Kategorie: Deutschland

112. Pans Aura

Ein neu erworbenes Buch sendet bereits Signale aus, bevor man es aufschlägt. Die vierte Luchterhand-Ausgabe von Norbert Hummelt ist diesmal ein Hardcover-Band mit Umschlag. Im Vergleich mit den beiden ersten Sammlungen („Zeichen im Schnee“ 2001 und „Stille Quellen“ 2004), deren Äußeres mit dem umlaufenden… Continue Reading „112. Pans Aura“

110. X. Mitteldeutsche Lyriknacht

Anlässlich dieses wunderbaren Jubiläums am 3. November 2011, 18 Uhr, im Musikgymnasium Belvedere Weimar, freuen wir uns besonders, so außergewöhnliche und vielfältige lyrische Stimmen präsentieren zu können. Neben Jayne-Ann Igel, Marlen Pelny, Steffen Popp und Olaf Weber können wir auch den diesjährigen Thüringen-Preisträger Jürgen… Continue Reading „110. X. Mitteldeutsche Lyriknacht“

107. „Aufgescheuchte Kinder“ (achgott leitn#)

Endlich kommt Niveau in der Debatte: Axel Kutsch hielt sich in seinem zornigen Kommentar bewusst mit der Nennung von Namen zurück. Sein kleiner Kunstgriff erwies sich als wahrer Kunstkniff, da sich etliche vermeintlich Betroffene – die ersten von ihnen schon wenige Minuten nach der Publizierung des… Continue Reading „107. „Aufgescheuchte Kinder“ (achgott leitn#)“

105. Der unterschätzte Müller

Und wieder einmal war es Wilhelm Müller, der ewig Unterschätzte, der eine genuin moderne Problematik auf den Punkt gebracht und deutlich gemacht hat: noch zu Lebzeiten Goethes: der stach im Divan, mit füchsisch ziselierten Gedichten wie Phänomen, durch schiere Spracharbeit schon Quellen an, die in das… Continue Reading „105. Der unterschätzte Müller“

103. Eberhard Häfner 70

Exemplarisch für viele Häfner-Texte werden hier mehrere Signalketten verknüpft: eine astronomische („sternhagelvoll“, „Milchstraße“, „schwarzes Loch“), eine sexuell konnotierte („Nagel“, „schwarzes Loch“), eine mythologisch-geschichtliche („Engel“, „Hieroglyphen“) und eine computertechnische („Portal“, „runtergeladen“). Das Wort Sehnsucht rahmt in der ersten und letzten Zeile das Geschehen, und auf… Continue Reading „103. Eberhard Häfner 70“

102. Postpoetry2011 Lyrik-Wettbewerb

Am 21. Oktober tagte im Rahmen des Wettbewerbs postpoetry.2011 die Jury/ Kategorie „Lyrikerinnen und Lyriker NRW“. Aus den fast 300 anonymisierten Gedichten wählte die Jury folgende als Preisträgertexte aus: als Herr Bauer schon gestorben war von Marius Hulpe (Soest) fièvre marrakechien von Christoph Wenzel… Continue Reading „102. Postpoetry2011 Lyrik-Wettbewerb“

100. Schreiben

Es gibt Stimmen, die sagen, Sprache wäre entstanden aus sich berührenden Gebärden. Wenn zwei Personen voreinanderstehen und die Phase der langsamen Annäherung geschafft ist, mag es dazu kommen, dass eine flache Hand auf die Brust des anderen gelegt wird. Oder, ein starkes Ding, die… Continue Reading „100. Schreiben“

98. Sogar Gedichte

Sogar Gedichte könne man Kindern schmackhaft machen, sie zum Beispiel zum Nachdichten animieren. / Wiesbadener Kurier In der Tat. Der Berliner Literaturwissenschaftler Remigius Bunia sagte neulich in einem anderen Zusammenhang, „da brauchte man Germanisten, die sich für irgendwas ernsthaft interessieren“, fand ich süß (und… Continue Reading „98. Sogar Gedichte“

97. Zu teuer für öffentlich

Pech für die Stiftung Weimarer Klassik und die Öffentlichkeit: Die überraschend aufgetauchte Reinschrift von Friedrich Schillers berühmter «Ode an die Freude» gelangt in Privatbesitz. Bei der zweitägigen Autografen-Auktion, welche die Antiquariate Moirandat (Basel) und Stargardt (Berlin) am Freitag im grossen Saal von Basels Schmiedenhof… Continue Reading „97. Zu teuer für öffentlich“

95. Von der Größe großer Namen

Von Kai Pohl Ann Cotten ist etwas kleiner als Bertolt Brecht, aber etwas größer als Bert Papenfuß. Bertram Reinecke ist größer als Dorothea von Törne. Durs Grünbein ist kleiner als Elke Erb. Ernst Jandl ist kleiner als Friederike Mayröcker. Gottfried Benn ist etwas größer… Continue Reading „95. Von der Größe großer Namen“

94. Meine Anthologie: sackratte als lyrikfreak

„Matthias“ BAADER Holst (1962 Quedlinburg – 1990 Berlin) sackratte als lyrikfreak ich liebe dichter weil sie saufen ficken und kaputt sind und einer konnte sprechen ich habs selbst gehört der lebt von mongolei und vorhaut wie du von cad cam        … Continue Reading „94. Meine Anthologie: sackratte als lyrikfreak“

91. Prager Dichter?

So interessant und wichtig das lyrische Werk des Prager Dichters Rainer (ursprünglich René) Maria Rilke für die Nachwelt geworden ist – seine politischen Ansichten sind mit großen Vorbehalten zu betrachten. So feierte er Benito Mussolini und Italiens Weg in den Faschismus, den er trotz… Continue Reading „91. Prager Dichter?“

89. Meine Anthologie: Auf der Galeere

Richard Leising GESANG DER RUDERSKLAVEN BEI STURM Es leidet, o Herr, deine Erde An Untergehenden Keinerlei Mangel! Noch kannst du wenden Von uns dein Angesicht! Was taugen wir angekettet der Welt auf dem Grunde des Wassers? Ziehe du ab von uns Deine sausende Hand,… Continue Reading „89. Meine Anthologie: Auf der Galeere“

88. Vanitasmaschinchen

Neologismen wie „Netzkürzelgesang“, „Sprachsträhnen“ oder „Vanitasmaschinchen“: Wer verwendet derlei Wortneuschöpfungen oder kreiert sie gar? Der Dichter Thomas Kling. In seinem lyrischen Zyklus „Vogelherd. mikrobucolica“ thematisiert der 2005 verstorbene Lyriker in der seit alters bekannten Fangvorrichtung für Vögel und ihrem Gesang immer auch das Gedicht… Continue Reading „88. Vanitasmaschinchen“

85. „Lyrikbetrieb und Preisunwesen“

Von Ulf Stolterfoht Ich schreibe seit zwanzig Jahren hauptberuflich Gedichte und kann seit elf Jahren davon leben. Mittlerweile ist die Familie auf fünf Mitglieder angewachsen, und also können oder müssen jetzt fünf davon leben. Es war nie mein Ziel, vom Gedichteschreiben leben zu können. Ich hätte… Continue Reading „85. „Lyrikbetrieb und Preisunwesen““