171. Neuer Skandal um arabischen Booker-Preis

Es hiess, einer geheimen Übereinkunft zwischen vier wichtigen Beteiligten zufolge solle der Preis in diesem Jahr der libanesischen Schriftstellerin Alawiya Sobh verliehen werden. Pate dieses Paktes soll der bekannte ägyptische Literaturkritiker Dr. Jaber Asfour, Vorsitzender des Nationalen Rates für Übersetzung und früherer Vorsitzender des ägyptischen Obersten Kulturrates, gewesen sein.

Laut Presseberichten handelte es sich bei dem Deal um eine Art Gegengeschäft, durch das Sobh und Asfour für ihre Begünstigung der Dichterin Joumana Haddad bei der Vergabe des Preises Beirut39 entschädigt werden sollten – denn Haddad hat als administrative Leiterin des Booker-Preises dort ihrerseits Einfluss auf die Zusammenstellung der Jury und auf die Auswahllisten. Der in diesem Jahr erstmals verliehene Preis Beirut39, in dessen Jury Sobh und Asfour amtierten, stand von Anfang an insofern unter einem unguten Stern, als der ursprüngliche Juryvorsitzende, der bekannte ägyptische Romancier Alaa al-Aswani, und mit ihm zwei weitere namhafte Jurymitglieder – der libanesische Autor Elias Khoury und seine Landsmännin Huda Barakat – zurücktraten. Alle drei erklärten, sie lehnten es ab, sich eine Kandidatin aufzwingen zu lassen. Joumana Haddad hat die verbliebenen Juroren von Beirut39 dann fürstlich entschädigt: Einige ernannte sie zu Jurymitgliedern des Booker-Preises, Asfour gar zum Vorsitzenden, Alawiya Sobh erhielt anscheinend die Zusicherung des Preises oder zumindest für einen Platz in der Endrunde. / Najem Wali, NZZ 28.12.

Arabischer Booker-Preis

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