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Veröffentlicht am 21. August 2019 von lyrikzeitung
Nach Rimbaud
VIERZEILER
Sterne weinten rosen in deine pulsenden Ohren;
Unendlichkeiten – weiß vom Hals zu den Lenden – sanken;
Das Meer hat rote Perlen an glühe Brüste verloren,
Und der Mann verblutete schwarz an deinen gebietenden Flanken.
Aus: Alt- und neufranzösische Lyrik in Nachdichtungen von Alfred Neumann. Erster band. München: O.C. Recht, 1922, S. 233
Der Stern weinte Rosen im Herzen deiner Ohren
(1871)
Der Stern in der Tiefe deiner Ohren weint Tränen aus Rosen,
Unendlich weiß fließen sie von deinem Hals zu deinen Hüften,
Das Meer an purpurner Brust wirft Streifen aus roten Perlen,
Der Mann gießt souverän sein schwarzes Blut in deinen Schoß.
Aus: Arthur Rimbaud: Poesie. Aus dem Französischen übertragen von Michael Fisch. Berlin/Tübingen: Schiler, 2015, S. 106
L’étoile a pleuré rose au cœur de tes oreilles,
L’infini roulé blanc de ta nuque à tes reins
La mer a perlé rousse à tes mammes vermeilles
Et l’Homme saigné noir à ton flanc souverain.
Arthur Rimbaud, 1871
Kategorie: Frankreich, FranzösischSchlagworte: Alfred Neumann, Arthur Rimbaud, Michael Fisch
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Ich glaube, souverain bezieht sich auf flanc. Also der Mann blutet schwarz an deiner gebietenden Flanke. Also hätte Neumann das richtig erfasst, und Fisch nicht. Kann das bitte jemand bestätigen oder widerlegen?
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Ja. Das bezieht sich eindeutig auf auf flanc, also auf „sie“. Das ist nicht nur ein grammatischer Fehler, sondern auch eine („freche“) Umdeutung. Rimbaud gibt ihr die Souveränität, Fisch dreht es um und schreibt sie dem Mann zu. ( ich glaube wirklich, dass Rimbaud da seiner Zeit weit voraus und eher „unser“ Zeitgenosse war.
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