So machte Neuhoff, Leiter des Instituts Stiftung und Gemeinwohl an der Uni Witten/Herdecke, auf interessante Zusammenhänge aufmerksam: Bereits 1776 übersetzte Johann Friedrich Schiller, ein Onkel des bekannten Poeten, das Hauptwerk „Wohlstand der Nationen” von Adam Smith. Dieser gilt als einer der Gründerväter der modernen Ökonomie.
Seine moralphilosophische „Theorie der ethischen Gefühle” (1759) hatte der Dichter Schiller ebenso studiert wie die wirtschaftlichen Analysen des Schotten, bei denen die berühmte Metapher der ordnenden, „unsichtbaren Hand” auftaucht.
Das Bild der „unsichtbaren Hand” diente Neuhoff nun dazu, ein Band zu spannen zwischen Schiller und Smith- Seine These: Schiller habe die „unsichtbare Hand” von Smith in seine eigenen Dichtungen importiert. Nicht selten tauche bei Schiller die „unsichtbare Hand” direkt oder indirekt, etwa als „unsichtbare Hand der Vorsicht”, auf. Ob die „Hand” Schillers aber tatsächlich dieselbe ist wie jene von Smith wurde allerdings nicht zweifelsfrei geklärt, denn: Reicht die Smith-Lektüre Schillers dafür als Indiz? Meinte Smith nicht eher ökonomische Marktprozesse, Schiller dagegen persönliche Läuterung? / derwesten.de
Zur Eröffnung war gar der Bundespräsident persönlich zum Gratulieren vorbeigekommen und pries Gedichte als „kleine Widerstandsnester gegen die riesige Flut an Sprachmüll, der uns täglich aus allen Medien entgegenkommt“.
Es war eine verdiente Anerkennung für die Literaturwerkstatt, dass Horst Köhler die sechstägigen Feierlichkeiten in der Berliner Kulturbrauerei mit seinem Grußwort eröffnete. Bei insgesamt 12 Veranstaltungen in 16 Botschaften und Kulturinstituten wird das Internetprojekt noch bis kommenden Samstag gewürdigt. Eine durchaus illustre, internationale Kooperation unter Federführung der Literaturwerkstatt also. Wenn Köhler sich trotzdem freute, bei einer „kleinen ‚radikalen‘ Minderheit“ zu Gast zu sein, spielte er ja auch nur auf die Tatsache an, dass Gedichte nicht gerade als populäre literarische Form gelten – insbesondere, wenn sie zwischen zwei Buchdeckeln veröffentlicht werden. In der Verkaufsstatistik des Börsenvereins des deutschen Buchhandels zumindest bewege sich Lyrik „im Nullkommabereich“, sagt Heiko Strunk, Projektleiter von lyrikline.org. …
Dennoch manifestiert sich auf lyrikline.org eine geradezu utopische Idee. Denn es geht bei dieser Digitalisierung von Lyrik ja nicht nur darum, die traditionelle Buchgebundenheit des Genres zu sprengen. Sondern auch die Grenzen der Nationalliteraturen: Ohne lyrikline.org würden viele internationale Poeten überhaupt nicht in deutscher Sprache veröffentlicht. Und wie schade das wäre, zeigte sich am Eröffnungsabend, als die deutsche Lyrikerin Monika Rinck und die südafrikanische Poesie-Performerin Lebogang Mashile nacheinander sprachen und lasen. Der Kontrast zwischen Rincks erkenntniskritischen Ausführungen zum Gedicht als „philosophische Tat“ und Mashiles freiem, funkelndem Deklamieren machte eindrucksvoll deutlich, was für gegensätzliche Paralleluniversen die deutsche und die südafrikanische Poesie sind. / Brigitte Preissler, Die Welt 28.12.
Freitag, 30. Oktober 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Buchpremiere
Es lesen Philip Maroldt und Sonia Petner
Am 26. November 2008 fand im Rahmen der Lateinamerika-Reihe der Lettrétage eine Veranstaltung zu Juan Carlos Onetti statt. Die Impulse dieses Abends fanden ihren Widerhall in dem Schreib- und Publikationsprojekt Covering Onetti: Junge deutsche Autorinnen und Autoren reagieren auf je eine von vier ausgewählten Onetti-Erzählungen. Die Ergebnisse reichen von eng angelehnten „Coverversionen“ des Onetti’schen Originals bis hin zu lediglich leichter motivischer Verwandtschaft. In allen Fällen ist jedoch neue, eigenständige Literatur entstanden. So haben unsere Autorinnen und Autoren sich ganz nach Onettis Empfehlung gerichtet: Klaut, wenn nötig. Lügt immer.
