Kategorie: Deutschland

62. „Hilfloses lyrisches Ich“

In der Besprechung des gesamten Gedichtbandes von Karl Mickel heißt es vom gleichen Professor unter der Überschrift „Hilfloses lyrisches Ich“ dann endgültig: Widerwärtig häuft sich Fäkal- und Sexualvokabular, wo Kraft und Saft nicht ideeller Substanz entspringen. (…) All die be- und verklemmten Gefühle können… Continue Reading „62. „Hilfloses lyrisches Ich““

60. Literaturkunde

Sitzung einer Lyrikpreisjury. Die siebenköpfige Jury steht vor der Aufgabe, aus über 20 Büchern – jeder der Juroren nominierte etwa 5 Bücher – an zwei Tagen das eine auszusuchen, das den Preis kriegt. Wie vorgehen? Erst mal reduzieren. Jeder Titel der nicht wenigstens 2… Continue Reading „60. Literaturkunde“

57. Poetopie

diese Hitze – wer legt den Kämpfern den Eisbeutel auf die Stirn? Hansjürgen Bulkowski

54. Julius Rodenberg (1831-1914)

Julius Rodenberg war etablierter Dichter und Schriftsteller, Miterfinder des Stadtfeuilletons, Mitbegründer der Goethe-Gesellschaft sowie Gründer und 40 Jahre lang Herausgeber der bedeutendsten deutschen Kulturzeitschrift, der »Deutschen Rundschau«. Viele heute bekanntere Autoren, wie eben Fontane oder Storm, verdanken der »Rundschau« wichtige Erstveröffentlichungen. Dass Rodenberg, eine… Continue Reading „54. Julius Rodenberg (1831-1914)“

53. Grabgedicht

Rainer Kirsch spricht höchst lebendig im Gespräch mit der Zeitung, die früher der Partei gehörte, die ihn einst rauswarf, über seine Grabstelle samt Grabspruch: Haben Sie denn eine Grabstelle dafür? Inzwischen ja. Wenn man den Haupteingang reingeht, ist rechts die Bürobaracke, dann geht man… Continue Reading „53. Grabgedicht“

50. Stadtschreiberin

Monika Rinck, Tübinger Stadtschreiberin Vorgestellt von Reinold Hermanns SWR2 Lesezeichen vom Samstag, 28.6. | 17.50 Uhr | SWR2

49. Rainer Kirsch 80

Die Gedichte Rainer Kirschs sind in der DDR erschienen, was bisweilen einem Wunder gleichkam, und sie erschienen den Machtlüsternen wohl als Stachel, den auf Dummheit Gepolten (sie nannten ihre Art Widerspruchsrodung Dialektik) als Dämon, den Tapferen als Trutzimpuls. Und den Anstößigen als ein Stoßseufzer,… Continue Reading „49. Rainer Kirsch 80“

48. Daumer vertont

Das Vertonte hat in jedem Falle verbesserte Überlebensbedingungen gegenüber dem bloß gedruckten oder gar bloß geschriebenen Mittleren. Wie der Lethe rücklings mehr und mehr über die Ufer tritt, zeigt uns die Musik eine Inselwelt, von ganz anderer Zahl und Form als das Gedruckte, das… Continue Reading „48. Daumer vertont“

47. Referenzfläche

4# ist da. Auflage: 50

46. Thomas Brasch

war das Enfant Terrible der DDR – manche meinen, das einzige. Der älteste Sohn des SED-Funktionärs und stellvertretenden Kulturministers Horst Brasch, der als jüdischer Flüchtling und Mitgründer der FDJ nach dem Krieg bewusst in die russische Besatzungszone gegangen war, eckte früh an: beim Vater… Continue Reading „46. Thomas Brasch“

45. Das Sorbische im Deutschen

„wenn sprachen sich angleichen meine / in der deinen ein und aufgeht ah! wie / sich da umlaut und vorsilbe mischen keine / einsilbigkeit aufkommt“ schreibt Roza Domascyna in dem Gedicht „Vokalintermezzo“, und einer solchen Doppelsprachigkeit, einem geradezu verliebten Miteinander der Sprachen, folgen in… Continue Reading „45. Das Sorbische im Deutschen“

41. Poetopie

wer voranprescht, gerät schnell in die Abseitsfalle Hansjürgen Bulkowski

38. Rot ist der Abend

„Rot ist der Abend auf der Insel von Palau, und die Schatten sinken“ – so beginnt Gottfried Benns Gedicht über die Südseeinsel, die einst zum deutschen Kolonialreich gehörte und hierzulande die wildesten Assoziationen weckte. Reichtümer, Hitze, Nacktsein – die Namen Upolu, Apolima und Manono… Continue Reading „38. Rot ist der Abend“

35. Mühsams Tagebücher

Diese Hefte, an der Zahl 42, die er bis zu seiner Entlassung 1924 aus der Festungshaft (er war Regierungsmitglied in der Räterepublik gewesen) mit persönlichen, literarischen und politischen Empfindungen und Geschehnissen füllte, erwartete ein bizarres Schicksal: Zehn Jahre später, kurz nach Mühsams Tod. wanderte… Continue Reading „35. Mühsams Tagebücher“

31. Martha-Saalfeld-Förderpreis

Von Antike, Selbstfindung und Slamtexten Die Schriftstellerinnen Myriam Keil (Hamburg) und Kristina Nenninger (Freiburg im Breisgau) sowie die Schriftsteller Emil Fadel (Mainz) und Philipp Herold (Koblenz) erhalten den diesjährigen Martha-Saalfeld-Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz. Der Literaturpreis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. „Zum ersten Mal… Continue Reading „31. Martha-Saalfeld-Förderpreis“