Gewicht. Sie geht als Denkmal von altblauen Falten. Sie geht und mit ihr eine Wärme aus roten Strickwollen… Continue Reading „Kein gelbes Tuch“