Philip Maroldt, geboren 1981 in Berlin, Teilnahme am Open Mike 2008, Lyrik und Poetologisches in Zeitschriften, Mitherausgeber der Anthologie Wat los, Parzen? (2006).
Sonia A. Petner, geboren 1979 in Waldenburg/Polen, lebt in Berlin, arbeitet als Journalistin,Gewinnerin des Open Mike 2008.
Die Publikation von Covering Onetti wird von der uruguayischen Botschaft unterstützt.
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Lettrétage
Methfesselstr. 23-25
10965 Berlin
Der Forscher J.J. Audubon schoss sie zu Hunderten und fixierte sie für seine Zeichenstudien auf Draht, der Bildhauer William Lishman führte sie im Leichtflugzeug von Ontario zu ihren Brutplätzen nach Virginia, und der Komponist Olivier Messiaen durchstreifte ihren Stimmen folgend die Landschaften der Welt: Ungezählt sind die Möglichkeiten, sich dem Wesen der Vögel anzunähern.
Solches hat auch die Autorin Teresa Präauer im Sinn, wenn sie ihren eigenen Federwesen nachstellt, um sie zu belauschen:
Da frägt man, was die Vögel tun,
und hört, was sie berichten.
In straffes Federkleid gemantelt stiert der Brave Höllengreifling, mit weißem Augenlicht in sonst kompaktem Schwarz brütet der Lochschwärzler, und auf sehnigen Beinen wägt der Anfresser seine weiteren Aussichten ab:
Wir haben uns eine Fliege geteilt.
Teresa Präauer versammelt in ihrem Buch bildende Kunst und Literatur: Insgesamt 15 Zeichnungen ingeniöser Vögel stehen 15 poetische Kurztexte gegenüber – dicht und knapp wie ein Haiku bilden diese »Taubenbriefe« die Berichte zu den Beobachtungen der gefiederten Geschöpfe. / Edition Krill
Taubenbriefe von Stummen
an anderer Vögel Küken
von Teresa Präauer
1. Auflage 2009.
15 Text- und 15 Bildkarten (gebunden, einzeln entnehmbar) Format 105 × 148 mm, Umschlag partiell lackiert, Banderole
ISBN 978-395025371-9
Preis: EUR 14,–
Vielleicht schreibt er ja deshalb mindestens ein Buch pro Jahr. Philip Roth, Veteran der US-Literaturszene, gab sich in einem Interview äusserst pessimistisch, was die Zukunft des Romans angeht. In 25 Jahren würden Bücher nur noch von einer kultischen Minderheit gelesen werden. Vergleichbar mit Leuten, die heute lateinische Gedichte lesen. / Basler Zeitung
Und ich fand ein Gedicht in der Nation über Roman Polanski, von dem deadline poet Calvin Trillin, das möchte ich keinem vorenthalten. Es hat den Titel What Whoopi Goldberg (’Not a Rape-Rape’), Harvey Weinstein (’So-Called Crime’) et al. Are Saying in Their Outrage Over the Arrest of Roman Polanski. / taz Newyorkblog
Eva C. Schweitzer, Manhattan Moments. Geschichten aus New York, erschienen bei Droemer-Knaur, Juni 2009, Taschenbuch, 9,95 €
Nach dem Tod Richard Leisings, Karl Mickels und dem Adolf Endlers vor wenigen Wochen lichten sich die Reihen jener ostdeutschen Dichtergeneration, die, um die Mitte der dreißiger Jahre geboren, und durch die Charismatik Brechts und Georg Maurers geprägt, als Sächsische Dichterschule Furore machten. Weltwissen und Traditionsbewusstsein waren ihre Wirkungskonstanten. Selbstbewusste Generationsgeselligkeit und die Ausprägung kräftigen Ich-Bewusstseins im Rahmen ihrer kollektiven Gesellschaft führten zur Reibung am ideologisch Vorgegebenen – nach dem Plenum des ZK der SED 1965 und auch noch nach Wolf Biermanns Ausbürgerung im Herbst 1976.
