Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Eine poetische Kostbarkeit bietet der MDR in einem Hinweis auf Thomas Brasch mit dem Satz: Ein Filetstück von Braschs Werk blieb die Lyrik. Kann man es schöner sagen? – Trotzdem hinklicken: da gibts einen Audiobeitrag, auch mit Braschs Stimme. / 21.11.02
Im Freitag (48/02) fragt Birgit Dahlke nach dem Zusammenhang von Kanonbildung (von Reich-Ranicki bis „Das Gedicht“) und männlichen Sichtweisen: Nehmen wir den öffentlichen Umgang mit Urteilen von Sigrid Löffler oder Iris Radisch. Halten wir die Wertschätzung, mit der fast jeder neue Text von Durs… Continue Reading „Undine Grünbein“
Und zwar von Rammstein: Ordentliche Gedichte sind das schon, trauriges Zeug zum größten Teil. Es geht um Tod und Krankheit, Eiterfluss, Gedärm und „gieriges Geschlecht“. Vom barocken Weltende zu den expressionistischen Wasserleichen, von blutroten romantischen Abendstimmungen bis hin zu den sterbenden Tänzerinnen des Fin… Continue Reading „taz liest Lyrik“
Seamus Heaney still remembers that day in 1968 when the shy 16-year-old stood before him, a small, cherubic boy from a modest family, with a wash of wild, curly hair framing his face. The boy, Paul Muldoon, had just been introduced to Mr. Heaney,… Continue Reading „Poetry legend – Paul Muldoon“
Ossip Mandelstam dachte sich, ausserhalb des Chors der Jubelnden stehend, die Stadt als Ort einsamen Sterbens, als «unfruchtbar und düster». Aber eben: Er war nie in Venedig! Im Jahr 1920, in der Krimstadt Feodossija, während des russischen Bürgerkriegs zwischen zaristischen «Weissen» und bolschewistischen «Roten»,… Continue Reading „Mandelstams Venedig“
In seinem ersten Drama wie in seinem ersten grossen Poem hat Wladimir Majakowski die futuristischen Postulate, die damals in zahlreichen Programmschriften mit revolutionärem Furor vorgetragen wurden, produktiv umgesetzt. Traditionsbruch, Innovationswille und Prioritätsanspruch waren auch für ihn die Voraussetzungen einer Dichtkunst, bei der es mehr… Continue Reading „Nitzbergs Majakowski“
Die Gedichte der Kaiserin dürfen daher als die einzige authentische Äußerung gelten, die die Nachwelt von ihr vernimmt. Die Poesien wurden erst vor anderthalb Jahrzehnten von Brigitte Hamann publiziert (Kaiserin Elisabeth: Das poetische Tagebuch, herausgegeben von Brigitte Hamann, Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften,… Continue Reading „Dichtende Sisi“
Begeistert besprochen in der FAZ, 16.11.02: Ernst Jandl: „13 radiophone Texte und Das Röcheln der Mona Lisa“ Von Texten, Stimmen und Apparaten. Hörspiel Intermedium records, München 2002, ISBN 3934847706 CD, 18,90 EUR
Wenn man aber geduldig (und ohne Furcht, den Boden unter den Füssen zu verlieren) in dieser riesigen Fundgrube gräbt, dann stösst man auf Verse, die nachhallen: «Als Gott den Menschen schuf / mit leichter Hand und schrägem Blick / gab er ihm auch einen… Continue Reading „Thomas Brasch: Nachlaß“
Günter Kunert befreit sich unentwegt von seinem leicht entfessselbaren Gedächtnis. Mit seinem Verstummen kann nur rechnen, wer ihm vorschnell*) die letzte Altersstufe als Fatalist zuschreibt. Günter Kunert ist davon weit entfernt. Die benachbarte Sarah Kirsch erfährt den Dichterfreund alltäglich und entlastet uns von aller… Continue Reading „Das Leben ist schön“
NZZ bespricht Neuerscheinungen aus baltischen Ländern, darunter eine Ausgabe der österreichischen Literaturzeitschrift „Wespennest“: Eine Entdeckung ist die lettische Schriftstellerin Inga Abele (geb. 1972), die mit einer Erzählung und einer Lyrikauswahl vertreten ist. Abele verfügt über die Gabe präziser psychologischer Beobachtung, die sie in eine… Continue Reading „Wespennest“
Den Förderpreis zum Hugo-Ball-Preis der Stadt Pirmasens (3 750 Euro) erhält der Lyriker Steffen Jacobs. / Pirmasenser Zeitung 13.11.02
In der NZZ bespricht Stefan Breuer eine amerikanische Georgebiographie , in der ihm Homosexualität offenbar endgültig nachgewiesen wird (so what?) – und mehr: Norton spricht zwar nicht geradezu von Präfaschismus, lässt aber seine Leserschaft nicht im Unklaren darüber, dass er im George-Kreis eine der… Continue Reading „Georgebiographie“
Hier wird solche Konzentration zum Prinzip erhoben, mit dem Ziel, lyrisches Sprechen vom historisch-mythologischen «Mobiliar» zu befreien: «Nur noch die paar alten Bilder, die seit jeher in mir lagen.» Ein ganz neues Element bringt dann 1985 der Band «Abgewandt Zugewandt», nach einer Zeile aus… Continue Reading „Kuno Raeber“
Der irische Dichter Tom Paulin darf nicht an der Harvard University lesen, nachdem Studenten wegen israelkritischer Äußerungen massiv gegen seine Einladung protestiert hatten. Mr Paulin, who is lecturing at New York’s Columbia University but is a member of Hertford College in Oxford, told the… Continue Reading „Tom Paulin“
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