Polyzentrisch

Was die deutschsprachige Lyrikszene im internationalen Vergleich so aufregend macht, ist ihre polyzentrische Vitalität. Es scheint sich weder ein dominantes Zentrum der Poesie behaupten zu können noch eine Leitästhetik durchzusetzen. Im Gegenteil: Lyrik, das ist eine Vielzahl von poetologischen Konzepten und Orten des Dichtens.

Glücklicherweise gibt es daher die zuverlässigen Wegweiser Michael Braun und Michael Buselmeier. Während Anthologien, wie das ›Jahrbuch der Lyrik 2015‹ (DVA), auf lohnenswerte neue Namen aufmerksam machen, geht es den beiden Lyrik-Lotsen aus Heidelberg in der zweiten Folge von ›Der gelbe Akrobat‹, die im renommierten Leipziger Poetenladen erscheint, um eine Schärfung der Sensoren für Lyrik.

Auf eine unüberschaubare Szene reagieren Michael Braun und Michael Buselmeier mit einer Strategie der Einordnung. Sie liefern Kontexte. Sie beschreiben Konstellationen. Sie machen scheinbar unzusammenhängende Dichtungen lesbar als Ereignisse innerhalb einer vielstimmigen Szene. In ›Der gelbe Akrobat‹ kartographieren die beiden Literaturkritiker dieses sonderbare Babylon der Stimmen und legen eine Ethnologie seiner chamäleonartigen Bewohner noch obendrauf. / Paul-Henri Campbell, mehr hier

Michael Braun · Michael Buselmeier
Der gelbe Akrobat 2
poetenladen
2016 · 18,80 Euro
ISBN: 978-3-940691-73-6

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