Heinz Czechowski, 1935 in Dresden geboren, war von Beginn an der Streithans des lose gefügten Freundeskreises mit starkem literarischen Zusammengehörigkeitsgefühl und an Galle dem geborenen Polemiker Endler kaum nachstehend. Doch war er weicher und elegischer als der mehr dem schwarzen Humor zuneigende Düsseldorfer. …
Unduldsam bis ungerecht, anfällig für Kollegenneid und krasse Unterschätzung des Erreichten blieb er, in zuweilen fast krankhafter Zuspitzung, bis zuletzt. Keiner konnte ihm im exzessiven Klagen das Wasser reichen. Das hätte nur ein Jakob Haringer, ein Thomas Bernhard gekonnt. Czechowski war einer derjenigen, deren Wunde Dresden nicht heilte. / Richard Pietraß, Tagesspiegel 28.10.
Nachrufe:
Badische Zeitung 28.10. (Ein Hiob aus dem brennenden Dresden, Michael Braun) / Mitteldt. Zeitung (Christian Eger) /Märkische Allgemeine (Ulf Heise, Der Trakl der DDR) / Neues Deutschland 28.10. / MDR /
Robert Creeley in the outfield.
By Fernando Perez
Poetry Media Service
I write from Caracas, the murder capital of the world, where I’ve been employed by the Leones to score runs and prevent balls from falling in the outfield. At the ankles of the Ávila Mountain amongst a patch of dusky high-rises, the downtown grounds of el Estadio Universitario packed beyond capacity are ripe for a full-bodied poem. A mere pitching change is an occasion para rumbiar, and the pursed-lipped riot squad is always on the move with their spanking machetes swinging from their hips. The game isn’t paced necessarily by innings or score. It’s marked by the pulsating bass drums of the samba band that trails bright, scantily clad, headdressed goddesses strutting about the mezzanine. The young fireworks crew stands mere feet from flares that don’t always set out vertically, sometimes landing in the outfield still aflame. “The wave” includes heaving drinks into the sky.
In earning my stripes as a professional baseball player, I’ve been through many cities and have stared out of hotel windows all over the Americas. Ballplayers are mercenaries, taking assignments indiscriminately. Throughout the minor leagues you’ll find yourself slouched on a bus, watching small towns roll by matter-of-factly like stock market tickers, on your back in a new nondescript room, or “shopping for images” (Allen Ginsberg) in a Wal-Mart, hunched over a cart in no rush.
Like poetry, baseball is a kind of counterculture. The (optional) isolation from the outside world (which I often opt for); the idleness about which—and out of which—so many poems are written or sung: I see this state of mind as a blessing. Sometimes, in fact, when I haven’t turned on a television or touched a newspaper for months, freed from the corporate bombast, poetry is the only dialect I recognize.
Long ago Robert Creeley confirmed my suspicion that words strung even sparingly together can be as aurally powerful as anything else we have. He has been my most important poet, because I can take him anywhere, like oranges—even reduced to nothing in both physical and mental exhaustion, nauseous and half asleep busing from a red-eye.
One of my first managers always preached separation from the game for the sake of our own health, and for the sake of our performance. The game can be maddening, and we ought to corner ourselves in this trade only so far. I’m in love with baseball, but eventually my prime will end, and she’ll slowly break my heart. Baseball has remained remarkably impervious to modernity, but is, like any modern industry, highly alienating. I turn to poetry because it is less susceptible to circumstance. I’m not especially touched when a poet deals with a ball game; I’m not especially interested in having one world endear itself to the other. Right now I need them apart; right now I’m after displacement, contrast. The thick wilderness of, say, late Ashbery can wrangle with the narrowness of competition.
Fernando Perez is an outfielder for the Tampa Bay Rays. He received a degree in American studies and completed the creative writing program at Columbia University in New York City, where he lives in the off-season. This essay originally appeared in the September 2009 issue of Poetry magazine, and is available at http://www.poetryfoundation.org. Distributed by the Poetry Foundation.
