Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Miquel Costa i Llobera (* 10. März 1854; † 16. Oktober 1922) DINS UN JARDÍ SENYORIAL Plau-me avançar per un jardí desert quan creix l’ombra dels arbres gegantina, vegent sota el ramatge que s’inclina com lluny blaveja l’horitzó entrobert, vegent muntanyes de contorn incert,… Continue Reading „Des Herzens dunkle Stille“
Garcilaso de la Vega (* 6. Februar 1503; † 14. Oktober 1536) Soneto XXIII En tanto que de rosa y de azucena se muestra la color en vuestro gesto y que vuestro mirar ardiente, honesto, con clara luz la tempestad serena, y en tanto… Continue Reading „Solang“
Paul Celan ICH TRINK WEIN aus zwei Gläsern und zackere an der Königszäsur wie Jener am Pindar, Gott gibt die Stimmgabel ab als einer der kleinen Gerechten, aus der Lostrommel fällt unser Deut. »Das Verb zackern des Gedichts, vom mittelhochdeutschen ›zacker (zi achere/ze acker)… Continue Reading „Gott gibt die Stimmgabel ab“
Anna Louisa Karsch (* 1. Dezember 1722 in Hammer bei Schwiebus; † 12. Oktober 1791 in Berlin) An eine Freundin Dies Tantalussische Verlangen, Der heiße Fieberdurst in mir Ist nun, dem Himmel Dank! vergangen. Nun, meine Freundin! kann ichs Dir Wohl sagen froh und… Continue Reading „Tantalussisch“
Konrad Bayer (* 17. Dezember 1932 in Wien; † 10. Oktober 1964 ebenda) dann bin ich gestorben ich wurde geboren am 17. august bald wurde ich grösser doch war’s mir nicht bewusst ich lernte auch sprechen und bausteine brechen dann bin ich gestorben am… Continue Reading „ein reiches“
Johannes Theodor Baargeld (Zentrodada, * 9. Oktober 1892 als Alfred Ferdinand Gruenwald in Stettin; † 18. August 1927 am Mont Blanc) Ahehe: Cezanne ist chewing-gum. Der Grunewald verdaut van Goghs gelbes Gebiss. Van Gogh roch aus dem Mund und ist tot. Eljen dada! Behehe:… Continue Reading „Aus: Bulletin D“
Hans Sahl (* 20. Mai 1902 in Dresden; † 27. April 1993 in Tübingen) Die Letzten Wir sind die Letzten. Fragt uns aus. Wir sind zuständig. Wir tragen den Zettelkasten mit den Steckbriefen unserer Freunde wie einen Bauchladen vor uns her. Forschungsinstitute bewerben sich… Continue Reading „Fragt uns aus“
Else Lasker-Schüler (geboren am 11. Februar 1869 in Elberfeld, heute Stadtteil von Wuppertal; gestorben am 22. Januar 1945 in Jerusalem) AN MICH Meine Dichtungen, deklamiert, verstimmen die Klaviatür meines Herzens. Wenn es noch Kinder wären, die auf meinen Reimen tastend meinetwegen klimperten. (Bitte nicht… Continue Reading „An mich“
Wilhelm Müller (* 7. Oktober 1794 in Dessau; † 1. Oktober 1827 ebenda) Gute Nacht Fremd bin ich eingezogen, Fremd zieh‘ ich wieder aus. Der Mai war mir gewogen Mit manchem Blumenstrauß. Das Mädchen sprach von Liebe, Die Mutter gar von Eh‘ – Nun… Continue Reading „Fremd bin ich / eingezogen fremd“
Rumi (*30. September 1207, Balch, Afghanistan, † 17. Dezember 1273, Konya, Türkei) Mit dir möcht‘ Worte ohne Zungen sprechen ich, Möcht‘, was zu Ohren nie gedrungen, sprechen ich, Nur dein Ohr soll vernehmen, was ich sag, soviel Auch mag inmitt‘ von Alt und Jungen… Continue Reading „Mit dir“
Günter Kunert (1929-2019) Junges Paar an der Ecke Plätze finden, fröhlich sich zu paaren, Das ist schwer für solche ohne Raum. Leichter seinen Samen aufzusparen Für die Nacht und für den kargen Traum. Traum von warmen Kammern und von Betten, Nicht nur drin zu… Continue Reading „Kreuzbraves Lied“
Günter Kunert (* 6. März 1929 in Berlin; † 21. September 2019 in Kaisborstel) Wolf Biermann singt Günter Kunert „Wie ich ein Fisch wurde“ Biermanns Vertonung ist für mich interessant, weil er (eigentlich bei allen Titeln auf der Platte „Hälfte des Lebens“) radikal das… Continue Reading „Wie ich ein Fisch wurde“
Oskar Kanehl (* 5. Oktober 1888 in Berlin; † 28. Mai 1929 ebenda) Krieg Was jubelt ihr und schwenkt die bunten Tücher? Und brüllt den Krieg? Werdet vor heiligem Gottgeist schamrot! Hunger und Seuche und Tod feiern den Sieg. Was schießt ihr plötzlich auf… Continue Reading „Krieg“
EINGANG DES PILATUS (der Sage von Pilatus) (Straßburger Handschrift) 12. Jahrhundert Man sagt von der deutschen Zunge* Sie sei nicht bezwungen Sei hart zu fügen. Wer sie oft schlüge Dem würde sie schmeidig Wie Stahl zart und schneidig Der vom Hammergestoß Auf dem Amboß… Continue Reading „Dichterhandwerk“
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