Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Ihre eigenen Gedichte sind fein konstruiert, folgen einem ebenmäßigen Metrum, handeln auch einmal vom Verlorensein – als Exilgedichte will sie sie aber nicht verstanden wissen. Ihrer Lyrik wegen hadert sie mit dem Verleger, der stattdessen lieber einen Roman sehen möchte. Die gängige Auffassung vieler… Continue Reading „112. Gängige Auffassung“
Diskussionsbeitrag von Simone Kornappel ein instrumentarium, um einen text für sich selbst als misslungen oder gelungen zu begreifen, ist der kopf. und einen kopf hat jeder leser, jede leserin allemal. die unlust am kauf oder die unlust am lesen eines gedichtbandes, einer anthologie oder… Continue Reading „111. originalität ist kein jargon“
Seels Gedichte sind ebenso überlegt wie eindringlich, und das, obwohl sie ständige Unsicherheit ausstrahlen. Das fängt bei der Kommunizierbarkeit an. Seel führt in den Zyklen »wo ihr körper beginnt« und »fuchsia« die poetische Sprache vor, deckt Situation und Wechselwirkungen auf, in denen sich Dichter,… Continue Reading „110. Gewalttätig und unsicher“
Auszüge aus einem Aufsatz von Jürgen Brôcan in der NZZ vom 22.7. (L&Poe #87. Zu Viel Originalität): Der deutschsprachige Leser wird gegenwärtig mit zwei Phänomenen konfrontiert: Einerseits mit der unglaublichen Fülle an Gedichten in Anthologien, im Netz oder auf Poesiefestivals, die es ihm ohne… Continue Reading „107. Wenn Hölderlin heute lebte…“
Bella Triste normally comes in, um, magazine-form, but this time each piece got its own special format: poster, pack of cards, door hanger, various booklets, etc. Normally I’m suspicious of potentially gimmicky packaging that could overpower the content, but no worries, Bella Triste is… Continue Reading „106. Germany’s literary magazine culture“
„National gesinnte“ und/oder rechtsradikale Kreise verbreiten gern und regelmäßig die Geschichte des von „den Polen“ widerrechtlich einbehaltenen (nein „geraubten“, ach ja, damals als polnische Horden in das schutzlose Deutsche Reich einfielen und unsere Nationalheiligtümer raubten!) „Deutschlandlieds“. So erst kürzlich wieder die „Preußische Allgemeine Zeitung“,… Continue Reading „95. Wo liegt das „Deutschlandlied“?“
Seit einem Vierteljahrhundert publiziert sie Bücher mit Titeln, die verdeutlichen, dass es ihr nicht um eine „realistisch“ verstandene Literatur geht: „Tintenfisch auf Reisen“, „Wie der Wind im Ei“, „Opium für Ovid“, „Überseezungen“, „Das nackte Auge“ und eben jetzt „Abenteuer der deutschen Grammatik“. Gemeinsam ist… Continue Reading „93. „Wir arbeiten an der Änderungs- / Grammatik““
‚Ich bin 2fellos größer als du‘ / sprach zum Einer der Zweier. // ‚3ster Kerl, prahle nicht so!‘ / knurrte der größere Dreier. // ‚Und ich!‘ rief der Einer, ‚bin zwar der Kl1te, / aber dafür bestimmt auch der F1te.‘ // ‚Nein, mir gibt… Continue Reading „92. Hans Manz 80“
Und tatsächlich ist es eine schleichend sterbende Sprache, in der die aus Grovella im piemontesischen Formazza-Tal stammende Anna Maria Bacher ihre Gedichte schreibt, schliesslich gaben im Jahr 2003 an einer repräsentativen Umfrage nur noch 12 Prozent der wenigen Bewohner dieses Tals an, von «walserscher»… Continue Reading „91. «Kfarwät Schpurä» in «Walser-Titsch»“
Geladen ward zur Präsentation des druckfrischen Lyrikbändchens „Der Heißatem, der Augenblitz“. Erotische Gedichte von Kristian Pech, verschönert durch „Physiognomische Studien“ seines „leibeigenen Hofmalers“ (Zitat Scheuerecker) Hans Scheuerecker. Die beiden sind mit Pausen seit drei Jahrzehnten Freunde, ein Paar reiz-voller Kontraste: Pech, in dessen Beschreibung… Continue Reading „89. Augenblitz“
Die NZZ diagnostiziert grundsätzliche Lesebereitschaft des Publikums trotz deutschsprachiger Avantgardelyrik, schreibt der Perlentaucher: Auch wenn die Lyrik in Zeitschriften, im Netz oder auf Festivals blüht, meint Jürgen Brocan, macht sich beim Leser Überdruss breit. „Die Lyrik heute gleicht jedoch nicht selten einem Laborversuch, dessen Ergebnisse dem Publikum in… Continue Reading „87. Zu viel Originalität“
Gewohnt pointiert brachte der Lyrik-Experte Bernd Leistner einmal seine Haltung zur Poesie auf den Punkt: „Er sei in Sachen Dichtung wie ein Eunuch; er könne es beschreiben, aber nicht machen.“ Nun legte er doch einen Band mit seinen Gedichten vor. FIGARO sendet den Mitschnitt… Continue Reading „83. Altväterisch“
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