Kategorie: Deutsch

37. Das ideale Gedicht

Die Gedichte von Petra Ganglbauer, so wie sie in diesem Gedichtband versammelt sind, sind strenge Meditationen um ein Weiß, um eine Leere, die es so nicht gibt. Unter keinen Umständen und wie wir es auch drehen gibt. Das ideale Gedicht. Dieses Nicht gibt die… Continue Reading „37. Das ideale Gedicht“

36. Huchel und Kundera

Als Ludvík Kundera (1920-2010) Mitte der 1950er Jahre Schwierigkeiten in Prag und Brünn hatte, half ihm Huchel, so gut er konnte. Als Huchel in den 1960er Jahren verfemt war, unterstützte ihn Kundera. 1958 veröffentlichte Kundera, Vetter des Romanciers Milan Kundera, seine ersten Übersetzungen der… Continue Reading „36. Huchel und Kundera“

35. Bartschs Berg-Werk

Bartsch fasziniert mehr das Nordische und Germanische – vor allem aber ist Mitteldeutschland seine poetische Provinz, das Mansfeldische zumal, wo Novalis, der romantische Poet der »Hymnen an die Nacht« und der Bergbau-Pionier, der Salinenassessor und Amtshauptmann wirkte. Bartsch widmet ihm den Zyklus »Licht der… Continue Reading „35. Bartschs Berg-Werk“

34. Wagners Wortwandern

Zwischen zwei Polen reimt sich Jan Wagners Gedicht-Buch „Australien“ ins Offene, Fremde, Neue. Den einen könnte man mit Joseph von Eichendorff nennen: „Ach, wer da mitreisen könnte!“ Den anderen mit Fernando Pessoa: „Nur äußerster Mangel an Einbildungskraft rechtfertigt, dass man auf Reisen geht; existieren… Continue Reading „34. Wagners Wortwandern“

30. Das Wort „Jerusalem“

Peter Ruzickas „Recherche (im Innersten)“ wurde durch die Lyrik Paul Celans inspiriert, das Stück ist eine der Vorstudien, die der Hamburger Komponist zu seiner Celan-Oper schrieb. Das einzige Wort darin: „Jerusalem“, als Beschwörung, als Schrei, als Ruf der Freiheitshoffnung, denn für Celan besaß das… Continue Reading „30. Das Wort „Jerusalem““

29. 4 x 4

Text und Tanz VON UND MIT Martina Hefter, Martina La Bonté Vier sehr unterschiedlichen Bewegungssequenzen werden vier Gedichte gegenübergestellt. Dabei werden die Gedichte nicht inhaltlich, akustisch oder rhythmisch in Bewegung umgesetzt – es geht allein um das Zusammenspiel von Sprache und Bewegung, das Beobachten… Continue Reading „29. 4 x 4“

24. Falb on PIW

PIW (Poetry International Web) Germany presents the fragmented and experimental work of Daniel Falb, translated into English by Brian Currid and Christian Hawkey.  

23. Osten im Westen

Er ist nicht larmoyant, sondern auf eigenbrötlerische Art angriffslustig. Man atmet auf, liest man am Ende den „Vorsatz“: „Vielleicht ist es wirklich am besten, / Man pfeift auf die Altersgebresten, / Es komme, wie’s mag. / Man lebt in den Tag / Und freut… Continue Reading „23. Osten im Westen“

21. Umbenennen

Albert Sergel wurde 1876 in Peine geboren. Bekannt geworden ist er durch Kindergedichte. Doch er schrieb auch politische Gedichte – als Anhänger der Nationalsozialisten. Die Grünen im Peiner Stadtrat fordern daher eine Umbenennung der Straße. / Peiner Allgemeine  

20. halb mattes glas

achim wagner halb mattes glas beim tumult unter hastigen schirmen ipek hautnah verteilte flüche – gekippte konstellationen – in einer oberen etage nur noch das ausgesprochene der zeitungen wo dein sommersprossiger rauch eine weitere kleine unordnung zu dieser zeit des tages (nach cemal süreya)… Continue Reading „20. halb mattes glas“

18. Wagners Australien

Wagners Australien wurde noch nie betreten, es ereignet sich nur hier, wo ein Häuptling spricht: «ich bin der letzte eines volkes, / allein mit der geschichte, einer sprache, / die mit ihm untergeht». Das Gedicht heisst «hononanz», und die Tante im Gedicht, die «das… Continue Reading „18. Wagners Australien“

17. Laudatio auf Marion Poschmann

Bettina Schulte: Laudatio auf Marion Poschmann zum Peter-Huchel-Preis am 3. April 2011 Wer mit Marion Poschmanns Gedichten in Berührung kommt, gerät ins Schwimmen. Das kann man zunächst buchstäblich verstehen. Das Element dieser Dichterin ist das Fluide: Wasser in allen Aggregatzuständen – als Welle, als… Continue Reading „17. Laudatio auf Marion Poschmann“

15. Den Kritikern ins Stammhirn

Über Literatur und Kritik Von Frank Schäfer, junge Welt Auch wenn die Kritik selbst literarisch ist, praktiziert sie Reduktion, sie schließt aus. Die Überheblichkeitsgeste der Kritik ist ihre Kompensation dieses Umstands. Sie weiß das naturgemäß selbst, und sie ärgert sich grün vor Neid. Deshalb… Continue Reading „15. Den Kritikern ins Stammhirn“

14. Weltgeist beim Bier

Von Bertram Reinecke Wer diese Gedichte beschreiben möchte, dem mag der spätere Kolbe einfallen. Auch hier herrscht ein sonorer Ton, der der Geschichte eingedenk ist, der die Tradition kennt, das Pathos aber zurückstutzt und nur durch das Alltagsweltliche oder Geschichtliche hindurch aufblitzen lässt. Auch… Continue Reading „14. Weltgeist beim Bier“

12. Nicht golddurchschossen

Noch einmal Österreichisch. Die Presse beginnt eine Reportage über den Wiener Wurstelprater mit Versen von Heimito von Doderer. Einem Vers, genauer gesagt: Lichtvoll bricht die Sonne durch die alten Praterbäume – und das war’s dann schon mit Heimito von Doderer. Über den ersten Satz… Continue Reading „12. Nicht golddurchschossen“