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Zwei Zitate aus einer Rezension von Fritz J. Raddatz: Auch Widerlinge haben manchmal recht. Also sprach Martin Heidegger: „Das lyrische Werk Trakls ist ein einziges großes Gedicht.“ Schon das vermutlich früheste Gedicht (fast keines ist exakt datiert) schlägt den lastenden Akkord an. Der Moll-Vokal… Continue Reading „78. Trakl“
Valeria Nowodworskaja, die rebellische russische Aktivistin und Autorin, die am 12. Juli in Moskau starb, war im Ausland praktisch unbekannt und zu Hause von skandalnudelhafter Bekanntheit. Gegner verspotteten sie, oft mit krude misogynen Tönen, als wahnsinnige russenhassende Hexe; selbst für viele Verbündete war sie… Continue Reading „77. Valeria Nowodworskaja †“
Peter Hacks Auf die Spaltung der linken Zeitschrift „Sklaven“ in die linken Zeitschriften „Sklaven“ und „Sklaven Aufstand“ Wer untergehen will, muß sich entzwein. Der Schwache ist am sterblichsten allein. In: Peter Hacks: Die Gedichte. Hamburg: Edition Nautilus, 1998, S. 324. Anmerkung: Die Überschrift besagt… Continue Reading „76. Wie der Dichter einmal nicht recht hatte“
Der mit 15.000 Euro dotierte Wolfram-von-Eschenbach-Preis des Bezirks Mittelfranken geht in diesem Jahr an den Lyriker und Dramatiker Gerhard Falkner. Drei weitere Franken erhalten Förderpreise. Der 63 Jahre alte Gerhard Falkner wurde in Schwabach geboren und lebt heute in Weigendorf im Landkreis Amberg-Sulzbach und… Continue Reading „75. Preis für Falkner“
Hinter jedem großen Mann steht immer eine liebende Frau, sagte einst Pablo Picasso. Nadjeschda Mandelstam, Jelena Bulgakowa und Marina Malitsch – drei Frauen dreier großer sowjetischer Schriftsteller haben das bewiesen. Von den achtzig Jahren ihres Lebens verbrachte Nadjeschda Chasina knappe zwanzig an der Seite… Continue Reading „74. Ode an die Frauen“
Bayerns Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle hat heute in München die bayerischen Kunstförderpreisträgerinnen und -preisträger 2014 in der Sparte Literatur bekannt gegeben. Die mit je 6.000 Euro dotierten Preise gehen an Kenah Cusanit aus Bayreuth für ihren ersten Gedichtband „aus Papier“ und an Manuel Niedermeier… Continue Reading „73. Preis für Kenah Cusanit“
Das Lyrik Kabinett stellte, nach der Lesung von Les Murray, am 07. Juli einen weiteren englischsprachigen Dichter vor, der hierzulande noch nahezu unbekannt ist. Geoffrey Hill, 1932 geboren, der derzeit das Ehrenamt des Oxforder »Professor of Poetry« bekleidet, gilt als einer der bedeutendsten und… Continue Reading „70. Für die Ungefallenen“
In seinem Vortrag „Zwischen Haiku und Artikel 3.3 – zur Lyrik Alfred Anderschs“ untersuchte [Joachim] Jacob dabei am Beispiel des Gedichtes „Artikel 3(3)“ das politische Engagement des Schriftstellers in seinen lyrischen Arbeiten. Die Ausgangsüberlegung: Lyrik scheine in ihrer knappen Form zunächst für Engagement wenig… Continue Reading „69. Zwischen Haiku und Artikel 3.3“
Judith Zander gelingt mit manual numerale demnach dreierlei: Die Erweiterung ihres lyrischen Wortschatzes um ein neues, hybrides Pop-Vokabular, das ausgelassene Spiel mit den Formen und der Griff zu einem anspruchsvollen ästhetischen Konzept. Ein Mashup-Album für Beatles-Fans und Barock-Exegeten gleichermaßen, oder, um im Musikjournalismus zu… Continue Reading „67. Mashup-Album für Beatles-Fans und Barock-Exegeten“
Wann ist ein Gedicht gut, und wann ist es bloss gut gemeint? Gesetze für Verse gibt es nicht, Kriterien und Massstäbe aber schon: Die Lyrikerin Kerstin Hensel kennt sie. / Tages-Anzeiger
Die Lyriker Kurt Aebli, Sylvia Geist und Jürg Halter haben neue Gedichtbände veröffentlicht. Sie erkunden darin die Gegenständlichkeit des Alltags. Besprechung von Martin Zingg Mehr Paradoxien werden kaum mehr ins Surreale verlängert und so ins sprachliche Bild eingeschmolzen, sondern sie bestimmen den Duktus, sie brechen… Continue Reading „65. Neue Gedichtbände“
«Über den weissen Weiher / Sind die wilden Vögel fortgezogen. / Am Abend weht von unseren Sternen ein eisiger Wind.» Vom eisigen Wind, der am Abend von den Sternen weht, zu den herbstlichen Wäldern, die am Abend von tödlichen Waffen tönen, ist es im… Continue Reading „64. Wasserleichen und spaßige Vögel“
In der Besprechung des gesamten Gedichtbandes von Karl Mickel heißt es vom gleichen Professor unter der Überschrift „Hilfloses lyrisches Ich“ dann endgültig: Widerwärtig häuft sich Fäkal- und Sexualvokabular, wo Kraft und Saft nicht ideeller Substanz entspringen. (…) All die be- und verklemmten Gefühle können… Continue Reading „62. „Hilfloses lyrisches Ich““
Ihren Ruhm begründeten die drei Lyrikbände „Die Bettlerschale“, „Spindel im Mond“ und „Der Pfauenschrei“ mit Gedichten von berührender Intensität, existenzieller Zerrissenheit und großer Sprachkraft – das „elementare Zeugnis eines von allen guten Geistern mißbrauchten Menschen“ (so Thomas Bernhard). Dass neben Themen wie Gotteshader, Einsamkeit… Continue Reading „61. Christine Lavant“
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