27. Reise zur blauen Stadt

In seinem Roman, der 2008 mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde und der Anfang November den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung bekommt, beschrieb Tellkamp eine bildungsbürgerliche Schicht, die es in der DDR eigentlich gar nicht geben sollte. Das Gedicht in 40 Kapiteln schließt nun noch enger an Vorbilder einer bildungsbürgerlichen Literatur an. Die Textbilder lassen an Gottfried Benn denken, an Hugo v. Hofmannsthal, E.T.A. Hoffmann oder an Rainer Maria Rilke, das Übermaß an Blau führt zwangsweise auch zu Romantikern wie Novalis.

Doch blau ist nicht nur die Blume der Romantik, sondern auch die Melancholie. Gegen die trübe Stimmung treibt Tellkamp sprachlichen Unfug. Nervend ist das Übermaß an Spontisprüchen wie «Die Librettisten? Manche scheitern fort von Tag zu Tag» im Kapitel der Sobeide Kuckuck, der möglicherweise blonden Primadonna des Serapionstheaters. / Katrin Börner, m&c

Uwe Tellkamp
Reise zur blauen Stadt
Insel Verlag, Frankfurt/Main
109 Seiten, Euro 12,80


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