Fliegen Adler jemals so?

Hart Crane 

(* 21. Juli 1899 in Garrettsville, Ohio; † 27. April 1932 im Golf von Mexiko) 

The Sad Indian

Sad heart, the gymnast of inertia, does not count 
Hours, days – and scarcely sun and moon 
The warp is in the woof – and his keen vision 
Spells what his tongue has had – and only that 
How more? – but the lash, lost vantage – and the prison 
His fathers took for granted ages since – and so he looms

Farther than his sun-shadow – farther than wings –
Their shadows even – now can’t carry him. 
He does not know the new hum in the sky 
And – backwards – is it thus the eagles fly?
Der traurige Indianer

Trauriges Herz, Tänzer der Trägheit, achtet nicht 
Der Stunden, Tage – selten der Sonn’, des Mondes. 
Der Einschlag sitzt im Blut. Sein scharfer Blick 
Zählt nurmehr, was der Zunge zustieß – einzig dies. 
Wie anders? Peitsche nur, verstellte Sicht und Haft 
Den Vätern von altersher vertraut – so ragt er drohend

Weiter als Sonnenschatten, weiter als Flügel 
Und deren Schatten – die ihn nicht mehr tragen. 
Er kennt den neuen Laut im Himmel nicht, 
Und – rückwärts – fliegen Adler jemals so?

Deutsch von Roswith von Freydorf, aus: Die weiten Horizonte. The Vast Norizons. Amerikanische Lyrik 1638 bis 1980. Originale und deutsche Fassung. Nachdichtungen Roswith von Freydorf. Hrsg. Teut Andreas Riese. O.O.: Guido Pressler, 1985, S. 272f

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