41. Neu in der Lettrétage

Mittwoch, 11. November 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Paulo César Fonteles de Lima: Wenn der Tod sich nähert, nur ein Atemzug
Lesung mit Denis Abrahams (Schauspieler) und anschließendes Gespräch mit Andreas Rötzer (Verleger), moderiert von Katharina Deloglu

Wenn der Tod sich nähert, nur ein Atemzug ist ein ebenso bewegender wie literarisch beeindruckender Gedichtzyklus über Fonteles‘ Erfahrungen als Folteropfer der brasilianischen Militärdiktatur (1964-1985). Erstmals in der Geschichte Brasiliens legt Fonteles mit diesen Gedichten ein lyrisches Zeugnis dieser Vorgänge ab. Sie sind nicht nur eine bittere Anklage gegen die Ungerechtigkeit der brasilianischen Militärdiktatur, sondern ein universales lyrisches Manifest gegen Folter und Gewalt. In Brasilien bisher unveröffentlicht, erfuhr der Gedichtband im Jahr 2006 seine erste Veröffentlichung weltweit in Deutschland.

Denis Abrahams geboren 1974 in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums spielte er am Staatstheater Mainz. Weitere Stationen waren u.a. das Staatstheater Wiesbaden, die Oper Frankfurt, Stuttgart und das Theater der Stadt Koblenz. Seit Mitte der Neunziger Jahre tritt Denis Abrahams als Rezitator und Vorleser auf und hat sich seither ein breites Repertoire erarbeitet. Seit 2004 lebt und arbeitet Denis Abrahams als freier Sprecher und DJ in Berlin und hat bereits in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt.

Andreas Rötzer, geboren 1971 in München, Studium der Kulturwirtschaft und Philosophie in Passau, Paris und München, Promotion in Philosophie 2003. Arbeitete seit 1999 bei Matthes & Seitz, gründete den Verlag im Jahr 2004 in Berlin neu unter dem Namen Matthes & Seitz Berlin.

Paulo César Fonteles de Lima, geboren 1949 in Belém do Pará, war ein wichtiges Mitglied der Ação Popular (Volksaktion), die während der schlimmsten Jahre der Diktatur (1969-1979) im Untergrund agitierte und, wie alle anderen linken Organisationen, erbarmungslos verfolgt wurde. Bereits Anfang der 70er Jahre waren er und seine schwangere Frau von den Militärs gefoltert worden. Nach Ende der Diktatur (1985) wurde er schnell zur Leitfigur der „Bewegung für mehr Gerechtigkeit“. Paulo César Fonteles de Lima wurde am 11. Juni 1987 auf offener Straße ermordet. Seine Mörder wurden nie ermittelt.

Diese Stille nach zwanzig Jahren weltweit erstmals gebrochen zu haben und so über die deutsche Sprache dem Autor wieder den Weg in seine brasilianische Heimat zu ebnen ist ein Verdienst, das [dem Übersetzer] Steven Uhly und dem Verlag Matthes Seitz kaum hoch genug angerechnet werden kann. Florian Borchmeyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Oktober 2007


Lettrétage
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