Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Rolf Dieter Brinkmann und Ralf Rainer Rygulla experimentierten in den sechziger Jahren mit Oberflächenübersetzungen: Übertragungen von Texten rein nach ihrem Klang und ohne Kenntnis der Originalsprache – so wurde etwa aus Appollinaires „La jolie rousse“, also „Die hübsche Rothaarige“, im Deutschen „Der joviale Russe“.… Continue Reading „17. Falsche Freunde“
Gisela Noy: Sie hat Aufsehen erregt im deutschen Literaturbetrieb. „Zerstörungen“ hieß ihr erstes Buch (1991 im Rowohlt-Verlag erschienen) über eine Frau, die nach einer schweren Depression wieder zurückfinden will ins „normale“ Leben. Gisela Noy, dieses Pseudonym verwendet die Autorin heute noch. „Grauzeit“ nannte sie… Continue Reading „14. Von der Zerstörung bis zur leisen Ironie“
Es wird spannend. Denn Hauke Hückstädt verspricht neue Akzente, einen neuen Ton für eine wichtige literarische Institution in Deutschland. Der designierte Leiter des Frankfurter Literaturhauses, der am 1. Juli seine Arbeit beginnt, nennt „Poesie mein Zuhause“. … „Kultur ist kein Ornament, sondern das Fundament… Continue Reading „12. Literaturstadt Frankfurt“
Abitur in Hamburg. Die Welt berichtet: Im Bereich Lyrik galt es, Rilkes „Flamingos“ zu betrachten. „Wissen ist der Schlüssel zum Können“ heißt in einem Aufsatz von Elsbeth Stern, anhand dessen der Bildungs[be]griff erörtert werden sollte. Aber vielleicht ist das Wissen dem (Lesen-)Können auch im… Continue Reading „9. Wissen und Können?“
Kaum jemand lernt Esperanto als Muttersprache, so dass alle dieselben Voraussetzungen haben. Kritiker werfen den Entwicklern eine Bevorzugung der europäischen Sprache als Basis vor und verneinen daher den internationalen Anspruch des Esperanto. Außerdem sprechen sie einer künstlich erschaffenen Sprache die Möglichkeit für schöngeistige Ausdrucksformen… Continue Reading „8. Esperantolyrik“
1925 veröffentlichte André Breton in der Zeitschrift „La Révolution Surréaliste“ anonym einen offenen Brief an die Chefärzte der Irrenanstalten, in dem es hieß: „Die Wahnsinnigen sind die individuellen Opfer par excellence der Diktatur der Gesellschaft; im Namen dieser Individualität, die erst den Menschen ausmacht,… Continue Reading „7. Surrealismus und Wahnsinn“
Generationen sind viele im Umlauf, auch das Label „Blank Generation“ gibts schon, aber jetzt hat Matthias Hagedorn es im Blog auf jetzt.de auf die Gegenwartslyrik angewandt. (Jedenfalls kenne ich hier keine älteren Referenzen – lasse mich gerne unterrichten.) In einem längeren Essay, der verdient,… Continue Reading „5. Blank Generation“
Das diesjährige Augsburger Brecht-Festival zeigt, wie der Dichter junge Songschreiber bis hinein in die Hip-Hop-Szene inspiriert – und warum er als früher Vorläufer der Web-2.0-Generation angesehen werden kann / Hermann Weiß, Die Welt 31.1.
Frank Quilitzsch sprach mit W. Daniel Wilson über Goethes Ansichten zu Homosexualität und Kindsmord, Thüringische Landeszeitung 29.1. Bei den Epigrammen, die Sie zitieren, nimmt das lyrische Ich unterschiedliche Rollen an. Man kann es nicht mit dem Dichter gleichsetzen. Dennoch gibt es Biografen, die daraus… Continue Reading „3. Goethes Sexualität“
Schriftsteller und Dichter können auch in diesem Jahr wieder beim rheinland-pfälzischen Georg-K.-Glaser-Preis ihren Hut in den Ring werfen. Der mit 10 000 Euro dotierte Literaturpreis und der zusätzliche Förderpreis (3000 Euro) werden vom Klturministerium und dem Südwestrundfunk (SWR) ausgeschrieben. Zugelassen sind alle literarischen Gattungen… Continue Reading „2. Georg-Glaser-Preis für Literatur ausgeschrieben“
Montag, 01.02.2010, 20 Uhr, BAIZ Das Subkommando für die freie Assoziation präsentiert die Januarausgabe des 5. Jahrgangs. Es geht um Krankheit, Kunst und Tod, oder umgekehrt: um Putz, Schlupf und Stunk. Katrin Heinau, Clemens Schittko, Su und Ralf S. Werder fahren auf, die Redaktion… Continue Reading „1. Putz, Schlupf und Stunk“
Johannes Bobrowski „schrieb jenseits von Erika Steinbach“, schreibt Fokke Joel in der Zeit, (die Formulierung scheint mir mit Verlaub – natürlich gut gemeinter – Unsinn. Irgendwie schaffen es die Medien immer, alles auf ihre Ebene hinabzuziehen!) „ein Stück Weltliteratur über Vertreibung und Versöhnung. Eine… Continue Reading „152. Sarmatisch“
Kurt Leonhard, der vor 100 Jahren geborene Esslinger Kunstwissenschaftler, Lyriker und Übersetzer, war kein Napoleon des Geistes. Er saß weder auf dem überheblich hohen Gedankenross noch auf einem ordentlichen Lehrstuhl, sondern gab – unter anderem – Volkshochschulkurse. Schopenhauer, der Denker des Nichts, stand ihm… Continue Reading „151. Kurt Leonhard“
Andreas Noga lyrischer abend nach der feier der wörter schliefen wir unseren rausch aus: all die sätze die wir hörten zum verkosten in den mund nahmen waren hochprozentig sie stiegen zu kopf mit jeder neuen zeile die eingeschenkt wurde – wir tranken stürzten verse… Continue Reading „149. Lyrik und Rausch“
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