© 2009 by Fernando Perez. All rights reserved.
Der Dichter und Schriftsteller Heinz Czechowski ist tot. Dies meldete unser Sender unter Berufung auf den Sohn des Verstorbenen, Janek Czechowski, der dem Sender gegenüber bestätigte, dass sein Vater bereits am 21. Oktober „nach langer und schwerer Krankheit in einem Frankfurter Krankenhaus“ gestorben sei.
Der Schriftsteller Günter Kunert würdigte Czechowski nun als einen „ungeduldigen“ und „unduldsamen“ Dichter: „Er war ein Mann des Realismus. Er hat die Dinge ganz scharf gesehen und kenntlich gemacht, nichts geschönt, nichts romantisiert.“
Heinz Czechowski wurde 1935 in Dresden geboren und studierte nach einer Ausbildung zum grafischen Zeichner am Leipziger Literaturinstitut. Sowohl in der DDR als auch im wiedervereinigten Deutschland erhielt er zahlreiche literarische Auszeichnungen. Zuletzt erschien von ihm die Autobiografie „Die Pole der Erinnerung“ (2006).
Das vollständige Gespräch mit Janek Czechowski können Sie bis zum 27.4.2010 als
MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.
/ dlr 26.10.
In Ron Winklers Blog gab es im Frühjahr eine Debatte um eine Zeile von Czechowski: „Sanft gehen wie Tiere die Berge neben dem Fluß“ – eine der Stellen, die sich mir im Gedächtnis eingehakt haben. Es ist die erste Zeile eines frühen Gedichts von 1957 (aus dem ersten Gedichtband „Nachmittag eines Liebespaares“, 1963). Später reduzierte er das Gedicht auf diese eine Zeile.
Ich picke einige weitere Zeilen heraus, um die herum es auch noch Gedichte gibt, die Zeilen im Kopf, die Gedichte im Regal:
Tätigsein. Gleichzeitig untätig sein. (Reisen)
Hier möcht ich bleiben… / Aber Bedenken melden sich an (Wasserfahrt)
Ich widerrufe die nutzlosen Verse (…)
Ich kann nichts tun außer tun. (Widerruf)
Vor dem Fabriktor stehn sie in der Sonne. (…)
Der Vorstadtmittag ist durchkräht mit Hähnen. (Liebesgespräch)
Schön war sie, aber sterblich (Der Morgen)
Aber die Lügen strafen die Verse (Nichts was ich dir jetzt zu geben vermag)
Ich will nicht nachdenken / Über den Frühling: er / Ist gekommen mit Sturm
Die Luft ist gepfeffert mit Rücksichten (Gesellschaft)
Schreibweisen, Klassiker, Stellungen, Rauch über Leuna (Thüringen grün…)
Versehen / Mit guten Ratschlägen / Geh ich im Kreis (Notiz für U.B.)
Wir schreiben uns / Briefe mit blauen Siegeln. / Wer aber / Soll das rezensieren? (An Freund und Feind)
Man kommt nicht umhin / Von Halas zu sprechen (Kunštát im Regen)
Mein Herz ist polnisch… (Polens Tragik)
Was mich betrifft / So bin ich ich.
De Toys produziert Poetryclip zu Vogts 90.Geburtstag
G&GN-Institut – BERLIN NewCologne, 27.10.2009 / Der Jülicher 10.Nahbell-Preisträger KARL-JOHANNES VOGT wurde am 29.10.1919 geboren. Die Lokalzeitung berichtete bereits im Spätsommer über den von Heinrich Böll seinerzeit zum „Weitermachen“ ermutigten Lyriker & Prosaisten (1 Roman erhältlich!), siehe Autorenportrait unter www.naHbellPREIS.de (Galerie aller Preisträger seit 2000). Anläßlich seines 90. Geburtstages produzierte G&GN-Herausgeber Tom de Toys einen 9-minütigen „Luxury-Trash-Art“-Poetryclip mit Vogts 4-teiligem Zyklus „4 OBLIGATE GEDICHTE – DIE ALTEN BETREFFEND“ unter Verwendung eines Videos, das er tags zuvor mit seiner Mobiltelefonkamera (Nokia 6300) auf der Lessinghöhe in Berlin-Neukölln gedreht hatte. Darin sind Kastanien, die Hündin Malou sowie eine für Berlin typische rote Parkbank in der Mitte der Wiese zu sehen. Der Zyklus ist der allerersten Lyrik-Einzelpublikation Vogts entnommen, die unter dem Titel „DAS FLUGZEUG ÜBER MIR WECKT KEINE SEHNSUCHT“ pünktlich zu seinem Jubiläum in der Edition naHbell des G&GN-Verlags erscheint.
