Kategorie: Europa

Goethe-Institut in Bagdad?

In der FAZ stellt am gleichen Tag (16.4.03) ein anderer in Deutschland lebender Iraker, der Dichter und Verleger Khalid al-Maaly, Überlegungen zum Wiederaufbau seines Landes an: Ich wünsche mir – nein, mehr als das, ich fordere, noch bevor Verträge unterzeichnet werden, dass Deutschland sich… Continue Reading „Goethe-Institut in Bagdad?“

Demokratie und Islam

Diese naive und vage Vorstellung von Modernität ist der grösste Bremsklotz bei der Erneuerung der arabisch-islamischen Gesellschaften. Als im vorigen Jahrhundert der liberale ägyptische Gelehrte Rifa al-Tahtawi Paris besuchte, schrieb er einen Satz, der berühmt werden sollte: «In Frankreich sah ich einen Islam ohne… Continue Reading „Demokratie und Islam“

Beck & Celan arabisch

Al-Maaly: For us, Lebanon is the country we dream of. Every Arab writer or artist used to fantasise about living and working in Lebanon, because there was a certain amount of freedom there before the invasion. And there still is, despite all the new… Continue Reading „Beck & Celan arabisch“

Rebellisches Rot in Lübeck

Seit dem 6. April, dem 125. Geburtstag Erich Mühsams, regiert das Schwarz-Rot des Anarchismus im 1. Stock des ehrwürdigen Bürgerhauses in der Lübecker Mengstrasse 4. Unter dem Motto «Sich fügen heisst lügen» werden dort Leben und Werk des rebellischen Sohnes der Stadt vorgestellt. /… Continue Reading „Rebellisches Rot in Lübeck“

Opiumladen Arendt

Berlin, Prenzlauer Berg, Dezember 1981, Adolf Endler notiert in seinen Sudelblättern: „Lesung mit Erich Arendt, der jetzt achtundsiebzig Jahre alt ist und rätselhaft wie eh und je: Es leuchtet durchaus ein – obwohl es das Werk Arendts nur partiell trifft –, wenn ein junger… Continue Reading „Opiumladen Arendt“

Ratschläge für irakische Frauen

Die SZ vom 12.4.03 druckt die bissigen „Ratschläge für irakische Frauen“, ein polemisches Gedicht des Londoner Dramatikers Martin Crimp.

Sanfter Spürhund

Die schneidende Stimme des Kritikers von einst klingt plötzlich erstaunlich sanft und mild. Sein Sarkasmus, der zuweilen schon zynisch klang, hört sich hier eher melancholisch an. Die Ironie scheint noch spielerischer. Nichts ist ernst gemeint, aber alles wird ernst genommen. Wieder einmal: ein Zeichen… Continue Reading „Sanfter Spürhund“

Sprechsonate

Wie vielleicht kein anderer Schriftsteller der Gegenwart spürt der in Wien lebende Gert Jonke den Grenzen nach, an denen sich die Wortsprache mit Musik berührt. Er folgt dabei keinem Schema; jedes Buch, in dem der ebenso wortmächtige wie musikalische Autor seine Forschungen weitertreibt, gerät… Continue Reading „Sprechsonate“

Ror Wolf

Der Autor Ror Wolf erhält in diesem Jahr den mit 15 000 Euro dotierten Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Gewürdigt werde damit das Gesamtwerk des in Mainz lebenden Schriftstellers, teilte die Akademie am 10.4.03 mit. (dpa)

Beydoun & Kleeberg

Das – dem Dialog mit der islamischen Welt gewidmete – Webportal qantara.de bringt in Fortsetzungen einen Briefwechsel zwischen dem libanesischen Dichter Abbas Beydoun und dem deutschen Autor Michael Kleeberg über den Irakkrieg. Vgl. auch SZ 10.4.03

„Te brader, non“

Die Versteigerung der Millionen-Schätze des französischen Schriftstellers und Surrealisten André Breton hat gestern in Paris turbulent begonnen. Demonstranten verteilten vor dem Pariser Auktionshaus Drouot-Richelieu falsche 10-Euro-Scheine mit dem Porträt Bretons und folgender Aufschrift: „Euer Geld stinkt nach dem Kadaver des Poeten“. Die Demonstranten wurden… Continue Reading „„Te brader, non““

Rauriser Literaturtage

Alfred Kolleritsch, der Philosoph unter den Dichtern, leuchtet auf der Heimalm aufs «hohe Gestell der Dauer». Der Rhythmus seiner Gedichte und ihre Rede von allem, was «blutstürzlerisch schnell / auf der Schwelle verschwunden» ist, können sich in der Skihütten- Ambiance kaum Gehör verschaffen. /… Continue Reading „Rauriser Literaturtage“

Meine Tippe überfüllt die Lyrik

schreibt Kurt Schwitters. Nachzulesen in der SZ-Reihe Briefe aus dem 20. Jahrhundert XIV am 5.4.03: Kurt Schwitters an Carola und Sigfried Giedion (1929) – Carola Giedion(-Welcker) gab 1946 – Schwitters lebte noch und war ein toter Hund im englischen Exil – in der Schweiz… Continue Reading „Meine Tippe überfüllt die Lyrik“

Lever du Poète

Denn Chessex wechselt im Lauf des Tages seine Arbeitstische, indem er dem Lauf der Sonne folgt. Als Frühaufsteher begrüsst er den Tag mit einem lyrischen Morgengesang, es ist der Moment vor dem alltäglichen Sündenfall – le lever du poète, und die Teufelchen, noch matinal… Continue Reading „Lever du Poète“

Adolf Wölfli in New York

Es sieht so aus, als hätten die ihn bedrängenden Stimmen ihm seinen Lebenslauf mehr und mehr in monströsen Zahlengebäuden diktiert, oder – wie in dem «Album mit Tänzen und Märschen» – in phonetische Klangmuster übersetzt. Allemal aber folgt die Algebra seiner Visionen einer eigensinnigen… Continue Reading „Adolf Wölfli in New York“