Kategorie: Deutsch

Kein VEB Sehnsucht

Inge Müllers Welt bleibt nach dem Zweiten Weltkrieg eine gebrochene, auch wenn der Sozialismus ein Heilsversprechen ist in jenen Jahren der Aufbruchs. Bis 1959, bis zum zehnten Jahrestag der DDR, lebt Inge Müller überzeugt entlang der DDR-Utopie, im Zeichen der Heilserwartung, dass der Kommunismus… Continue Reading „Kein VEB Sehnsucht“

Café 2: Oskar Kanehl

Literaturkaffee Vor leeren Tischen oder Schalen braun, lumpig und langhaarig, klumpig geknäult und paarig. Eben aus dem Bette. Blaß wie ein Klaun. Wollen Sie meine Bilder .. Sie haben von mir noch nicht .. Sahen sie mein Gedicht .. Sie müssen bei mir den… Continue Reading „Café 2: Oskar Kanehl“

Café 1: Paul Zech

Im Café, an der Gedächtniskirche, sitzen auch zuweilen junge Dichter, und herumgebaut Judenmädchen oder -mütter. Manche haben Zitzen, manche auch nur Pickel auf der Haut. Aus den Dichtern, wenn sie das Verhältnis finden zu den Zitzen oder Pickeln, wird auch mal ein Buch. Die… Continue Reading „Café 1: Paul Zech“

Gedichte zum Osterwochenende

Ruth Klüger über Goethe: Urworte, Orphisch (FAZ 19.4.03)

Toter König. Ludwig Tieck starb vor 150 Jahren

Einen würdigen Platz im Pantheon der deutschen Dichter hat der König der Romantik, bei aller Verehrung, allerdings nie so recht gefunden. Eine vollständige Ausgabe seiner Werke kam nicht zustande; die vor knapp zwanzig Jahren mit erheblichem Aufwand von Suhrkamps Deutschem Klassiker Verlag begonnene Edition… Continue Reading „Toter König. Ludwig Tieck starb vor 150 Jahren“

Beck & Celan arabisch

Al-Maaly: For us, Lebanon is the country we dream of. Every Arab writer or artist used to fantasise about living and working in Lebanon, because there was a certain amount of freedom there before the invasion. And there still is, despite all the new… Continue Reading „Beck & Celan arabisch“

Rebellisches Rot in Lübeck

Seit dem 6. April, dem 125. Geburtstag Erich Mühsams, regiert das Schwarz-Rot des Anarchismus im 1. Stock des ehrwürdigen Bürgerhauses in der Lübecker Mengstrasse 4. Unter dem Motto «Sich fügen heisst lügen» werden dort Leben und Werk des rebellischen Sohnes der Stadt vorgestellt. /… Continue Reading „Rebellisches Rot in Lübeck“

Opiumladen Arendt

Berlin, Prenzlauer Berg, Dezember 1981, Adolf Endler notiert in seinen Sudelblättern: „Lesung mit Erich Arendt, der jetzt achtundsiebzig Jahre alt ist und rätselhaft wie eh und je: Es leuchtet durchaus ein – obwohl es das Werk Arendts nur partiell trifft –, wenn ein junger… Continue Reading „Opiumladen Arendt“

Sanfter Spürhund

Die schneidende Stimme des Kritikers von einst klingt plötzlich erstaunlich sanft und mild. Sein Sarkasmus, der zuweilen schon zynisch klang, hört sich hier eher melancholisch an. Die Ironie scheint noch spielerischer. Nichts ist ernst gemeint, aber alles wird ernst genommen. Wieder einmal: ein Zeichen… Continue Reading „Sanfter Spürhund“

Sprechsonate

Wie vielleicht kein anderer Schriftsteller der Gegenwart spürt der in Wien lebende Gert Jonke den Grenzen nach, an denen sich die Wortsprache mit Musik berührt. Er folgt dabei keinem Schema; jedes Buch, in dem der ebenso wortmächtige wie musikalische Autor seine Forschungen weitertreibt, gerät… Continue Reading „Sprechsonate“

Ror Wolf

Der Autor Ror Wolf erhält in diesem Jahr den mit 15 000 Euro dotierten Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Gewürdigt werde damit das Gesamtwerk des in Mainz lebenden Schriftstellers, teilte die Akademie am 10.4.03 mit. (dpa)

Beydoun & Kleeberg

Das – dem Dialog mit der islamischen Welt gewidmete – Webportal qantara.de bringt in Fortsetzungen einen Briefwechsel zwischen dem libanesischen Dichter Abbas Beydoun und dem deutschen Autor Michael Kleeberg über den Irakkrieg. Vgl. auch SZ 10.4.03

Rauriser Literaturtage

Alfred Kolleritsch, der Philosoph unter den Dichtern, leuchtet auf der Heimalm aufs «hohe Gestell der Dauer». Der Rhythmus seiner Gedichte und ihre Rede von allem, was «blutstürzlerisch schnell / auf der Schwelle verschwunden» ist, können sich in der Skihütten- Ambiance kaum Gehör verschaffen. /… Continue Reading „Rauriser Literaturtage“

Meine Tippe überfüllt die Lyrik

schreibt Kurt Schwitters. Nachzulesen in der SZ-Reihe Briefe aus dem 20. Jahrhundert XIV am 5.4.03: Kurt Schwitters an Carola und Sigfried Giedion (1929) – Carola Giedion(-Welcker) gab 1946 – Schwitters lebte noch und war ein toter Hund im englischen Exil – in der Schweiz… Continue Reading „Meine Tippe überfüllt die Lyrik“

Adolf Wölfli in New York

Es sieht so aus, als hätten die ihn bedrängenden Stimmen ihm seinen Lebenslauf mehr und mehr in monströsen Zahlengebäuden diktiert, oder – wie in dem «Album mit Tänzen und Märschen» – in phonetische Klangmuster übersetzt. Allemal aber folgt die Algebra seiner Visionen einer eigensinnigen… Continue Reading „Adolf Wölfli in New York“