Mittwoch, 28. Oktober 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Eine Versuchsanordnung junger deutschsprachiger Gegenwartslyrik an fünf Abenden
Teil 3: Stefan Schmitzer und Herbert Hindringer
Gastgeber: Ron Winkler und Björn Kuhligk
Im Jahr 2008 sind zwei Anthologien erschienen, die man zu Recht als Bestandsaufnahmen aktueller deutscher Lyrik der jüngeren Generation bezeichnen kann: Lyrik von JETZT zwei, herausgegeben von Björn Kuhligk und Jan Wagner (Berlin Verlag, 2008), sowie Neubuch, herausgegeben von Ron Winkler (yedermann Verlag, 2008). Die Autorinnen- und Autoren-Auswahl der beiden Bücher überschneidet sich, jedes setzt jedoch auch eigene markante Akzente.
Vor diesem Hintergrund ist in der Lettrétage die Idee einer kompakten Gesamtschau der aktuellen deutschsprachigen Lyrik jüngerer Autorinnen und Autoren an fünf Abenden entstanden, einer einmaligen Inventur, die sich aus den Quellen der genannten Anthologien speist, wobei Seitenarme, Gegenströmungen, Stromschnellen und Untiefen billigend in Kauf genommen werden. Jeweils zwei der genannten Anthologie-Herausgeber laden pro Abend zwei Lyriker/innen ein, um Neuestes aus ihrer Feder zu hören sowie um mit ihnen über Lyrik zu sprechen, poetologische Positionen zu diskutieren und auf jeweils einen besonderen Aspekt zu sprechen zu kommen.
Herbert Hindringer, geboren 1974 in Passau. Preise u.a. beim bolero-shortstory-preis 2005 und beim pussyprosapreis 2005. Veröffentlichungen in Anthologien u.a. Jahrbuch der Lyrik 2009 und Gedichtbände biete bluterguss und suche das weite (2003). Distanzschule (2007), zuletzt Der letzte Mensch mit Segelohren (2009).
Stefan Schmitzer, geboren 1979 in Graz. Comics, Gedichte, Prosa in u.a. Zeitschriften und Anthologien. Mitbegründer und Redakteur des „unzine“. 2007 erhielt er den Literaturförderungspreis der Stadt Graz, 2008 den Förderpreis der Zeitschrift manuskripte.
NEUES VOM JETZT wird gefördert von der Stiftung Preußische Seehandlung, vom Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V., vom Berlin Verlag sowie vom österreichischen Kulturforum in Berlin. Für die Unterstützung bedanken wir uns sehr herzlich!
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Lettrétage
Methfesselstr. 23-25
10965 Berlin
Die Gedichte von Michael Donhauser sind Grenzgänge, sie vertrauen sich nicht schlechthin einem lyrischen Sprechen an, sondern finden zu Formen, welche bald nahe der Prosa, bald nahe dem Gesang ein Sagen jenseits der Metapher suchen.
Und der Abend, das Verlangen, zu bewahren
all das Sehen, zu empfangen, was da blühte
als die Dahlien nah den Beeten, sich enthüllte,
so als würde, wäre Schein all dies Leben in den
Gärten, wo die Farben sich vermehrten.
(Donhauser, Schönste Lieder, S.52)
Michael Donhauser liest Gedichte und stellt seine soeben unter dem Titel „Nahe der Neige“ erschienene Poetik vor.
