Kategorie: Deutsch

34. Wagners Wortwandern

Zwischen zwei Polen reimt sich Jan Wagners Gedicht-Buch „Australien“ ins Offene, Fremde, Neue. Den einen könnte man mit Joseph von Eichendorff nennen: „Ach, wer da mitreisen könnte!“ Den anderen mit Fernando Pessoa: „Nur äußerster Mangel an Einbildungskraft rechtfertigt, dass man auf Reisen geht; existieren… Continue Reading „34. Wagners Wortwandern“

30. Das Wort „Jerusalem“

Peter Ruzickas „Recherche (im Innersten)“ wurde durch die Lyrik Paul Celans inspiriert, das Stück ist eine der Vorstudien, die der Hamburger Komponist zu seiner Celan-Oper schrieb. Das einzige Wort darin: „Jerusalem“, als Beschwörung, als Schrei, als Ruf der Freiheitshoffnung, denn für Celan besaß das… Continue Reading „30. Das Wort „Jerusalem““

29. 4 x 4

Text und Tanz VON UND MIT Martina Hefter, Martina La Bonté Vier sehr unterschiedlichen Bewegungssequenzen werden vier Gedichte gegenübergestellt. Dabei werden die Gedichte nicht inhaltlich, akustisch oder rhythmisch in Bewegung umgesetzt – es geht allein um das Zusammenspiel von Sprache und Bewegung, das Beobachten… Continue Reading „29. 4 x 4“

24. Falb on PIW

PIW (Poetry International Web) Germany presents the fragmented and experimental work of Daniel Falb, translated into English by Brian Currid and Christian Hawkey.  

23. Osten im Westen

Er ist nicht larmoyant, sondern auf eigenbrötlerische Art angriffslustig. Man atmet auf, liest man am Ende den „Vorsatz“: „Vielleicht ist es wirklich am besten, / Man pfeift auf die Altersgebresten, / Es komme, wie’s mag. / Man lebt in den Tag / Und freut… Continue Reading „23. Osten im Westen“

21. Umbenennen

Albert Sergel wurde 1876 in Peine geboren. Bekannt geworden ist er durch Kindergedichte. Doch er schrieb auch politische Gedichte – als Anhänger der Nationalsozialisten. Die Grünen im Peiner Stadtrat fordern daher eine Umbenennung der Straße. / Peiner Allgemeine  

20. halb mattes glas

achim wagner halb mattes glas beim tumult unter hastigen schirmen ipek hautnah verteilte flüche – gekippte konstellationen – in einer oberen etage nur noch das ausgesprochene der zeitungen wo dein sommersprossiger rauch eine weitere kleine unordnung zu dieser zeit des tages (nach cemal süreya)… Continue Reading „20. halb mattes glas“

18. Wagners Australien

Wagners Australien wurde noch nie betreten, es ereignet sich nur hier, wo ein Häuptling spricht: «ich bin der letzte eines volkes, / allein mit der geschichte, einer sprache, / die mit ihm untergeht». Das Gedicht heisst «hononanz», und die Tante im Gedicht, die «das… Continue Reading „18. Wagners Australien“

17. Laudatio auf Marion Poschmann

Bettina Schulte: Laudatio auf Marion Poschmann zum Peter-Huchel-Preis am 3. April 2011 Wer mit Marion Poschmanns Gedichten in Berührung kommt, gerät ins Schwimmen. Das kann man zunächst buchstäblich verstehen. Das Element dieser Dichterin ist das Fluide: Wasser in allen Aggregatzuständen – als Welle, als… Continue Reading „17. Laudatio auf Marion Poschmann“

15. Den Kritikern ins Stammhirn

Über Literatur und Kritik Von Frank Schäfer, junge Welt Auch wenn die Kritik selbst literarisch ist, praktiziert sie Reduktion, sie schließt aus. Die Überheblichkeitsgeste der Kritik ist ihre Kompensation dieses Umstands. Sie weiß das naturgemäß selbst, und sie ärgert sich grün vor Neid. Deshalb… Continue Reading „15. Den Kritikern ins Stammhirn“

14. Weltgeist beim Bier

Von Bertram Reinecke Wer diese Gedichte beschreiben möchte, dem mag der spätere Kolbe einfallen. Auch hier herrscht ein sonorer Ton, der der Geschichte eingedenk ist, der die Tradition kennt, das Pathos aber zurückstutzt und nur durch das Alltagsweltliche oder Geschichtliche hindurch aufblitzen lässt. Auch… Continue Reading „14. Weltgeist beim Bier“

12. Nicht golddurchschossen

Noch einmal Österreichisch. Die Presse beginnt eine Reportage über den Wiener Wurstelprater mit Versen von Heimito von Doderer. Einem Vers, genauer gesagt: Lichtvoll bricht die Sonne durch die alten Praterbäume – und das war’s dann schon mit Heimito von Doderer. Über den ersten Satz… Continue Reading „12. Nicht golddurchschossen“

11. „Brecht ähnlich“

Die Presse sprach mit dem Schauspieler und Regisseur Otto Schenk auch über Gedichte: Na ja, den Morgenstern mag ich auch sehr gern, er bedient meinen Humor, und auch Brecht ist ein großer Lyriker, vor allem dort, wo er sich selber fremd wird. Aber Rilke… Continue Reading „11. „Brecht ähnlich““

10. Preisverlehung in Staufen

Die Schriftstellerin Marion Poschmann wird morgen 11 Uhr mit dem diesjährigen Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik ausgezeichnet. Die 41-Jährige erhält die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren Band «Geistersehen». Für die Jury überzeugt Poschmanns Lyrik durch sprachliche Virtuosität und gedankliche Geschlossenheit. Verliehen wird… Continue Reading „10. Preisverlehung in Staufen“

9. UTE UFERLOS

Warum diese alten sehnsuchtsgetränkten Gedichte auskramen… Kein geringerer als mein geschätzter Dichterkollege HEL ToussainT behauptet schon lange allen Ernstes, ich sei eher ein MYSTIKER als ein LYRIKER – ein veralteter Unterschied, den meine Poetologie der „Direkten Dichtung“ natürlich ad absurdum führt (und den vermutlich kein mystischer Dichter jemals… Continue Reading „9. UTE UFERLOS“