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Auffällig ist, dass die Abwesenheit großer Erzählungen einhergeht mit dem Erblühen einer ukrainischen Lyrik, die sich nicht nur partiell, sondern auffallend flächendeckend auf den Krieg bezieht. Für Andruchowytsch trifft diese Beobachtung unter anderem auf den Band „Letters from Ukraine“ zu, eine Anthologie ukrainischer Dichter,… Continue Reading „Letters from Ukraine“
Die Wandtafel im Leichenhaus des jüdischen Friedhofs von Czernowitz hat die Besatzung durch die Nationalsozialisten überstanden, den Stalinismus, die Sowjetunion, und deren Zerfall: Doch wenige Tage bevor in diesem Jahr das Poesie-Festival „Meridian“ in der ukrainischen Stadt begann, demolierten Unbekannte das historische Andenken aus… Continue Reading „Meridian Czernowitz“
Weimar. Der nigerianische Fotograf Akinbode Akinbiyi, der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch und der georgische Museumsdirektor David Lordkipanidze sind die diesjährigen Preisträger der Goethe-Medaillen. Die Auszeichnung wurde am Sonntag in Weimar verliehen – am 267. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). In diesem Jahr stand die… Continue Reading „Migration der Kulturen“
Serhij Zhadan schöpft seine Prosa und Poesie auf langen Reisen über Landstraßen, in wodkatrunkenen Gesprächen und immer öfter in Schützengräben. Als im Winter 2013/2014 Gegner und Befürworter des Maidan in seiner Stadt Charkiw auf die Straße gingen, war er unter den proeuropäischen Demonstranten. Seit… Continue Reading „Der Krieg ist wie eine Krankheit“
Der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch erinnert sich: Ich hingegen hatte bis in die zweite Hälfte der 1980er Jahre hinein erst ein einziges Mal von den Dadaisten gehört – als Student. Eine Dozentin hatte dem Dekan der Fakultät aufgebracht berichtet, der «Student Andruchowytsch, Juri» führe… Continue Reading „Dadaismus treiben“
Wie soll sich ein Lyriker in kriegerischen Zeiten verhalten, hin und her gerissen zwischen Marginalisierung, Verstummen und Empörung? Darüber diskutierten am Wochenende vier ukrainische Literaten aus der Ost- und Westukraine in einer bunt gewürfelten Runde, die nur die proukrainische Gesinnung einte. Liubow Jakymchuk, die… Continue Reading „Lyriker in kriegerischen Zeiten“
Wenn er seine Gedichte liest, klingt er wie eine Maschine. Und manchmal wie ein Maschinengewehr. Bumm, bumm, karge Halbsätze, hingeworfene Silben, dazu die linke Hand, die einen harten Takt schlägt: Serhij Zhadan spricht seine Texte mit einer Mischung aus Aggression und Desinteresse – als… Continue Reading „Serhij Zhadan“
Der Krieg, er ist aufregender als Lyrik, denke ich, erschrecke kurz vor dem Gedanken und warte angespannt-gespannt auf das erste Gespräch. Die ukrainischen Dichter Jurij Izdryk, Serhij Zhadan und Juri Andruchowytsch sprechen mit der russischen Poetin Elena Fanajlowa. Zwischen einigen Klischees („Der Krieg ist… Continue Reading „Die Lyrik und der Krieg“
Der ukrainische Autor Serhij Zhadan im Interview mit „Der Standard„: Es scheint, dass die Kultur in Zeiten des Krieges auf „Sparflamme“ gehen muss, da allen nicht sonderlich nach Kultur ist. Aber tatsächlich ist es den Menschen in jedweder Situation und unter jedweden schwierigen Bedingungen… Continue Reading „Therapie im Donbass“
Der brasilianische Dichter Ricardo Domeneck ist einer von über 30 Teilnehmern am Internationalen Poesiefestival Meridian in Czernowitz. Bei Ukraine Today schreibt er darüber, was sich für ihn mit dem Namen Ukraine verbindet: Einem literaturbeflissenen Brasilianer fällt bei „Ukraine“ sofort Clarice Lispector ein, die große brasilianische Modernistin, die 1920… Continue Reading „Ukraine und Brasilien“
Hier sammeln zwei Typen Geld für die Kämpfer der Nationalen. Verlassen sehen sie aus, diese zwei Einsamen, über ihren Köpfen tanzt die schwarz-rote Fahne Stepan Banderas. Mit den Geschichten über diesen ukrainischen Nationalisten und Partisanenführer, der mit den Nazis kollaboriert hat, füttert die russische… Continue Reading „In Charkiw“
Die ukrainisch-deutsche Schriftstellerin und Bachmann-Preisträgerin Katja Petrowskaja erinnert sich an den ukrainischen Nationaldichter Taras Schewtschenko. Ich möchte Ihnen ein Gedicht vom Taras Schewtschenko vorlesen. Als ich Anfang Januar in Kiew gewesen bin und all die feiernden Menschen sah, habe ich oft an die Verzweiflung… Continue Reading „Ein ukrainisches Gedicht“
Ich werde oft gefragt, was die Intellektuellen in der Ukraine dieser Tage machen. Und was sie machen können. Und ich antworte immer, dass es keine allgemeinen Regeln gibt, denn jeder reagiert auf die Situation anders – wird zum Beispiel sehr aktiv, schreibt viel, oder… Continue Reading „Was der Krieg eigentlich sei“
In der Zeit machte sich – wie schon etliche deutsche Politiker und Historiker vor ihm – der Historiker Jörg Baberowski die offiziell-russische Sicht auf die ukrainische Geschichte zu eigen. Jetzt widerspricht der Historiker Ulrich Schmied: Eine ukrainische Nation habe es im 19. Jahrhundert überhaupt… Continue Reading „Es gibt eine ukrainische Nation“
Serhij Zhadan, 1974 in Starobilsk/Gebiet Luhansk (Ukraine) geboren, ist der populärste ukrainische Lyriker seiner Generation. Er promovierte über den ukrainischen Futurismus und gehört zu den Akteuren der alternativen Kulturszene in Charkiw. Seit 1995 publizierter er zahlreiche Gedichtbände, seit 2003 auch Prosa. Im Frühjahr 2012… Continue Reading „80. Nicht verloren“
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