Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Vogel braucht manchmal bloß zwei halbe Sätze zum Gedicht, einmal sogar nur fünf Wörter, freilich mehr eine witzige Sentenz denn ein ganzes Gedicht. Vogel schiebt die Sprache vorsichtig voran, liest behutsam und silbenweise, mit der zaghaften Aufmerksamkeit einer Schildkröte oder einer Morgenstern’schen Schnecke („soll… Continue Reading „62. Mikael Vogel“
Gisela Zoch-Westphal, ehemalige Freundin von Mascha Kaléko und Nachlassverwalterin der Dichterin, im Gespräch mit dem DLR – hier zum Hören Hier mehr Infos
Die Konservativen waren immer große Geschichtenerzähler; es ist ihre große Schwäche. Sie lieben es, die Augen in der Vergangenheit schweifen zu lassen, um nicht sehen zu müssen, was ihnen vor der Nase liegt. Zu der Geschichte gehört immer eine Vertreibung aus Eden, sei es… Continue Reading „60. Konservativ“
Sie kramte in ihrer Handtasche und zeigte uns Roberts zerfleddertes Notizbuch. Die letzte Eintragung war ein Gedicht: Reglos liegt er im Gras / die Sonne spiegelt sich in seinen Augen wider / ein Geier lässt sich auf ihm nieder / und zerbeißt genüsslich das… Continue Reading „59. Genüßlich“
„Six of my poems were recently translated into Catalan, a language that a half-century of Fascism couldn’t stamp out. Is American poetry as durable, I wonder?“ Henri Cole, New Yorker
Das ehrgeizige Projekt des ehemaligen ungarischen Staatssekretärs für Kultur Géza Szőcs, als Vorsitzender des ungarischen P.E.N.-Clubs “eine Art Nobelpreis für Lyrik” zu schaffen (mno/mti), hat jetzt mit einem Fiasko begonnen. Géza Szőcs, Schriftsteller und Mai 2010-Juni 2012 Staatssekretär für “Kultur und nationales Kulturerbe” der Orbán-Regierung, wurde im Dezember 2011… Continue Reading „57. Abgelehnt“
Helmut Seethaler GNADENGESUCH bei praesident dr Fischer angekuendet: Um mich + meine kunstform vor der vernichtung durch richter dr. Peter Wimmer des gerichts wien-innere stadt doch noch zu retten: Man will mich 6 wochen einsperren. Weil die wiener linien meine kunstaktionen nicht wollen+pausenlos zerstoern.… Continue Reading „56. Gnadengesuch“
In meinem Reader gibts eine Liste spezieller Lyrikbuchhandlungen in New York. Aber die Zeit in der Stadt war zu knapp, um sie mit Einkauf zu verbringen. Am dritten Tag fuhren wir weiter durch den ländlichen Staat New York und durch Pennsylvania. Indian Summer in… Continue Reading „55. Bücherkauf in den Staaten“
Von Jean Paul und Richard Wagner sind Zitate überliefert*, die sich besonders für den hautnahen Gebrauch eignen: “Die Tat ist die Zunge des Herzens” (Jean Paul) oder auch “Es gibt ein Glück, das ohne Reu!” (Richard Wagner). / Der neue Wiesentbote *) Naja, es… Continue Reading „54. Leibnah“
Eine fast schicksalhafte Dramaturgie will es, dass zeitgleich ein zweiter chinesischer Autor in unser Blickfeld gerückt ist: Liao Yiwu wird am Sonntag in der Paulskirche mit dem hohen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt und ist so ziemlich das genaue Gegenteil vom diesjährigen Nobelpreisträger. Berühmt… Continue Reading „53. Zwei Preisträger“
Sam Hunt (66) ist Dichter. Er ist sogar so etwas wie Neuseelands inoffizieller Nationaldichter. Kein anderer Poet erreicht mit seinen Gedichten eine derartige Popularität in dem südpazifischen Inselstaat. Das liegt vor allem an diesen Dingen: In Hunts Zeilen schwingt immer die Sehnsucht mit, die… Continue Reading „52. Anarchist im Kanon“
Worte wirken. Das wissen die Poesie- und Bibliotherapeuten. Sie kennen die Kraft des geschriebenen und gesprochenen Wortes und haben sie zu ihrem Beruf gemacht. Die Mitglieder der 1984 gegründeten Deutschen Gesellschaft für Poesie- und Bibliotherapie (DGPB) arbeiten in den verschiedensten Berufsfeldern: in öffentlichen Einrichtungen,… Continue Reading „51. Poesietherapie“
Von Christiane Kiesow (Greifswald) Bin ich der treueste Leser Klavkis oder nur der verbissenste? Weder das eine noch das andere ist schmeichelhaft. Aller Wahrscheinlichkeit nach entspreche ich nicht seinem Idealbild: zu dick für Literatur, gern mein Innerstes mit seinen Texten auslüftend, in das die… Continue Reading „50. Klavki 40“
Die Übersetzung der Prosagedichte von Aloysius Bertrand, die 2011 bei Reinecke & Voß erschien, wurde von der Zeitschrift La Giroflée, die von der „Association pour la mémoire d‘ Aloysius Bertrand“ herausgegeben wird, in ihrer Nummer 4 vermeldet: Nous avons le plaisir d’apprendre qu’une nouvelle… Continue Reading „49. Nachgedruckt“
Die Veranstaltung Le Printemps des Poètes (Frühling der Poeten), die jedes Jahr im März in Frankreich zahlreiche Besucher anzieht, soll 40% ihrer staatlichen Zuschüsse verlieren, nämlich 60.000 €, berichtet Le Monde. Ein Leser kommentiert: „Die Privatausstellung am Quai d’Orsay zum Vergnügen unseres großmächtigen Außenministers,… Continue Reading „48. Kürzung“
Neueste Kommentare