30.10.2009 um 20.00 Uhr
Buchhandlung & Galerie Böttger
Maximilianstraße 44
53111 Bonn
Michael Donhauser
Nahe der Neige
Sammlung Urs Engeler Editor, Band 81ISBN 978-3-938767-72-6
Gebunden, Schutzumschlag, mit 4 Abbildungen
19,5 x 15,5 cm, 72 Seiten
Euro 17.- / sFr. 29.-
(Probe)
September 2009
(…) Bilder weiß der Autor trefflich zu malen. Etwa im Porträt Hemingways: „…Aficiado, Boxer, Macho / Hochseefischer, Schriftsteller / Antifaschist erschrocken / Vor dem anderen Geschlecht…“ Oder im Gedicht „Krieg und Frieden“, geschrieben für den Freund Ernst Köhler: „ Über die grüne Grenze / im Abend schon Nacht / … gehe ich zum Gespräch / dem Glas Wein oder zwei / … wir können / uns nicht einigen in Frieden / Gehe ich zurück / den Narben dem Ufer lang / über die grüne Grenze …“. Da gibt es fast klassisch schöne Verse, etwa unter dem Titel „Wenn die Luft keimt“: „Wohin sollen wir / ziehen uns wenden wenn die / sonnige die graue Kralle / des Winters ihren eisigen / Griff löst …“ mit dem auf alte Überlieferung zurückgreifenden Schluss: „Etwas Besseres als den Tod / werden wir überall finden.“ / Walter Neumann, Südkurier
Jochen Kelter: Eine Ahnung von dem was ist. Gedichte. Tübingen: Klöpfer& Meyer 2009. 118 Seiten. 16,00 € bzw. 27,90 CHF.
Kelter liest am 29. Oktober um 18.00 Uhr im Rahmen der Baden-Württembergischen Literaturtage in der Dreifaltigkeitskirche in Konstanz.
Bei fixpoetry.com stellt Theo Breuer den Deutschen Lyrikkalender 2010 vor – 365 Gedichte auf 408 Seiten. Aus der Autorenliste:
Willi ACHTEN • Urs ALLEMANN • Andreas ALTMANN • Klaus ANDERS • Friedrich ANI • Jochen ARLT • Wilhelm BARTSCH • Rudolph BAUER • Eva-Maria BERG • Mirko BONNÉ • Eva BOSSMANN • Thomas BRASCH • Markus BREIDENICH • Claus BREMER • Jürgen BRÔCAN • Helwig BRUNNER • Werner BUCHER • Joseph BUHL • Hans Georg BULLA • Markus BUNDI • Manfred CHOBOT • Ann COTTEN • Heinz CZECHOWSKI • Róža DOMAŠCYNA • Dominik DOMBROWSKI • Michael DONHAUSER • Jutta DORNHEIM • Richard DOVE • Ulrike DRAESNER • Alex DREPPEC • Viviane EGLI • Hans EICHHORN • Carl-Christian ELZE • Adolf ENDLER • Peter ENGEL • Elke ERB • Jolanda FÄH • Tobias FALBERG • Gerhard FALKNER • Karin FELLNER • Gerald FIEBIG • Claudia GABLER • Silke GALLA • Marjana GAPONENKO • Peter GEHRISCH • Mara GENSCHEL • Nora GOMRINGER • Dieter M. GRÄF • Roman GRAF • Greta GRANDERATH • Alexander GUMZ • Hans GYSI • Irena HABALIK • Christine HAIDEGGER • Dieter HANS • Caroline HARTGE • Simone HEEMBROCK • Martina HEFTER • Manfred Peter HEIN • Guy HELMINGER • Nico HELMINGER • Henning HESKE • Stefan HEUER • Andrea HEUSER • Herbert HINDRINGER • und viele viele andere bis • Johannes ZULTNER.
Shafiq Naz (Hg.): Der deutsche Lyrikkalender 2010. Jeder Tag ein Gedicht. 365 Gedichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. 408 Seiten plus Anhang. Tischkalender mit Spiralbindung. Alhambra Publishing, Bertem (Belgien) 2009.
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
We haven’t shown you many poems in which the poet enters another person and speaks through him or her, but it is, of course, an effective and respected way of writing. Here Philip Memmer of Deansboro, N.Y., enters the persona of a young woman having an unpleasant experience with a blind date.
The Paleontologist’s Blind Date
You have such lovely bones, he says,
holding my face in his hands,
and although I can almost feel
the stone and the sand
sifting away, his fingers
like the softest of brushes,
I realize after this touch
he would know me
years from now, even
in the dark, even
without my skin.
Thank you, I smile—
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